Erster deutscher MERS-Toter?

Eine Blutprobe mit Conoraviren
Das seit 2012 bekannte MERS-Virus gehört zu den sogenannten Coronaviren – der Name (lateinisch: corona – Krone) leitet sich von ihren unter dem Mikroskop sichtbaren kronenförmigen Proteinstrukturen ab © Fotolia

Ein 65-jähriger Patient aus Nordrhein-Westfalen erlag Medienberichten zufolge in einer niedersächsischen Klinik den Folgen seiner MERS-Erkrankung. Praxisvita hat die Fakten.

Der Mann hatte sich bereits im Februar auf einer Urlaubsreise nach Abu Dhabi mit dem Virus infiziert, das das sogenannte Middle East Respiratory Syndrome (MERS) auslöst. Im März war seine Erkrankung bekannt geworden – Praxisvita berichtete. Am 6. Juni verstarb der Patient in einem Krankenhaus im niedersächsischen Ostercappeln an einer Folgeerkrankung – Todesursache war Berichten zufolge Organversagen.

Demnach hatte der Patient bereits Mitte Mai seine MERS-Erkrankung überstanden und wurde von der Isolierstation des Marienhospitals Osnabrück in die Klinik in Ostercappeln verlegt.

 

Keine Ansteckungsgefahr durch Kontaktpersonen

Alle Personen, die seit seiner Ansteckung mit dem Patienten Kontakt hatten (über 200), wurden anschließend auf MERS getestet – alle Testergebnisse fielen negativ aus.

Der verstorbene Patient ist der dritte, der mit MERS in Deutschland behandelt wurde. Ein weiterer Patient wurde in Essen behandelt und überlebte die Erkrankung, ein Patient aus den Vereinigten Arabischen Emiraten verstarb 2013 in München an dem MERS-Virus.

 

Bricht jetzt eine Epidemie aus?

Mehr als Einzelfälle der MERS-Erkrankung sind bisher nur in Südkorea aufgetreten. Da eine Übertragung von Mensch zu Mensch außerdem als selten gilt, schätzen Experten die Gefahr einer Ansteckungswelle in Deutschland als sehr gering ein. Warum ihnen das MERS-Coronavirus zurzeit dennoch große Sorgen bereitet, erfahren Sie hier.

Hamburg, 16. Juni 2015

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