Extreme Müdigkeit: Die effektivsten Tipps

Ines Fedder

Immer müde und erschöpft? Das Gefühl kennen viele. Extreme Müdigkeit kann ein Signal des Körpers sein, dass er nicht genügend Ruhepausen bekommt. Mit diesen Tipps lassen sich die Energiereserven schnell wieder auffüllen.

Frau liegt mit dem Kopf auf dem Schreibtisch
Ein kleines Nickerchen hilft bei extremer Müdigkeit, den Energiehaushalt vorübergehend wieder aufzufrischen Foto:  PeopleImages/iStock
Inhalt
  1. Ständig müde? So warnt uns der Körper vor Erschöpfung
  2. Was hilft bei extremer Müdigkeit? 6 Tipps für den Tag
  3. Mittel gegen Müdigkeit und Erschöpfung
  4. Nebenwirkung Müdigkeit
 

Ständig müde? So warnt uns der Körper vor Erschöpfung

Gerade erst aufgestanden und schon wieder müde? Das Gefühl von extremer Müdigkeit kann viele Ursachen haben – die Nacht war zu kurz, die Gedanken kreisen immer wieder um ein leidiges Thema oder das reichhaltige Abendbrot liegt zu schwer im Magen. Wer sich am Tag extrem erschöpft fühlt, sollte dieses Signal seines Körpers ernstnehmen. Häufig tritt eine extreme Müdigkeit einfach nur auf, weil die Energiereserven nicht richtig aufgefrischt wurden. Mit einigen Tipps lässt sich der Tag dennoch gut überstehen.

 

 

Was hilft bei extremer Müdigkeit? 6 Tipps für den Tag

  1.  Morgens nach dem Aufstehen eine kalte Dusche 

    Wer schon morgens Probleme hat, aus dem Bett zu kommen – gerade dann, wenn die Nacht besonders kurz war – kann sich mit einer kalten Dusche behelfen. Durch das kalte Wasser werden die Lebensgeister nämlich neu geweckt. Dabei läuft folgender Prozess ab: Wenn das kalte Wasser über den Körper prasselt, versucht der Körper den Wärmeverlust auszugleichen. Die Durchblutung wird gefördert und der Körper wird dadurch „aktiviert“. Die erhöhte Durchblutung regt zudem die Sauerstoffversorgung an und löst einen Adrenalinschub aus.
     

    Tipp: Auch tagsüber am Arbeitsplatz hilft ein kleiner Spritzer Wasser ins Gesicht, einen „kühlen Kopf“ zu bewahren und bei extremer Müdigkeit nicht die Konzentration zu verlieren.

  2. Aktiv werden durch mehr Bewegung
     

    Wer sich am Tag ständig müde und schlapp fühlt, sollte um große Sporteinheiten zunächst einmal einen Bogen machen. Ein bisschen Bewegung schadet allerdings nicht, um wieder in Gang zu kommen. Eine kleine Runde um den Block gehen oder kurz einmal die Treppe rauf und runter laufen, schafft neue Reize für das Gehirn. Wenn man einer besonders monotonen Arbeit nachgeht, bringt Bewegung zudem ein klein wenig Abwechslung. Und das Beste: So einen kleinen Spaziergang schafft man sogar in der Mittagspause.

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  3. Stoßlüften gegen die Müdigkeit 

    Besonders in den Wintermonaten fühlen wir uns oft müde und schlapp. Die Heizungsluft und die stickigen Büroräume machen träge und schläfrig. Dabei gibt es eine einfach Lösung, der extremen Müdigkeit entgegenzuwirken: Lüften. Schon der Lehrer in der Schule wusste: Regelmäßiges Stoßlüften bringt selbst die müdesten Kinder wieder auf Touren. Ein klein wenig frische Luft und schon ist man wieder fit – zumindest vorübergehend. Außerdem reduziert frische Luft Bakterien und Viren und schützt so vor Erkältungen und Co. 
     
  4. Gezielte Ruhepausen einbauen 

    Wenn man extrem müde ist, möchte man sich einfach ein wenig hinlegen und schlafen. Aber warum eigentlich nicht? Fühlt man sich den gesamten Tag über kraftlos, kann es helfen, gezielt Ruhepausen in den Tagesablauf einzubauen. Ein kurzes Nickerchen kann die Energiereserven vorübergehend wieder auffüllen. Mediziner empfehlen ein kleines Nickerchen von circa 30 Minuten. Doch Vorsicht: Beim sogenannten „Powernapping“ sollte man eine halbe Stunde Schlaf nicht überschreiten, da sonst das Wachwerden noch schwerer fällt und der erholende Effekt wieder verpufft.
     
