Gladiatoren-Diät: Abnehmen wie in der Antike

Redaktion PraxisVITA

Es klingt ungewöhnlich, ist aber effektiv: Wie Gladiatoren zu essen, kann dabei helfen, das ein oder andere Kilo zu verlieren. Besonders für Vegetarier ist die Gladiatoren-Diät zum Abnehmen geeignet, denn Fleisch war überraschenderweise gar kein Bestandteil der Gladiatoren-Nahrung.

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Die meisten Menschen denken bei römischen Gladiatoren an grobschlächtige Typen, die haufenweise Fleisch verzehrten, um ihre Muskelberge zu erhalten. Doch eine Studie hat bereits vor einigen Jahren herausgefunden, was Gladiatoren gegessen haben. Sie verfolgten einen strengen Ernährungsplan, der heute noch seine Berechtigung hat – denn mit der Gladiatoren-Diät können Sie auf gesunde Weise Gewicht verlieren.  

 

Gladiator-Ernährung: Kein Fleisch, viel Getreide

Der Speiseplan vermeintlich muskelbepackter Gladiatoren eignet sich hervorragend zum Abnehmen. Eine Untersuchung der Medizinischen Universität Wien zeigt nämlich, dass sich Gladiatoren ganz anders ernährten, als man gemeinhin denkt. Die Forscher haben Knochen von Gladiatoren aus dem zweiten bis dritten Jahrhundert untersucht, um Aufschluss über die Ernährungsweise der römischen Kämpfer zu bekommen. Historische Aufzeichnungen unterstützten die überraschenden Befunde:

Die Ernährung von Gladiatoren war vegetarisch und reich an Proteinen und Kohlenhydraten. Fleisch stand – trotz aller körperlichen Anstrengungen – in der Regel nicht auf dem Speiseplan, dafür aber viel Hülsenfrüchte, wie Bohnen und Getreideprodukte. In zeitgenössischen Quellen werden die Berufskämpfer wegen dieser Essgewohnheiten sogar häufig als "hordearii" – sogenannte „Gerstenfresser“ – bezeichnet.

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Gladiatoren-Diät besteht aus Kohlenhydraten und Proteinen

Nicht nur für Vegetarier ist die Gladiatoren-Diät geeignet, sondern auch für alle, die ihre Diät mit regelmäßigen Sporteinheiten verbinden möchten. Für die körperliche Leistungsfähigkeit braucht der Körper nämlich Kohlenhydrate, nach dem Training sollten hingegen für die Regeneration viele Proteine auf dem Speiseplan stehen. Die Verbindung aus gesunden Getreide-Lebensmitteln wie Reis und Vollkornbrot und pflanzlichen Proteinquellen ist daher ideal für eine Sport-basierte Diät.

Aber Bohnen und Reis sind nicht die einzigen Lebensmittel, die in einer Gladiatoren-Diät erlaubt sind. Gemüse und Obstsorten mit einem geringen Zuckeranteil sowie Nüsse und Samen und ein geringer Anteil an Eiern und Milchprodukten vervollständigen den Ernährungsplan. Verarbeitete Produkte, Zucker sowie Alkohol und Kaffee sind hingegen tabu. Somit ist die Gladiatoren-Diät der Inbegriff einer gesunden und ausgewogenen Ernährung, die zu einer schlankeren Linie verhilft. Ein strikter Diät-Plan ist dafür gar nicht nötig. Der Verzicht auf Fleisch(produkte), Schokolade und verarbeitete Lebensmittel genügen bereits, um den Fettabbau zu fördern. Wichtig ist es allerdings, das Essen auf drei feste Mahlzeiten zu beschränken.

Ein Tag während der Gladiator-Diät könnte so aussehen:

  • Morgens: Haferflocken mit Leinsamen und Sonnenblumenkernen in Hafer- und Mandelmilch, dazu Blaubeeren
  • Mittags: Reis mit gebratenem Gemüse
  • Abends: Kichererbsen-Salat mit Tomaten, roten Zwiebeln und etwas Feta-Käse, dazu eine Scheibe Vollkornbrot

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Ernährung der Gladiatoren: Natürliche Power-Shakes

Die Gladiatoren-Diät lässt sich auch gut mit Formula-Diäten verbinden, bei denen mit Nährstoffen angereicherte, kalorienreduzierte Abnehmshakes entweder alle oder ein, zwei Mahlzeiten ersetzen. Wie das mit der Gladiatoren-Ernährung zusammenhängt? Die Forscher der Universität Wien sind bei ihren Untersuchungen auf eine weitere Besonderheit gestoßen: Gladiatoren tranken einen speziellen Mineralien-Drink, der vermutlich vor den Kämpfen als Stärkungsmittel und knochenaufbauendes Elixier dienen sollte.

Die Forscher konnten nachweisen, dass die Gladiatoren ­– zur Aufnahme von wichtigen Mineralstoffen wie z.B. Kalzium, Magnesium oder Strontium – kalte Asche in Form von dickflüssigen Shakes einnahmen. Das Interessante: Auf diese Weise wollten die Extremsportler schon in der Antike Knochenbrüche und körperliche Ermüdungserscheinungen vermeiden. Den Forschern zufolge sei der so erzielte gesundheitliche Effekt vergleichbar mit einer Kalzium- oder Magnesiumtablette.

Um Kalorien zu reduzieren und den Körper mit zusätzlichen Nährstoffen zu versorgen, können Abnehmshakes (natürlich nicht aus Asche) die Gladiatoren-Diät gut ergänzen und schneller für Abnehmerfolge sorgen.

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Quelle:

Lösch, Sandra u.a (2014): Stable Isotope and Trace Element Studies on Gladiators and Contemporary Romans from Ephesus (Turkey, 2nd and 3rd Ct. AD) - Implications for Differences in Diet, in: journals.plos.org

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