Ernährungsformen Was sind Flexitarier?

Redaktion PraxisVITA
Flexitarier essen gelegentlich Fleisch
Flexitarier sind im Grunde ihres Herzens Vegetarier, die aber Fleisch essen – nur nicht so häufig und so oft wie früher © istock/MarianVejcik
Inhalt
  1. Wie oft essen Flexitarier Fleisch?
  2. Warum werden Menschen Flexitarier?
  3. Sind Sie vielleicht auch schon ein Flexitarier?
  4. Flexitarier – die flexiblen Vegetarier
  5. Flexitarier leben gesund

Ohne Verbote, dafür gesünder und mit vollem Genuss – der neue Ernährungstrend begeistert immer mehr Deutsche. Welche Nahrungsmittel Flexitarier konsumieren und ob die Ernährungsform sinnvoll und gesund ist, erfahren Sie hier.

Flexitarier nennen sich Menschen, die sich vegetarisch ernähren – nur eben flexibel. Aus diesem Grund bezeichnet man sie auch als „Teilzeit-Vegetarier“. Das Prinzip ist einfach: Flexitarier gestalten ihren Alltag grundsätzlich fleischfrei, erlauben sich jedoch, zu besonderen Anlässen auch mal zur Bratwurst oder zum guten Steak zu greifen.

 

Wie oft essen Flexitarier Fleisch?

Für den Verzehr von Fleisch gelten für Flexitarier keine festgelegten (Maximal-)Mengen. Die meisten Flexitarier verzichten etwa an drei oder mehr Tagen in der Woche auf Fleisch. Einige Flexitarier essen ausschließlich Bio-Fleisch und Geflügel, andere konsumieren Fleisch nur zu besonderen Anlässen, wieder andere essen regelmäßig Fleisch, aber nur sehr geringe Mengen. Stattdessen kommen Vollkornprodukte, Hülsenfrüchte, Sojaprodukte und viel Gemüse und Obst (gerne in Bioqualität) auf den Teller.

 

Warum werden Menschen Flexitarier?

Flexitarier möchten vor allem ihre Gesundheit fördern, ethische Werte und der Umweltschutz spielen eine geringe Rolle. Statt billig soll Essen gesund und frisch zubereitet sein. Motto: Dem Körper und dem Gewissen etwas Gutes tun – ohne dabei zu übertreiben.

 

Sind Sie vielleicht auch schon ein Flexitarier?

Der neue Trend begeistert immer mehr Deutsche: Nach einer Studie der Universitäten Göttingen und Hohenheim machen zwölf Prozent der Bundesbürger mit. Weitere zehn Prozent wollen den Fleischkonsum verringern. Nur 3,7 Prozent ernähren sich rein vegetarisch und verzichten vollkommen auf Fleisch und Co.

Flexitarier achten auf Bio-Qualität
Flexitarier achten bei Produkten wie Milch, Eiern oder Obst und Gemüse besonders auf Bioqualität © istock/masaltof
 

Flexitarier – die flexiblen Vegetarier

Ursprünglich kommt der Ernährungstrend aus Übersee. Die US-Amerikanerin Helga Morath hatte den Begriff Flexitarier (setzt sich aus den Worten flexibel und Vegetarier zusammen) 1992 erfunden, weil sie Gerichte auf ihrer Speisekarte genauer beschreiben wollte.

Die Gastronomin traf damit einen Nerv und kreierte ein neues Lebensgefühl: Ohne Verbote, dafür gesünder und mit vollem Genuss essen – das halten auch Experten für den richtigen Weg. Denn: Übermäßiger Fleischkonsum erhöht das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Übergewicht, Diabetes und Krebs.

Vor allem die gesättigten Fettsäuren in rotem Fleisch machen dem Körper zu schaffen. Aber: Nicht Vegetarier leben am längsten, sondern Menschen, die neben viel Gemüse, Obst, Fisch gelegentlich Fleisch essen. Das hat eine große, seit 18 Jahren laufende Studie mit phasenweise 450 000 Teilnehmern gezeigt.

„Das Ergebnis ergibt Sinn, denn Fleisch enthält eine Reihe gesundheitsfördernder Substanzen“, erklärt Professorin Sabine Rohrmann aus Zürich in der Apotheken Umschau. Die sind zwar auch in Pflanzen vorhanden, doch aus tierischen Produkten kann der menschliche Körper sie besser verwerten.

Flexitarier essen viel Gemüse
Flexiaterie sind schlanker, sportlicher und zufriedener mit ihrem Körpergewicht als der Durchschnitt © istock/Yuri_Arcurs
 

Flexitarier leben gesund

„Flexitarische Ernährung ist genau das Richtige“, bestätigt auch Professor Helmut Heseker, Präsident der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE). Denn so nehme man lebenswichtige Nährstoffe im optimalen Maß zu sich. Die Empfehlungen der DGE liegen bei 300 bis 600 Gramm Fleisch pro Woche. Das wären etwa 15 bis 30 Kilogramm im Jahr. Und damit rund halb so viel wie heute der jährliche Pro-Kopf-Verzehr in Deutschland – der bei etwa 60 Kilogramm pro Jahr liegt.

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