Erste Hilfe bei Kindern: Wie behandelt man Insektenstiche?

Dr. med. Nadine Hess

Während Mückenstiche häufig nur unangenehm sind, können Bienen- oder Wespenstiche sehr schmerzhaft sein. Wie sie solche Insektenstiche bei Ihrem Kind behandeln können und was zu tun ist, wenn der Nachwuchs eine Allergie hat, erklärt Kinderärztin Dr. Nadine Hess.

Kinderärztin Dr. Nadine Hess
Expertin Dr. Hess: „Wird durch Insektenstiche ein allergischer Schock ausgelöst, muss sofort der Notruf verständigt werden.“ © Privat
 

Das sagt die Kinderärztin Dr. Nadine Hess

Sofern keine Allergie vorliegt, sind kleine Wunden durch Insektenstiche eher lästig als gefährlich. Das gilt besonders für Mückenstiche, die zwar meist unangenehm jucken, aber sonst keine weiteren Beschwerden verursachen. In diesen Fällen bewährt sich die Zwiebel als Hausmittel: Legen Sie einfach eine frisch aufgeschnittene Zwiebel auf die Stichwunde. Ihr Saft lindert das Jucken und wirkt gleichzeitig antibakteriell.

Honigbiene
Honigbienen sind friedfertiger als Wespen . Wenn Sie doch mal zustechen, bleibt der mit einem Widerhaken versehen Stachel stecken. Entfernen Sie ihn mit einer Pinzette © Fotolia
 

Insektenstiche: Lästig, aber ungefährlich?

Im Gegensatz zu einem Mückenstich können Bienen- oder Wespenstiche nicht nur schmerzhaft sein – liegt eine Allergie vor, kann durch den Stich ein allergischer Schock ausgelöst werden. Wenn Sie nicht wissen, ob der Nachwuchs eine Allergie hat, achten Sie auf typische Symptome: Wird das Kind bewusstlos, leidet es unter Atemnot, rasendem Puls oder Erbrechen, sind das deutliche Anzeichen eines allergischen Schocks. Dasselbe gilt, wenn die Stichwunde ungewöhnlich stark anschwillt oder sich Quaddeln bilden. Tipp: Malen Sie einen Kreis um die Stelle, damit Sie beurteilen können, ob die Rötung in kurzer Zeit größer wird. Ist das der Fall, spricht man von einer verstärkten Lokalreaktion und es sollte ein Arzt aufgesucht werden.

 

Wie behandle ich Insektenstiche?

Ist das Kind nicht allergisch, gilt es in erster Linie die Schmerzen zu stillen, die durch Insektenstiche entstehen. Bienen besitzen einen Widerhaken, wodurch der Stachel in der Haut stecken bleibt. Am besten benutzen Sie zum Entfernen eine Pinzette. Hier zählt Schnelligkeit: Je länger der Stachel steckenbleibt, desto mehr Gift kann abgegeben werden. Und umso heftiger fällt die anschließende Schwellung aus. Wespen können dagegen mehrfach zustechen. Die Wunde ist ähnlich wie bei den Bienen: rundlich und meist rötlich verfärbt. Anschließend sollte die Wunde gekühlt werden. Schlagen Sie dazu ein Kühlkissen in ein Tuch ein und halten Sie es gegen die Verletzung. Alternativ kann auch ein kalter nasser Lappen verwendet werden.

 

Insektenstiche im Mundraum

Durch Insektenstiche im Mundraum besteht Erstickungsgefahr – rufen Sie deshalb unbedingt den Notarzt! Wenn möglich sollte das Kind bis zum Eintreffen der Rettungskräfte ständig Eis lutschen. Alternativ können Sie dem Nachwuchs auch kalte Umschläge um den Hals legen.

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