Erschreckende Nebenwirkung: Schlafmittel lösen Alzheimer aus

Schlafmittel lösen Alzheimer aus
Nach Aussagen von Forschern sollten Ärzte und Patienten in Zukunft die Vor- und Nachteile von chemisch-synthetischen Schlafmitteln genauer abwägen © Fotolia

Eine aktuelle Studie zeigt, dass der leichtfertige Umgang mit verschreibungspflichtigen Schlafmitteln nicht nur direkt in die Abhängigkeit führen kann, sondern auch das Demenzrisiko deutlich erhöht. Praxisvita hat für Sie die Fakten.

Forscher der Universität von Bordeaux warnen vor der Einnahme von Schlafmitteln über einen längeren Zeitraum. Medikamente auf Basis des Wirkstoffs Benzodiazepin – sie werden nicht nur bei Schlafstörungen sondern auch bei Krämpfen und Angstzuständen verschrieben – steigern demnach das Risiko, an Alzheimer zu erkranken.

 

Ab wann werden Schlafmittel gefährlich?

Die Wissenschaftler stellten fest: Bei einer mindestens dreimonatigen Einnahme dieser Schlafmittel erhöht sich das Risiko, im Alter Alzheimersymptome zu entwickeln, durchschnittlich um 51 Prozent. Patienten, die Benzodiazepin-Präparate über einen Zeitraum von mehr als sechs Monate verschrieben bekamen, hatten sogar ein um 80 Prozent gesteigertes Demenzrisiko.

Für die Studie untersuchten die Forscher rund 1.800 Probanden, die an Alzheimer erkrankt waren. Über 7.000 Studienteilnehmer litten dagegen nicht an dieser Form der Demenz und stellten für die Analyse die Kontrollgruppe. Alle Probanden waren über 65 Jahre und hatten im Laufe ihres Lebens Schlafmittel mit dem Wirkstoff Benzodiazepin verschrieben bekommen.

Die gewonnenen Erkenntnisse sollten nach Ansicht der Forscher für Ärzte und Patienten ein Warnzeichen sein, den eigenen Umgang mit Schlafmitteln zu überdenken. Der Einnahmezeitraum von mehr als drei Monaten sollte laut Studie möglichst nicht überschritten werden.

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