Erste Hilfe bei Pilzerkrankungen

Anhand einer Pilzkultur eine Pilzerkrankung nachweisen
Ärzte können einen Abstrich machen, daraus eine Pilzkultur anlegen und so nachweisen, ob eine Pilzerkrankung vorliegt © Fotolia

Die meisten Pilze sind ständig auf unserer Haut und im Darm. Gefährlich wird es nur, wenn sie sich rasch vermehren.

Sie sind unangenehm und vielen auch peinlich - Pilzerkrankungen. Dabei ist der Grund für die Ansteckung keine Frage mangelnder Hygiene, sondern oft ein geschwächtes Immunsystem oder ein geschädigter Säureschutzmantel der Haut. Aber auch kleine Risse im Hautgewebe ermöglichen den Sporen in den Körper einzudringen und anzugreifen. Wer einen Pilz hat, sollte ihn schnell behandeln, sonst riskiert er, dass dieser auch "wandert".

 

Fußpilz

Juckende, gerötete und sich schuppende Haut in den Zehenzwischenräumen - zwei Drittel der Betroffenen ignorieren die ersten Anzeichen einer Infektion. Dabei ist der Fußpilz sehr ansteckend - nicht nur für andere, sondern auch für uns selbst. So können die winzigen Erreger unbehandelt auch Leistengegend oder Hände befallen.

Woher der Pilz kommt Infektionsherde sind z. B. öffentliche Schwimmbäder, Socken aus Kunstfasern und zu enges Schuhwerk. Häufig gibt man den Pilz auch in der Familie weiter.

Das hilft: Salben mit dem Wirkstoff Clotrimazol oder Terbinafin (beide Apotheke) haben eine pilztötende Wirkung. Sie sollten mindestens eine Woche über das Abklingen der Symptome hinweg angewendet werden - denn Fußpilz ist äußerst hartnäckig. Ganz wichtig: Salbe nur auftupfen, damit keine weiteren Mikrorisse in der Haut entstehen. Füße außerdem täglich mit einer pH-neutralen Seife vorsichtig waschen.

Was vor Fußpilz schützt: Das A und O ist, die Füße trocken zu halten und täglich die Socken zu wechseln. In Schwimmbädern und in der Saune unbedingt Badeschlappen tragen. Vermeiden Sie zu enges Schuhwerk - das behindert die natürliche Hautatmung und schafft ein tropisches Klima, ideal für Pilze. Vorsicht ist auch im eigenen Haushalt geboten. Pilze und ihre Sporen können nämlich im Wäschekorb auf andere Kleidung übergehen. Tipp: Socken getrennt von der restlichen Wäsche reinigen - bei mindestens 60 Grad werden die Erreger abgetötet.

 

Nagelpilz

Gelblich und verdickt - Nagelpilz! Er ist unschön und kann auch zu Schmerzen beim Gehen führen. Die Sporen sind höchst hartnäckig, sie sollten daher ärztlich behandelt werden.

Das hilft: Spezielle Tinkturen und Nagellacke (Antimykotika, Apotheke) stoppen das Pilzwachstum. Doch das braucht Zeit - die Therapie dauert ca. sechs Monate. Ist der Nagelpilz weit fortgeschritten, verschreibt der Arzt Tabletten. Der pilztötende Wirkstoff erreicht die Sporen dann über die Blutbahn und lagert sich ins Nagelbett ein.

Was vor Nagelpilz schützt: Badematten, Handtücher und Socken grundsätzlich bei 60 Grad waschen. Hausschuhe im Hotel und Badeschlappen im Schwimmbad tragen - so umgehen Sie die typischen Pilz-Fallen.

 

Darmpilz

Der Candida albicans ist ein Hefepilz, den 75 Prozent aller Menschen im Darm beherbergen. In der Regel verursacht er keinerlei Beschwerden. Ist das Immunsystem allerdings geschwächt, vermehrt sich der Darmpilz - und das kann zu Blähbauch, Durchfall oder Sodbrennen führen.

Das hilft: Medikamente mit dem Wirkstoff Nystatin (Apotheke) töten den Pilz ab. Achtung: Der Candida albicans ernährt sich gern von Zucker. Darum eine Zeit lang zuckerreduziert essen - das hemmt den Hefepilz in seinem Wachstum.

Was vor Darmpilz schützt: Täglich viel Ballaststoffe (Äpfel, Vollkornbrot, Trockenobst) und Naturjogurt auf den Teller - das unterstützt die Darmflora und beugt der Pilzvermehrung vor.

Quelle: Fernsehwoche , 14/2013

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