Erster Fall von Hasenpest in Deutschland

Stephanie Pingel Medizinredakteurin
Hasenpest
Zum ersten Mal in diesem Jahr ist in Deutschland ein Fall von Hasenpest aufgetreten © iStock

Zum ersten Mal in diesem Jahr wurde ein Fall von sogenannter Hasenpest in Deutschland bestätigt: Das Landratsamt Ostalbkreis in Aalen warnt davor, Hunde ohne Leine herumlaufen zu lassen – sie könnten sich mit dem Erreger infizieren. Auch für Menschen ist die Krankheit sehr gefährlich.

Das Landratsamt Ostalbkreis hat in einer Pressemitteilung bekannt gegeben, dass in der Nähe von Aalen-Wasseralfingen in Baden-Württemberg ein Fall von Hasenpest (Tularämie) aufgetreten ist. Demzufolge sei ein toter Feldhase aufgefunden worden, der mit dem gefährlichen Erreger infiziert war. Es ist der erste bestätigte Fall in diesem Jahr – 2016 waren in umliegenden Landkreisen ebenfalls einige tote Tiere gefunden worden, die an der Hasenpest erkrankt waren.

 

Tödlicher Krankheitsverlauf

Von der Hasenpest sind vor allem freilebende Nagetiere sowie hasenartige Tiere betroffen. Aber auch Haustiere wie Hunde und Katzen können sich infizieren, wenn sie in Kontakt mit befallen Tieren kommen oder erregerverseuchte Luft einatmen. Zwar gelten Haustiere als relativ resistent, aber wenn sie sich anstecken, kann die Hasenpest auch bei ihnen tödlich verlaufen. Bei Hunden äußert sich die Krankheit unter anderem durch Fieber, Leber-, Milz- und Lymphknotenschwellung sowie Gelbsucht und Schnupfen. Bei Katzen können Fieber, Fressunlust, Schwäche und Lymphknotenschwellungen auftreten.

 

Hasenpest: Auch für den Menschen gefährlich

Das Landratsamt weist daraufhin, dass sich sogar Menschen mit Hasenpest anstecken können – oft mit einem schwerwiegenden Krankheitsverlauf, der tödlich enden kann. Die Wahrscheinlichkeit einer Erkrankung ist allerdings sehr gering: Von 100.000 Menschen infizieren sich statistisch gesehen nur 0,01 Prozent. Je nachdem wie die Infektion erfolgt, äußert sich die Hasenpest beim Menschen durch verschiedene Symptome wie Fieber, Geschwüre oder eitrige Entzündungen der Lymphknoten. Werden die Erreger eingeatmet und gelangen zu den inneren Organen, kommt es neben starkem Fieber zu folgenden Symptomen:

Hasenpest wird in der Regel mit Antibiotika behandelt, kann aber selbst dann beim Menschen noch mit einer Wahrscheinlichkeit von fünf Prozent zum Tod führen. Ohne Antibiotika steigt das Risiko, an Hasenpest zu sterben, auf über 30 Prozent.

 

Vorsicht bei Spaziergängen

Um sich und Ihr Tier vor der Hasenpest zu schützen, sollten Sie Hunde in der betroffenen Region nur an der Leine führen. Halten Sie Abstand von verendeten Hasen sowie Nagetieren und achten Sie darauf, ob lebendige Tiere Verhaltensauffälligkeiten zeigen: So lässt beispielsweise der Fluchtinstinkt durch eine Infektion mit Hasenpest nach. Fälle von Hasenpest sind meldepflichtig – informieren Sie daher den zuständigen Jagdpächter, wenn Sie verhaltensauffällige oder tote Tiere entdecken, die infiziert sein könnten.

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