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Escitalopram - bei Depressionen und emotionalen Krisen

Redaktion PraxisVITA

Ein Patient steckt in einer tiefen emotionalen Krise – in der winterlich-dunklen Jahreszeit ist das häufig. Der 34-jährige Fotograf hat seine Energie verloren, findet keinen Schlaf, grübelt und ist tief depressiv. Zum Psychiater möchte er auf keinen Fall …

Inhalt
  1. Depression oder depressive Phase? Die Diagnose muss stimmen
  2. Pillen allein reichen nicht bei einer mittelschweren Depression
  3. Escitalopram bringt Energie
 

Depression oder depressive Phase? Die Diagnose muss stimmen

In einem emotionalen Loch steckt jeder mal. Halten die Beschwerden lange an und sind sie sehr ausgeprägt, kann eine echte Depression dahinterstecken. Eine Art Checkliste hilft uns Ärzten beim Abschätzen der Schwere – mein Patient steckt demnach in einer mittelschweren Episode. Je nach Schwere unterscheidet sich die Behandlung.

 

Pillen allein reichen nicht bei einer mittelschweren Depression

Meist beginne ich pflanzlich mit Lavendelöl oder Johanniskraut. Ab einer mittelschweren Episode können chemische Antidepressiva hilfreich sein – wie bei meinem Patienten. Am besten in Kombination mit einer Psychotherapie. Kommen Selbstmordgedanken hinzu, helfen oft nur einige Wochen in der Klinik. Wenn die Laborwerte zeigen, dass Schilddrüse, Leber und Nieren gut arbeiten und auch das EKG unauffällig ist, kann die Behandlung starten.

Ärzte geben sich oft mit der am nächsten liegenden Erklärung zufrieden, ohne nach weiteren Ursachen zu forschen – die Folge: ein verfrühter Diagnoseabschluss
Medizin aktuell Was Sie Ihrem Arzt nie sagen sollten

 

Escitalopram bringt Energie

Mein Patient hat zwei vermeintlich gegensätzliche Probleme: Er findet keinen Schlaf und kann sich zu nichts aufraffen. Ich entscheide mich für den Wirkstoff Escitalopram – in Studien hat es eine stärkere und schnellere Wirkung gezeigt als vergleichbare Medikamente. Als Nebenwirkung macht es oft unruhig. Daher kombiniere ich mit dem Wirkstoff Mirtazapin (7,5 mg). Der hilft beim Schlafen und dämpft die anfänglichen Nebenwirkungen des Escitalopram (5 mg als Tropfen, die über zwei Wochen auf 10 mg gesteigert werden).

Achtung: Wechselwirkung!

Escitalopram beeinflusst – wie Johanniskraut oder Triptane gegen Migräne – den Hirnbotenstoff Serotonin. Diese Wirkstoffe nicht zusammen einnehmen!

 

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