Essen bestellen trotz Coronavirus: Ist das gefährlich?

Verena Elson Medizinredakteurin

Essen bestellen ist in Zeiten von Coronavirus und Kontaktverbot die letzte Möglichkeit der Deutschen, sich mit Essen „bewirten“ zu lassen – wenn auch nur an der eigenen Haustür. Aber ist Essen vom Lieferservice jetzt noch sicher? Oder droht eine Ansteckung mit dem Coronavirus über das Essen oder den Pizzakarton?

Eine Frau nimmt eine Pizzalieferung entgegen
Kann das Coronavirus über den Pizzakarton übertragen werden? Foto:  iStock/PeopleImages

Im Zuge der Corona-Krise hat sich unser Alltag radikal verändert. Dazu gehört auch, dass das Abendessen beim Italiener für einige Zeit ausfallen muss – doch glücklicherweise gibt es immer noch Lieferservices, die uns das Lieblingsgericht nach Hause bringen. Viele Menschen fragen sich jedoch: Kann man in Zeiten des Coronavirus noch bedenkenlos Essen bestellen?

Mediziner schätzen das Risiko einer Corona-Ansteckung über Essen vom Lieferservice als sehr niedrig ein. Das neue Coronavirus Sars-CoV-2 wird vorranging per Tröpfcheninfektion übertragen, darin sind sich Virologen einig. Das bedeutet: Das größte Risiko einer Ansteckung besteht durch den persönlichen Kontakt mit infizierten Personen. „Es gibt derzeit keine Fälle, bei denen nachgewiesen ist, dass sich Menschen auf anderem Weg, etwa über den Verzehr kontaminierter Lebensmittel oder durch Kontakt zu kontaminierten Gegenständen mit dem neuartigen Coronavirus infiziert haben“, schreibt das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) dazu.

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Essen bestellen: Kann man sich über den Pizzakarton mit Corona anstecken?

Dennoch ist es theoretisch denkbar, dass es bei dem Entgegennehmen einer Essenslieferung zu einer Schmierinfektion kommt – etwa durch eine Kontamination des Pizzakartons mit dem Erreger. Immerhin zeigte eine Studie mehrerer US-amerikanischer Forschungszentren, dass Sars-CoV-2 bis zu 24 Stunden auf Karton überlebt, wenn dieser stark kontaminiert ist. Aus Sicht von Virologen ist es jedoch dennoch unwahrscheinlich, dass es auf diesem Weg zu einer Infektion kommt.

Das größere Ansteckungsrisiko besteht bei dem Kontakt mit dem Lieferanten – wie bei jedem persönlichen Kontakt ist auch hierbei eine Ansteckung per Tröpfcheninfektion möglich. Um dem vorzubeugen, bieten einige Lieferdienste inzwischen die kontaktlose Lieferung an: Der Lieferant klingelt und stellt die Essenslieferung vor die Tür – bezahlt wird online.

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Tipps: So wird die Essensbestellung sicher

Wie bei allen anderen Kontakten mit der „Außenwelt“ empfehlen Mediziner auch beim Entgegennehmen der Essenslieferung einige Vorsichtsmaßnahmen zu treffen, um das Risiko einer Ansteckung zu minimieren:

  • Kontaktlose Lieferung in Anspruch nehmen
  • Gekochtes Essen bestellen (das Coronavirus ist nicht hitzebeständig)
  • Nach dem Entgegennehmen und Auspacken der Bestellung gründlich die Hände waschen

Wer diese Regeln einhält, kann auch während der Corona-Krise bedenkenlos Essen bestellen – und es sich schmecken lassen.

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Quellen:

Kann das neuartige Coronavirus über Lebensmittel und Gegenstände übertragen werden?, in: bfr.bund.de

van Doremalen, Neeltje, et al. (2020): Aerosol and Surface Stability of SARS-CoV-2 as Compared with SARS-CoV-1, in: New England Journal of Medicine

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