Erste Hilfe nach Grillunfällen

Ein Mann grillt
Durch einige Vorsichtsmaßnahmen lässt sich das Risiko von Grillunfällen deutlich senken © Fotolia

Jedes Jahr kommt es in Deutschland laut Angaben des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) zu rund 4.000 Grillunfällen. Häufig sind schwere Verbrennungen die Folge. Wenn Ersthelfer jetzt falsch handeln, kann die Folge eine noch schlimmere Verletzung sein. So geht es richtig.

Häufigste Ursache für Grillunfälle ist der falsche Umgang mit Brandbeschleunigern, Spiritus oder Benzin. Sie werden in die Glut gekippt, um den Grill schneller anzuheizen. Dabei kann eine Stichflamme entstehen, die nicht nur die Person am Grill verletzt, sondern auch auf umstehende Personen übergreifen kann.

 

Bei schweren Verbrennungen Notarzt rufen

Rufen Sie bei schweren und bei großflächigen Verbrennungen sofort den Rettungsdienst (Notruf 112). Besonders bei Verbrennungen im Gesicht oder, wenn heiße Luft eingeatmet wurde, kann die Situation für den Verletzten lebensbedrohlich werden. Verbrennungen verursachen außerdem große Schmerzen, die der Notarzt durch gezielte medikamentöse Gaben begrenzen kann.

 

So löschen Sie Flammen am Körper

Ersticken Sie in Brand geratene Kleidung, indem Sie eine Decke fest auf den Körper drücken und die Flammen vom Kopf an abwärts ausstreichen. Doch Vorsicht: Hierfür auf keinen Fall eine Decke aus synthetischen Fasern verwenden! Löschen Sie den Brand mit Wasser. Sollte ein Feuerlöscher zur Hand sein, dürfen Sie den Schaum niemals ins Gesicht der betroffenen Person spritzen. Am Rest des Körpers darf der Feuerlöscher eingesetzt werden – und zwar in kurzen Löschstößen, ebenfalls vom Kopf an abwärts. Entfernen Sie verbrannte Kleidungsstücke, sofern sie nicht mit der Haut verklebt sind. Das ist wichtig, weil die Kleidung die Hitze speichert und so weiteres Gewebe schädigen kann.

 

Große Brandwunden nicht kühlen

Hautschädigungen bei Verbrennungen sind nach wenigen Sekunden abgeschlossen. DRK-Bundesarzt Professor Dr. Peter Sefrin rät: „Brandwunden nicht kühlen. Bei kleinflächigen Wunden (kleiner als die Handinnenfläche) kann zur Schmerzlinderung kurzfristig gekühlt werden.“ Eine länger andauernde Kühlung mit Wasser kann bei großflächigen Verletzungen Unterkühlungen nach sich ziehen. Bedecken Sie die Wunde stattdessen mit einem (Brandwunden)-Verbandtuch aus dem Verbandkasten Ihres Autos. Verbinden Sie sie anschließend locker und ohne Druck. Decken Sie den Verletzten gegebenenfalls mit der Rettungsdecke zu, um eine Auskühlung zu verhindern. Hände weg von Hausmitteln wie Salben, Öle oder Mehl!

 

So beugen Sie Grillunfällen vor

  • Verwenden Sie zum Grillen nur feste Grillanzünder und Brennpasten. Gießen Sie niemals flüssigen Brennstoff wie Spiritus, Benzin oder andere Brandbeschleuniger auf die heiße Kohle!
  • Halten Sie stets einen Eimer mit Löschwasser griffbereit.
  • Steht der Grill sicher? Oder könnten spielende Kinder oder tobende Hunde ihn umwerfen?
  • Achten Sie darauf, dass keine alkoholisierten Personen den Grill bedienen. Klären Sie Kinder ihrem Alter entsprechend über den Umgang und die Gefahren von offenem Feuer auf.

Weitere Tipps für einen gesunden Grillabend finden Sie in unserer Bildergalerie – hier klicken.

Hamburg, 12. Juni 2015

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