  5. Kaffee gegen die Müdigkeit 

    Koffein gilt als Allzweckwaffe gegen extreme Müdigkeit. Kein Wunder also, dass viele nach dem Aufstehen zunächst einmal nach einer Tasse Kaffee greifen. Aber warum macht Kaffee eigentlich wach? Der Grund dafür ist das im Kaffee enthaltene Koffein. Es wirkt wie eine Blockade für das organische Molekül Adenosin, welches dafür verantwortlich ist, dass wir müde werden. Koffein wirkt auf den Körper als eine Art Adenosin-Blocker, denn es versucht genau in die Rezeptoren zu drängen, an die das Molekül Adenosin andocken will. Sind die Adenosin-Moleküle durch das Koffein besetzt, fühlen wir uns weniger müde. 

    Eine ganz neue Kombination soll ebenfalls bei extremer Müdigkeit helfen: Der sogenannte "Coffee-Nap". Dabei trinkt man kurz vor dem "Powernap" noch schnelle eine Tasse Kaffee – oder auch ein anderes, koffeinhaltiges Getränk. Das Koffein in Kombination mit einem kurzen Schlaf wirkt laut einer aktuellen Studie noch besser bei extremer Müdigkeit als nur ein Nickerchen oder eine Tasse Kaffee. 

    Zu viel Kaffee am Tag wirkt sich übrigens negativ auf den Körper aus. Bei einer Anzahl von sechs Tassen Kaffee am Tag steigt das Risiko für Herzerkrankungen pro Tag auf bis zu 22 Prozent. Das fanden unlängst Wissenschaftler der University of South Australia in Adelaide heraus. Mediziner empfehlen: 5 Tassen Kaffee pro Tag sind ideal.

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  6. Richtige Ernährung 

    Unser Körper brauch genügend Energie, damit er voll funktionstüchtig ist. Fühlt man sich müde und erschöpft, sollte man also sicherstellen, dass der Körper mit ausreichend Vitaminen und anderen Nährstoffen versorgt ist. Besonders das Vitamin B12 (zum Beispiel in Fisch enthalten) und Eisen haben einen großen Anteil am Energiestoffwechsel. Wer unter einem Vitamin-B12-Mangel leidet, kann zudem zu Nahrungsergänzungsmittel greifen, die den Vitaminhaushalt aufstocken. Für eine schnelle Energiezufuhr bestens geeignet sind außerdem Kohlehydrate. Sie sind echte Energielieferanten.
 

Mittel gegen Müdigkeit und Erschöpfung

Ein Allheilmittel gegen akute, extreme Müdigkeit ohne einschlägige Nebenwirkungen gibt es leider nicht. Und das ist auch gut so. Schließlich will uns unser Körper, wenn wir besonders müde sind, mitteilen, dass er sich unbedingt erholen muss. Wenn Kaffeetrinken, Bewegung und frische Luft keine kurzweilige Verbesserung bringen, hilft meist nur noch eins: Schlafen. Und dieser Schlaf sollte besonders gut sein. 

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Vorsicht ist dann geboten, wenn die extreme Müdigkeit über einen längeren Zeitraum anhält und noch weitere Symptome wie Antriebslosigkeit und Magen-Darm-Beschwerden hinzukommen. Ständige, langanhaltende extreme Müdigkeit kann nämlich auch auf eine ernsthafte Krankheit wie zum Beispiel ein Burn-Out hinweisen. In diesem Fall gilt es: Die körperlichen und psychischen Symptome unbedingt ernst nehmen und seinen Körper ganz genau beobachten. 

 

Nebenwirkung Müdigkeit

Auch spezielle Medikamente wie zum Beispiel Antidepressiva oder Arzneimittel mit Johanniskraut können eine extreme Müdigkeit hervorrufen. Bei der Suche nach dem Burnout-Auslöser stießen Ärzte zum Beispiel auch immer wieder auf instabile Halswirbelsäulen (zum Beispiel hervorgerufen durch Schleudertraumata) oder ähnlich schwerwiegende Vorerkrankungen. Bei der medikamentösen Behandlung kann es zu Nebenwirkungen kommen, bei denen zum Beispiel die Kraftwerke unserer Zellen, die Mitochondrien, geschädigt werden. Sie versorgen uns mit Energie. Ist ihre Funktion gestört, fühlen wir uns erschöpft und haben nach körperlichen und seelischen Belastungen einen deutlich längeren Regenerationsbedarf. Daher ist die Behandlung einer instabilen Halswirbelsäule mittels Physiotherapie beziehungsweise Krankengymnastik unbedingt empfehlenswert. 

Quelle: 
Wieviel Kaffe am Tag?
Zhou, Ang, and Elina Hyppönen. (2019): Long-term coffee consumption, caffeine metabolism genetics, and risk of cardiovascular disease: a prospective analysis of up to 347,077 individuals and 8368 cases, in: The American journal of clinical nutrition.

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