Erste Hilfe beim kardiogenen Schock

Stabile Seitenlage
Ist ein Patient mit kardiogenem Schock bewusstlos, bringen Sie ihn in die stabile Seitenlage © Fotolia

Bei einem Herzinfarkt, Herzrhythmusstörungen oder anderen Herzkrankheiten kann es zu einem kardiogenen Schock kommen – der Zustand ist lebensgefährlich. Praxisvita erklärt die Erste-Hilfe-Maßnahmen.

Menschen mit einem kardiogenen Schock klagen oft über ähnliche Beschwerden wie bei einem Herzinfarkt. Sie haben starke Schmerzen im Brustbereich – die auch in andere Körperteile ausstrahlen können –, große Angst, Atemnot, blasse Haut. Es kann zu Wassereinlagerungen in den Beinen, Stauungen in den Halsvenen, einem schnellen, unregelmäßigen oder – anders als bei anderen Schockarten – verlangsamten Puls kommen. Der Blutdruck ist meist niedrig und eventuell an Armen oder Beinen nicht mehr zu ermitteln.

 

Kardiogener Schock ist Folge einer Erkrankung

Kardiogener Schock durch Bisoproblol

Gehört zur Gruppe der Beta-Blocker (Beta-Rezeptoren-Blocker). Der Wirkstoff wird bei Bluthochdruck und chronischer Herzschwäche eingesetzt.

Empfohlene Dosis

Erwachsener: 2,5 - 10 mg / Tag Kind: nicht empfohlen, da keine Therapieerfahrung

Giftige Dosis

Erwachsener: ab 200 mg / Tag Kind: keine Angabe

Das passiert bei Überdosierung

Starker Blutdruckabfall, ein verlangsamter Herzschlag, Herzmuskelschwäche sowie ein kardiogener Schock. Zudem können Bewusstseinsstörungen, Atembeschwerden sowie Übelkeit und Krampfanfälle auftreten.

Der kardiogene Schock (kardiogen: vom Herz ausgehend) ist Folge einer schweren Erkrankung. Es kann eine Herzmuskelschwäche vorliegen, ein Herzklappenfehler, eine Entzündung des Muskels oder ein Infarkt. Auch schwere Rhythmusstörungen oder Schädigungen der Hauptschlagader können zum schockartigen Leistungsabfall des Herzens führen. Es ist nicht mehr in der Lage, den Körper und seine Organe angemessen mit Blut zu versorgen. Unabhängig vom akuten Geschehen sind also weitere Behandlungen nötig.

 

Kardiogener Schock: Die richtige Lagerung

Im Gegensatz zur Behandlung von anderen Schockarten darf bei einem kardiogenem Schock keine Schocklage hergestellt werden. Denn durch diese Lage mit erhöhten Beinen soll ja ein verstärkter Blutfluss zum Oberkörper erreicht werden. Dies würde jetzt jedoch den geschädigten Pumpmuskel zu stark belasten. Der Patient sollte stattdessen mit leicht erhöhtem Oberkörper lagern. Je nach seinem Blutdruck auch flacher. Ist der Blutdruck sehr schwach, sollte der Patient flach auf dem Rücken liegen.

 

Bei kardiogenem Schock auf Wiederbelebung vorbereiten

Hilfreich für Betroffene, die sich allein aufrecht halten können, ist die „atemerleichternde Haltung": Mit ausgestreckten Beinen auf dem Boden sitzend, den Oberkörper nach hinten mit beiden Armen abgestützt. Die Kleidung des Patienten sollte gelockert werden. Er darf nichts zu trinken bekommen. Denken Sie bei aller Aufregung daran, die Situation zu beruhigen. So schnell wie möglich einen Notarzt rufen. Bei Bewusstlosigkeit den Patienten in die stabile Seitenlage bringen. Wie bei jeder Schockart unbedingt auf eine Herzdruckmassage und Atemspende vorbereiten.

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