Es gibt keine Ebola-spezifische Behandlung

Kapitel
  1. 1. Überblick
  2. 2. Ursachen
  3. 3. Symptome
  4. 4. Diagnose
  5. 5. Behandlung
  6. 6. Vorbeugung

Je mehr Zeit zwischen der Virusinfektion und der Ebola-Behandlung verstreicht, desto schlechter stehen die Heilungschancen des Patienten. Noch existiert kein zugelassenes Ebola-Medikament.

 

Das Problem mit Ebola-Medikamenten

Das Problem aller bisher getesteten Ebola-Medikamente besteht darin, dass sie dem Patienten innerhalb von zwei bis drei Tagen nach der Infektion verabreicht werden müssen, damit sie wirken. Die Ebola-Inkubationszeit beträgt aber bis zu 20 Tage. Das bedeutet, dass das Zeitfenster für die Therapie oft schon geschlossen ist, bevor überhaupt Ebola-Symptome bemerkt werden.

 

Konventionelle Ebola-Behandlung: Stabilisierung

Infizierte werden daher von Medizinern vor allem hinsichtlich ihrer Vitalwerte stabilisiert. Dafür werden Antibiotika und Antimalaria verabreicht, um weitere Infekte zu vermeiden, Infusionen gelegt und Glukoselösungen verteilt, da viele Patienten unterzuckert sind. Ob ein Patient die Infektion mit Ebola überlebt oder nicht, hängt in erster Linie von dem jeweiligen körperlichen Zustand ab. Bei alten Menschen, Kindern oder Menschen mit Vorerkrankungen oder Immunschwäche ist das Risiko, an der Ebola-Krankheit zu sterben, am höchsten. Das körpereigene Immunsystem ist derzeit die einzige Waffe gegen den Ebola-Erreger. Wenn es dem Körper nicht gelingt, ausreichend Antikörper gegen den Ebolavirus zu produzieren, stirbt der Patient. Alle Menschen produzieren – ähnlich wie bei einer Grippe – nach etwa sieben bis zehn Tagen Antikörper gegen den Ebolavirus. Die Behandlung richtet sich bisher fast ausschließlich gegen die Ebola-Symptome. Die Betroffenen werden mit ausreichend Flüssigkeit versorgt (auch im Sinne von Bluttransfusionen), ihr Kreislauf wird stabilisiert und sie werden vor zusätzlichen (sekundären) Infektionen geschützt.

 

ZMAPP

Das Ebola-Serum „ZMapp“ könnte den ersten effektiven Wirkstoff zur Heilung von Ebola enthalten. Konkret stellten die Forscher drei verschiedene Antikörper her. Einer dieser sogenannten Immunglobuline alarmiert das Immunsystem, sodass umgehend die mit Ebola infizierten Zellen zerstört werden. Die beiden anderen Antigene verhindern die Vermehrung und Ausbreitung der Ebola-Viren im Körper. Die offizielle Zulassung des Ebola-Medikaments lässt möglicherweise noch bis zu einem Jahr auf sich warten.

Ebola-Impfstoff aus den USA
Forscher entwickelten in den USA einen neuen Ebola-Impfstoff, der erstmals an Menschen getestet wird© Fotolia
 

Die sogenannte RNA-Therapie (siRNA)

Diese Ebola-Behandlung setzt dabei auf die Manipulation der sogenannten Virus-RNA. Das sogenannte siRNA-Fragment stört dabei konkret die Erbinformation im Virus, die für die Vermehrung zuständig ist, indem sie sich an das Virusgen anhängt – und so verändert.

 

Grippemittel gegen Ebola aus Japan

Das Medikament aus Japan zeichnet sich dadurch aus, dass der T-705-Wirkstoff im Vergleich mit bisher erprobten Ebola-Präparaten – wie ZMAPP oder siRNA  – in Japan bereits zur Bekämpfung von Grippeviren zugelassen ist. Auch in den USA steht diese Zulassung unmittelbar bevor. Das Grippemittel war selbst drei Tage nach Ausbruch der Krankheit und nach Auftreten der ersten Krankheitssymptome noch wirksam.

 

Neue Ebola-Impfung erstmals an Menschen getestet

US-amerikanische Forscher testen einen neuen Ebola-Impfstoff mit dem Namen VRC-207 erstmals an menschlichen Probanden. Nach Aussagen der US-amerikanischen Gesundheitsbehörde (NIH) bestehe für die freiwilligen Probanden keine gesundheitliche Gefahr, da der Versuchsaufbau so gestaltet sei, dass eine Ansteckung mit Ebola nicht möglich ist.

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