Eupatorium perfoliatum: Homöopathie bei Erkältung

Redaktion PraxisVITA

Eupatorium perfoliatum oder Wasserdost wird in der Homöopathie vor allem bei grippalen Infekten eingesetzt. Eines der Leitsymptome für den Einsatz sind Gliederschmerzen. Wie wird das homöopathische Mittel dosiert und ist es auch für Kinder geeignet?

Eupatorium perfoliatum
Eupatorium perfoliatum wird in der Homöopathie bei Erkältungskrankheiten eingesetzt Foto:  iStock/emer1940
Inhalt
  1. Was ist Eupatorium perfoliatum?
  2. Wann wird Eupatorium perfoliatum angewendet?
  3. Wie wird Wasserdost dosiert?
  4. Was gilt für die Anwendung bei Baby und Kind?
 

Was ist Eupatorium perfoliatum?

Bei Eupatorium perfoliatum handelt es sich um den Wasserdost, auch Wasserhanf genannt. Die Pflanze gehört zur Familie der Korbblütler und ist eng mit Arnika, Echinacea, Chamomilla und Calendula verwandt – vier Pflanzen, die bei ähnlichen Beschwerden ebenfalls oft homöopathisch eingesetzt werden. Die Pflanze wächst vor allem auf feuchten Böden an Ufern von Bächen oder Seen. Ursprünglich war sie in Nordamerika beheimatet und galt schon bei den Indianern als beliebte Heilpflanze. In der Homöopathie werden die über der Erde stehenden Pflanzenteile zu Beginn der Blütezeit verwendet und stark verdünnt (potenziert) verabreicht.

weiße Holunderblüten in einem geflochtenen Korb
Homöopathie Sambucus nigra: Homöopathischer Wirkstoff bei Erkältung

 

Wann wird Eupatorium perfoliatum angewendet?

Eupatorium perfoliatum ist ein Mittel, das vor allem in den oberen und unteren Atemwegen wirken soll. Deshalb wird es von Heilpraktikern gern bei grippalen Infekten mit Fieber eingesetzt. Typische Symptome für die Anwendung von Eupatorium perfoliatum sind:

  • Gefühl der Zerschlagenheit
  • starke Knochen- und Gliederschmerzen
  • starker Fließschnupfen
  • wiederkehrende Fieberschübe
  • trockener, schmerzhafter Husten
  • starkes Durstgefühl nach kalten Getränken oder Appetit auf Eis
 

Wie wird Wasserdost dosiert?

Eupatorium perfoliatum gibt es in Form von Streukügelchen (Globuli), als Tropfen oder Tabletten. In der Selbstbehandlung wird Wasserdost am häufigsten in den homöopathischen Potenzen C12 sowie D6 und D12 eingesetzt. Bei den Streukügelchen, die meistens verwendet werden, sind zwei bis drei Globuli eine Dosis. Man lässt die Kügelchen im Mund zergehen. Es ist möglich, mehrmals täglich eine Dosis zu nehmen. Vor jeder weiteren Anwendung sollte jedoch abgewartet werden, ob und inwieweit sich die Beschwerden gebessert haben. Tritt eine Verschlechterung ein, sollte die Einnahme zunächst unterbrochen werden.

Globuli-Flaschen und Kügelchen
Globuli Wie helfen Globuli?

 

Was gilt für die Anwendung bei Baby und Kind?

Grippale Infekte treffen oft auch Babys und Kleinkinder. Eupatorium perfoliatum kann dann einen Versuch wert sein. Vor allem, wenn der Infekt von Knochen- und Gliederschmerzen, Schwächegefühl sowie von Fieber begleitet wird, soll Wasserdost helfen. Säuglinge bis zum Alter von zwölf Monaten erhalten nur ein Streukügelchen, Kleinkinder bis zum dritten Geburtstag zwei und größere Kinder dürfen wie Erwachsene drei Globuli einnehmen. Bei sehr hohem Fieber oder starken Schmerzen ist der Gang zum Kinderarzt jedoch unerlässlich. Idealerweise wird mit ihm auch die Anwendung von Eupatorium perfoliatum abgesprochen.

Hinweis: Die spezifische Wirksamkeit von Homöopathie wird in der Wissenschaft diskutiert. Dennoch ist Homöopathie als sanfte Heilmethode sehr beliebt.

Quellen:

  • Deutscher Zentralverein homöopathischer Ärzte: www.dzvhae.de
  • Sommer, Sven (2015): Homöopathie. Alltagsbeschwerden selbst behandeln. München: Gräfe und Unzer Verlag
  • Stumpf, Werner (2015): Homöopathie für Kinder. München: Gräfe und Unzer Verlag
  • Wiesenauer, Markus und Kirschner-Brouns, Suzann (2007): Homöopathie – Das große Handbuch. München: Gräfe und Unzer Verlag
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