Erstaunliche Heilkraft: Wie positive Gedanken gesund machen

Positive Gedanken können Krankheiten heilen
Das Leben ist kein Wunschkonzert? Das ist nicht ganz wahr: Positive Gedanken können sogar die Heilung von Angina-pectoris-Patienten beeinflussen © Fotolia

Wer fest genug daran glaubt, kann mit positiven Gedanken Krankheiten besiegen. Das belegen jetzt Studien. Sogar bei schweren Krankheiten wie Gebärmutterhalskrebs oder Angina pectoris half der Placebo-Effekt.

Als die Amerikanerin Louise L. Hay erfuhr, dass sie an Gebärmutterhalskrebs erkrankt war, hatte sie sich schon lange mit sogenannten „Affirmationen" beschäftigt – das sind kleine, sprachliche Kraftpakete, die positive Bilder in unserem Bewusstsein aktivieren. Nach der Diagnose entschied Louise, sich nicht sofort, sondern erst in einigen Monaten operieren zu lassen. Und setzte zunächst auf Ernährungsumstellung, Reflexmassagen, vor allem aber auf positive Gedanken. Als der Krebs operiert werden sollte, war er verschwunden. Louise Hay ist bis heute überzeugt: Die Heilkraft ihres Denkens machte sie gesund.

 

Mumpitz oder Medizin?

Louise Hay schrieb mehrere Bestseller und zog so nicht nur Tausende von Anhängern in ihren Bann, ihre Thesen rufen auch immer wieder Kritiker auf den Plan. Zu Recht, denn natürlich sollte niemand glauben, lebensbedrohliche Krankheiten wie Krebs allein durch positives Denken bekämpfen zu können. Wie sehr es aber tatsächlich zur Heilung beträgt, belegten auch konservative Forscher in mehr als 1.200 Untersuchungen der letzten Jahre.

 

Schein-OP bei Angina pectoris

Den Effekt, den sie erforschen, hat wohl jeder schon erlebt: Wenn eine Mutter auf die Wunde eines Kindes pustet und daraufhin die Tränen nicht mehr kullern. Oder wenn die Kopfschmerztablette gleich nach dem Einnehmen wirkt, obwohl der Magen sie noch gar nicht verarbeitet hat. Dieser sogenannte Placebo-Effekt (Placebo bedeutet: „Ich werde gefallen") zeigte sich bisher am stärksten bei Schein-OPs. Nachdem US-Chirurgen Herzkranke mit Angina-Pectoris in zwei Gruppen eingeteilt hatten, wurde bei der ersten eine Arterie am Herz verschlossen, um die Beschwerden zu lindern. Bei der zweiten Gruppe wurde zwar auch der Brustkorb geöffnet, aber keine Arterie verschlossen. Niemand wusste, ob er scheinoperiert wurde oder nicht. Das Verblüffende: Hinterher ging es in beiden Gruppen etwa gleich vielen Patienten erheblich besser. Einige Placebo-Operierte waren sogar körperlich belastbarer als vor ihrer Schein-OP! Dass allein der Glaube an den Effekt von Pillen und Behandlungen heilsam sein kann, belegt auch eine Studie, in der Patienten mit Rückenschmerzen teilweise eine Akupunkturbehandlung bekamen, während anderen willkürlich Nadeln in die Hautoberfläche gestochen wurden. Auch hier fühlten sich danach in beiden Gruppen etwa gleich viele Patienten besser.

 

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Heilung durch Placebo-Effekt

Was steckt hinter dem Placebo-Effekt? Viele Forscher halten ihn für angeboren und begründen ihn so: Vor dem Siegeszug der Medikamente war klar im Vorteil, wer an die Heilkraft von Heilern glaubte. Wer seinerzeit auf eine scheinbar wirksame Behandlung des Heilers ansprach, erholte sich von seinem Leiden. So verschaffte der Placebo-Effekt diesen Menschen einen deutlichen Überlebensvorteil und verankerte sich fest in unseren Genen. Ein These, die einleuchtet: Denn der Gedanke, dass in jedem Menschen ein Heiler innewohnt, ist so alt wie die Menschheit selbst. Als esoterisch gilt er längst nicht mehr: Weltweit wird an Placebos geforscht, die „Positive Psychologie", die auf der Grundlage optimistischen Denkens basiert, boomt seit Jahren. Affirmationen wie die, die Louise L. Hay von ihrer Krankheit heilten, werden mit Erfolg in Therapien eingesetzt. Der Glaube ans Gesundwerden ist ein Fundament. Das wusste auch Buddha, der sagte: „Das was Du heute denkst, wirst Du morgen sein."

 

Was ist ein „Nocebo"?

Im Gegensatz zum Placebo-Effekt erfolgt beim „Nocebo"-Effekt eine negative Reaktion. Klinische Studien belegen ihn. Nocebo heißt: „Ich werde schaden". Der Effekt tritt ein, wenn Patienten glauben, dass eine bestimmte Medikation oder Behandlung ihnen schadet. Diese Personen erkranken dann tatsächlich oder zeigen die befürchteten Symptome.

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