Erste Hilfe - Wunden desinfizieren

Wunde am Knie wird abgetupft
Zur Desinfektion von Wunden eignen sich neben Sprays und Gels auch natürliche Produkte © iStock/vgajik

Wunden zu desinfizieren ist wichtig, um Infektionen zu vermeiden. PraxisVITA erklärt schrittweise, wie Sie Wunden richtig behandeln und welche natürlichen Alternativen für Desinfektionsmittel es gibt.

Die Haut wirkt wie eine natürliche Barriere und schützt den Körper vor Keimen und Viren. Ist die Haut verletzt, können Bakterien eindringen und Infektionen auslösen. Deshalb ist es wichtig, eine Wunde richtig zu versorgen.

Zur Desinfektion größerer Wunden wurde bisher im Krankenhaus meist Seifenwasser genutzt. In einer Studie wurde jedoch herausgefunden, dass eine Wundspülung mit Salzwasser zu deutlich weniger Infektionen führt. Auch bei kleineren Wunden empfehlen Ärzte die Salzwasser-Methode. Nehmen Sie dazu einen gestrichenen Teelöffel Kochsalz und lösen ihn in einem halben Liter abgekochten Wasser auf. Dann lassen Sie das Wasser abkühlen.

Doch neben Salzwasser gibt es noch weitere natürliche Desinfektionsmittel, die Sie ganz einfach zu Hause anwenden.

 

Wunde desinfizieren – so geht’s 

  • Berühren Sie die Wunde nur mit sauberen gewaschenen Händen.
  • Tragen Sie Einweghandschuhe, um Infektionen der Wunde zu vermeiden.
  • Spülen Sie die Wunde mit lauwarmem sauberen Wasser.
  • Stecken Steinchen oder Glassplitter in der Wunde sollten Sie vom Arzt entfernen lassen – tiefsitzende Splitter können beim Herausziehen Blutungen verursachen.
  • Nach der Reinigung der Wunde desinfizieren Sie diese mit einem Spray oder einem Gel mit antiseptischer Wirkung. Beides brennt auf der Verletzung nicht. Tragen Sie dieses mehrmals täglich auf.
  • Beobachten Sie, ob die Wunde problemlos abheilt oder ob sie sich nach einigen Tagen rötet, pocht oder die Wunde nässt. In diesem Fall sollten Sie Ihren Arzt aufsuchen.
  • Sterile Kompresse auf die Wunde legen und mit einer elastischen Binde befestigen. Den Verband sollten Sie täglich wechseln. Für kleinere Wunden genügt ein Feuchtpflaster aus der Apotheke.
  • Salben sollten Sie erst auftragen, wenn sich eine neue Haut auf der Wunde gebildet hat, jedoch nicht auf offene nässende Wunden.
Frau nimmt verletzten Finger in den Mund
Speichel ist ein wirksames natürliches Desinfektionsmittel – allerdings nur, wenn es der eigene ist© iStock/OcusFocus
 

Speichel zum Wunden desinfizieren

Wenn wir uns in den Finger geschnitten haben, kommt es vor, dass wir ihn instinktiv in den Mund stecken. Das ist auch sinnvoll: denn Speichel wirkt antibakteriell. Allerdings sollte unbedingt nur der eigene Speichel verwendet werden – sonst können fremde Bakterien in den Organismus gelangen und zu einer Wundinfektion führen. Eltern sollten darum niemals versuchen, die Wunden ihrer Kinder mit dem eigenen Speichel zu desinfizieren.

Manuka Honig auf dem Löffel
Medizinischer Honig wirkt antiseptisch und unterstützt die Wundheilung© iStock/LazingBee
 

Manuka-Honig wirkt desinfizierend

Schürf- und Schnittwunden, Verbrennungen, entzündete Wunden und sogar chronische Hautgeschwüre heilen nach einer Honig-Behandlung häufig schneller. Dazu wird ein spezieller medizinischer Honig verwendet (Apotheke). Bekannt ist vor allem der Manuka-Honig. Er hat eine starke antibakterielle Wirkung.

Beim Kauf sollten Sie auf den Gehalt von MGO (Methyglyoxal) achten. Dabei handelt es sich um ein antibakteriell wirkendes Zuckerabbauprodukt. Der Wert sollte am besten mindestens bei 400 liegen. Bei kleinen oberflächlichen Wunden reicht die Stärke MGO100 zum Desinfizieren. Das natürliche Desinfektionsmittel gibt es sowohl online als auch im Drogeriemarkt, im Reformhaus und in der Apotheke zu kaufen.

Streichen Sie den Honig auf die Wunde und auf die umliegende unverletzte Haut und decken Sie die Wunde mit einem Verband steril ab. Als Richtwert gilt: 30 Gramm Honig für eine 10 mal 10 Zentimeter große Wunde. Wichtig: Lebensmittelhonig ist nicht für das Auftragen auf Wunden geeignet.

Bärlauchblätter und Schere auf Leinentuch
Bärlauch wirkt auf Hautverletzungen desinfizierend und kann eine Infektion der Wunde verhindern© iStock/AksanaYasiuecheia
 

Bärlauch auf Wunden

Die Bärlauch-Pflanze versorgt uns mit hochwertigen ätherischen Ölen, Vitamin C, Schwefel – und vor allem Allicin. Und das wirkt nicht nur antibiotisch, sondern fördert auch die Wundheilung. Anwendung findet die Heilpflanze vor allem als Umschlag zur äußerlichen Anwendung bei schlecht heilenden oberflächlichen Wunden.

Dazu übergießen Sie die frischen Blätter zur Keimverminderung mit kochendem Wasser und zerstampfen sie. Mit einer geeigneten Wundauflage, z.B. aus Verbandmull, wird anschließend ein Breiumschlag angerührt. Diesen legen Sie auf die betroffene Hautstelle auf und lassen ihn bis zum Erkalten auf der Wunde.

 
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