Eva-Infarkt-Warnsignale: Übelkeit und Erbrechen

Übelkeit und Erbrechen
Bei Frauen äußert sich ein Herzinfarkt durch andere Symptome als bei Männern. Beispielsweise leiden Frauen öfter unter Übelkeit und Erbrechen © Shutterstock

Beschwerden wie Übelkeit und Erbrechen vor und während eine Herzinfarkts – darüber klagen Frauen. Der sogenannte „Eva-Infarkt“ ist gerade deshalb gefährlich, weil solche Symptome oft falsch gedeutet werden. PraxisVITA erklärt, welche Symptome Sie noch kennen und war Sie beachten sollten.

 

Symptome wie Übelkeit und Erbrechen: Was ist ein „weiblicher Infarkt“?

Frauen klagen im Vorwege und während eines Herzanfalls eher über uneindeutige Beschwerden wie Übelkeit und Erbrechen, Bauchschmerzen oder auch nur starke Müdigkeit. Gerade bei Frauen kommt es häufig sogar zu einem sogenannten „stummen Infarkt“, mit dem nur sehr leichte Beschwerden einhergehen. Denn bei Frauen spielt sich ein Herzinfarkt – anders als bei Männern – häufig an der Herz-Hinterwand ab. Forscher vermuten, dass es bei ihnen deshalb nur selten zu den klassischen Brustschmerzen kommt.

 

Vorboten richtig deuten: Wie erkenne ich einen Anfall?

Unter Herzspezialisten gilt die Grundregel: Beschwerden, die aus heiterem Himmel und mit nie zuvor gekannter Heftigkeit auftreten sowie länger als fünf Minuten anhalten, können auf einen Herzinfarkt hindeuten. Anders als bei Männern kommt es bei Patientinnen häufig zu schwerer Atemnot. Stechende Schmerzen treten weniger in der Brust als im Schulterbereich sowie im Rücken oder Oberbauch auf. Noch ein deutlicher Hinweis: starke Übelkeit und Erbrechen, letzteres oft mehrmalig und in kurzen Abständen.

Efa-Infarkt
Verstopfte Arterien können zu einem Herzinfarkt führen – Übelkeit und Erbrechen sind bei Frauen häufige Symptome dafür© iStock
 

Diagnose-Fallen: Was müssen Ärzte beachten?

Nicht nur den Frauen selbst fällt es schwer, die typisch weiblichen Herzinfarkt-Signale zu deuten. Auch Ärzte vermuten häufig zunächst andere Krankheiten hinter den Symptomen und verkennen damit gelegentlich die Lebensgefahr, in der ihre Patientin schwebt. Bei Atemnot schließen Mediziner zum Beispiel häufig auf eine Lungenembolie oder Asthma und veranlassen entsprechende Untersuchungen. Bei starker Übelkeit und Erbrechen konzentriert sich die Aufmerksamkeit der Mediziner oft zunächst auf den Magen-Darm-Trakt, die Galle oder auch die Bauchspeicheldrüse.

 

Jede Minute zählt: Warum ist der Faktor Zeit wichtig?

Ausgelöst wird ein klassischer Herzanfall immer durch ein verstopftes Herzgefäß. Bei einem akuten Infarkt besteht ein Zeitfenster von etwa vier Stunden, in dem sich die undurchlässige Vene wieder öffnen und damit ein irreparabler Schaden verhindern lässt. Nach dieser Zeit sterben Herzzellen dauerhaft ab. Der Infarkt kann dann eine Bypass-Operation nach sich ziehen – oder sogar tödlich enden. Deshalb auch auf die Gefahr hin, dass es sich um einen Fehlalarm handelt: Schnell ins Krankenhaus!

 

Höheres Komplikationsrisiko: Wie wird ein Infarkt behandelt?

Steht die Diagnose Herzinfarkt fest, muss die Sauerstoffversorgung des Herzens so schnell wie möglich wiederhergestellt werden. Über die Leiste wird ein Katheter in die verstopfte Vene eingeführt. Weil Frauen zartere Herzkranzgefäße haben als Männer, bedarf ihre Behandlung besonderer Vorsicht: Es kann vorkommen, dass ein zu großer Katheter während der Behandlung durch einen feineren ersetzt werden muss. Dank moderner Medizin sind solche Komplikationen aber sehr gut beherrschbar.

 

Hormone spielen eine Rolle: Wer ist besonders gefährdet?

Infarktgefährdet sind vor allem Frauen jenseits der Wechseljahre. Forscher wissen noch nicht warum, doch die Hormonveränderungen scheinen die Selbstschutzfähigkeiten des Herzens einzuschränken. Wie für Männer gilt auch für Frauen: Die wichtigsten Risikofaktoren sind Rauchen, Bluthochdruck und Übergewicht sowie erhöhte Blutzuckerwerte. Diabetiker sollten sich deshalb regelmäßig untersuchen lassen. Und: Lang andauernder, starker Stress ist Gift fürs Herz.

 

Lebensstil ändern: Wie können Frauen vorbeugen?

Die sicherste Art vorzubeugen besteht in Wissen: Nur wer die beschriebenen Vorboten eines Herzinfarkts zu deuten weiß, kann im Ernstfall schnell genug reagieren. Da Rauchen zu einer Verengung der Blutgefäße führt und die Bildung von Gerinnseln begünstigt, lässt sich mit dem Verzicht auf Zigaretten das Herzinfarktrisiko dramatisch senken. A und O sind außerdem ausreichend Bewegung und gesunde Ernährung mit viel Gemüse, Fisch und pflanzlichen Ölen. Nehmen Sie Symptome wie Übelkeit und Erbrechen außerdem immer ernst. Und besonders für Frauen ab 40 gilt: Die gesetzlich vorgesehenen Vorsorgeuntersuchungen nutzen!

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