Fahrradfahren macht nicht unfruchtbar – erhöht aber deutlich das Risiko von Prostatakrebs

Fahrradfahren löst Prostatakrebs aus
Britische Forscher fanden heraus, dass Männer, die pro Woche neun Stunden Fahrrad fahren, ein um das Sechsfache erhöhtes Risiko für Prostatakrebs haben © Fotolia

Fahrradfahren verursacht keine – wie in der Vergangenheit häufig zu lesen war – Unfruchtbarkeit oder Erektionsprobleme, steigert aber deutlich das Risiko für Prostatakrebs. Das zeigt eine aktuelle britische Studie. Demnach sind vor allem Männer ab einem Alter von 50 Jahren von diesem Effekt betroffen, wenn sie mehrere Stunden wöchentlich Fahrrad fahren.

Die Forscher des University College London konnten in ihrer – kürzlich im Journal of Men’s Health veröffentlichten – Untersuchung belegen, dass es einen deutlichen Zusammenhang zwischen der regelmäßigen Nutzung eines Fahrrads und der Wahrscheinlichkeit Prostatakrebs ab einem Alter von 50 Jahren zu entwickeln, gibt. Konkret steigt dieses Krebsrisiko für einen Mann über 50, der pro Woche mindestens neun Stunden Fahrrad fährt, um das Sechsfache. Bei etwa vier Stunden herhöht sich das Risiko um das Vierfache.

Für die Studie wurden die Daten von über 5.200 männlichen Probanden ausgewertet. Damit ist es nach Aussagen der beteiligten Wissenschaftler nicht nur das größte Forschungsprojekt, das sich mit den direkten Auswirkungen von Fahrradfahren auf die Gesundheit beschäftigt hat, sondern auch die erste Studie, die in dieser Hinsicht einen signifikanten Zusammenhang mit Prostatakrebs hergestellt hat.

 

Fahrradfahren schädigt nicht die männliche Fortpflanzungsfähigkeit

Ausgangspunkt der Studie war die Frage, ob Fahrradfahren zu Unfruchtbarkeit und Erektionsproblemen führt. Dieser „uralte Gesundheits-Mythos“ konnte nicht bestätigt werden. Die statistische Auswertung aller Patientendaten lässt demnach nicht – wie bisher vermutet – auf eine schädliche Wirkung des Sattels auf den männlichen Unterleib und einer daraus resultierenden Störung der Fortpflanzungsfähigkeit schließen.

 

Druck auf die Prostata könnte Krebsbildung verursachen

Die Untersuchungsergebnisse sind nach Aussagen des Studienautors Professor Mark Hamer „nach besten Wissen“ gewonnen worden und gelten als wissenschaftlich gesichert.

Doch so klar die statistischen Ergebnisse auch sind, so umstritten sind die pathologischen – also den Körper krank machenden – Mechanismen dafür, dass Fahrradfahren das Risiko für Prostatakrebs derart steigert. Bisherige Erkenntnisse deuten darauf hin, dass der „erhöhte Druck auf die Prostata“, der durch das Sitzen auf dem Sattel ausgelöst wird, dafür ein Faktor sein könnte.

 

Was Sie tun können

Um den Druck auf empfindliche Stellen – wie die Prostata – durch den Fahrradsattel zu verringern, empfehlen Experten z.B. auf die Sattelposition zu achten. Sitzt der Sattel zu weit hinten oder zu weit vorne, lastet das Körpergewicht auf der Sattelnase oder der Sattelhinterkante. Ebenso ist die Sitzhaltung wichtig. Je weiter der Körper beim Fahrradfahren nach vorne geneigt ist, desto weniger kann der Beckenknochen – für den die Sattelform beim aufrechten Sitzen ausgelegt ist – das Körpergewicht auffangen. Grundsätzlich gilt: Wenn es auf dem Sattel unangenehm zwickt oder drückt, ist die Sitzposition nicht optimal und der Druck auf empfindliche Stellen zu groß.

Weitere Informationen zum Thema Prostatakrebs finden Sie hier.

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