Ernährungs-Mythos: Forscher entschlüsseln die „Gladiatoren-Diät“

Gladiatoren Diät
Die Ernährung der Gladiatoren folgte einem strengen Diät-Plan © Fotolia

Die meisten Menschen denken bei römischen Gladiatoren an grobschlächtige Typen, die – den Tod direkt vor Augen – wenig auf eine gesunde Ernährung gaben. Doch eine Studie zeigt, dass sich die Berufskämpfer eher wie Hochleistungssportler verhielten und einen strengen Ernährungsplan verfolgten, der überrascht.

Tatsächlich eignet sich der Speiseplan vermeintlich muskelbepackter Gladiatoren hervorragend zum Abnehmen. Eine aktuelle Untersuchung der Universität Wien zeigt nämlich, dass sich Gladiatoren im Grunde fast ausschließlich vegetarisch ernährten. Fleisch stand – trotz aller körperlichen Anstrengungen – in der Regel nicht auf dem Speiseplan.

 

„Gersten-Fresser“

Gladiatoren im antiken Rom ernährten sich demnach vor allem von Bohnen und Getreideprodukten. In zeitgenössischen Quellen werden die Berufskämpfer wegen dieser Essgewohnheiten sogar häufig als "hordearii" – sogenannte „Gersten-Fresser“ – bezeichnet.

Eine weitere Besonderheit ihres Speiseplans war ein spezieller Mineralien-Drink, der vor den Kämpfen vermutlich oft als Stärkungsmittel und knochenaufbauendes Elixier getrunken wurde. Die Forscher konnten nachweisen, dass die Gladiatoren ­– zur Aufnahme von wichtigen Mineralstoffen wie z.B. Kalzium, Magnesium oder Strontium – kalte Asche in Form von dickflüssigen Shakes einnahmen. Das Interessante: Auf diese Weise wollten die Extremsportler schon in der Antike Knochenbrüche und körperliche Ermüdungserscheinungen vermeiden. Den Forschern zufolge sei der so erzielte gesundheitliche Effekt vergleichbar mit einer Kalzium- oder Magnesiumtablette.

Hamburg, 23. Oktober 2014

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