Facelifting: Mit dem Skalpell zurück in die Jugend?

Benjamin Müller Medizinredakteur

Alt werden wollen alle, doch alt aussehen lieber nicht: Jahr für Jahr suchen mehr Menschen ärztliche Hilfe Zeichen der Hautalterung zu beseitigen. Wer dabei einen besonders großen Effekt erzielen möchte, der legt sich für ein Facelifting unters Messer.

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Menschen jeden Alters nutzen Schönheits-OPs Foto:  iStock/Predragimages
Inhalt
  1. Was ist ein Facelifting?
  2. Wie wird ein Facelifting durchgeführt?
  3. Welche Risiken gibt es?
  4. Wer kann ein Facelifting durchführen?

Mit Mitte 20 beginnt bei den meisten Menschen die Hautalterung. Ab diesem Zeitpunkt erschlafft besonders die Gesichtshaut mit jedem Jahr mehr, sind immer neue Falten zu finden. Eines Tages schaut man in den Spiegel und erkennt sich nicht mehr wieder. Davor fürchten sich viele.

Abhilfe versprechen simple Beauty-Produkte wie Cremes, Masken und Lotionen, aber auch ärztliche Maßnahmen wie Faltenunterspritzungen. Auch operative Eingriffe wie das Facelifting gewinnen an Beliebtheit. Doch was passiert beim Facelifting überhaupt? Und welche Risiken bestehen?

 

Was ist ein Facelifting?

Unter dem Begriff „Facelifting“ versteht man im Allgemeinen einen kosmetischen Eingriff am menschlichen Gesicht, mit dem die Gesichtshaut und das unterliegende Gewebe gestrafft werden sollen. So soll das Aussehen verjüngt werden.

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Für diese Art ästhetischer Operationen existieren mehrere verschiedene Techniken, die sich in ihrer Invasivität, Wirksamkeit und Wirkdauer unterscheiden. Obwohl ein klassisches Facelifting nur die Gesichtshaut betrifft, ordnen Experten immer häufiger auch eine Halsstraffung diesem Begriff unter.

 

Wie wird ein Facelifting durchgeführt?

Nahezu alle gängigen Formen des Faceliftings beginnen mit einem Schnitt in der Gesichtshaut. Über diesen greift der operierende Arzt auf das Unterhautgewebe zu und trennt die Haut von ihrer Unterlage. Wo genau und in welchem Ausmaß geschnitten wird, hängt jedoch von den jeweiligen Problemzonen und der OP-Methode ab.

Welche Facelift-Techniken gibt es?

  • Mini-Lift: über kleine Schnitte wird nur die Haut gestrafft, hält in der Regel nicht lange
  • SMAS-Lift: „Superfizielles Muskuloaponeurotisches System“ (kurz: SMAS) zwischen Haut und Gesichtsmuskeln wird gestrafft, verschiedene Methoden zur Umpositionierung und Neuaufhängung des Gewebes
  • S-Lift: ein SMAS-Lift mit veränderter Schnittführung in S-Form vom Haaransatz bis unter das Ohr, mehrere Nähte heben Gewebe an Gesicht und Hals an
  • MACS-Lift: steht für „Minimal Access Cranial Suspension“, modifizierter S-Lift mit kleinerem Schnitt und Zug des hängenden Gewebes.
  • Midface-Lift: auf das Mittelgesicht (Nasen- und Augenbereich) konzentriert, verschiedene Zugangswege (Unterlid, Mundhöhle, etc.), unterschiedlich tiefe Schnitte möglich
  • Liquid-Lift: populäre Bezeichnung für Faltenunterspritzung, kein operatives Facelifting

Bei bestimmten Techniken, etwa dem Midface-Lift, kann auch unter die Knochenhaut geschnitten werden um die dort befestigten Strukturen anzuheben. Diese Technik erfordert jedoch zusätzliche Kenntnisse des operierenden Arztes und kann daher riskant sein.

Nach der Straffung wird die Haut im letzten Schritt angehoben und Überschuss entfernt. Die Ausnahme bildet dabei der Mini-Lift ohne Hautentfernung. Dann wird der Hautschnitt verschlossen und fein vernäht.

 

Welche Risiken gibt es?

Kosmetische Gesichtsoperationen bergen dieselben Gefahren wie alle operativen Eingriffe, unter anderem

  • Schwellungen, 
  • Blutergüsse,
  • Infektionen und
  • Wundheilungsstörungen, die die Abheilung verzögern oder zu Narbenbildung führen können.

Zu den speziellen Gefahren des Faceliftings zählt beispielsweise das unschöne Ausgleichen oder Betonen von natürlichen Asymmetrien des Gesichtes. Um dies zu verhindern, sollte die Operation sorgfältig und von einem erfahrenen Arzt durchgeführt werden.

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Ein weiteres Risiko besteht in der Verletzung von Nervenästen des „Nervus facialis“ oder kleinerer Hautnerven. Ersteres kann zu einer vorübergehenden oder dauerhaften Lähmung bestimmter Gesichtsmuskelgruppen führen, während letzteres unangenehme Taubheitsgefühle verursachen kann.

 

Wer kann ein Facelifting durchführen?

Vor dem Hintergrund der möglichen Komplikationen und negativen Folgen ist es ratsam, ein Facelifting nur von einem erfahrenen Arzt durchführen zu lassen, der Erfahrungen mit verschiedenen Lifting-Techniken mitbringt.

Grundsätzlich werden Faceliftings in Deutschland von plastischen Chirurgen, HNO-Ärzten, Augenärzten, Mund-Kiefer-Gesichtschirurgen, Dermatologen und anderen Fachärzten angeboten. Dabei ist problematisch, dass die Durchführung von Faceliftings laut Weiterbildungsrichtlinien nicht verbindlich für den Facharzttitel ist.

Wenn es also unbedingt ein operatives Facelifting sein muss, sollten interessierte Patienten die Suche nach dem richtigen Arzt nicht auf die leichte Schulter nehmen. Ein makelloses Operationsergebnis ist eine eingehende Recherche allemal wert.

Quellen:

Ozerdem, Omer R. et al. (2006): Upper Face-Lifting, in: Facial Plastic Surgery Clinics, 14(3), S. 159 – 165

Hopping, Steven B. (2005): Minimally Invasive Face-lifting: S-Lift and S-Plus Lift Rhytidectomies, in: Oral and Maxillofacial Surgery Clinics, 17 (1), S. 111 - 121

Facelift (am 05.12.2019), in: Musenhof-kliniken.de

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