Studie: Abwechslungsreiche Ernährung fördert Übergewicht

Carolin Banser Medizinredakteurin
Abwechslunsgreiche Ernährung
Eine abwechslungsreiche Ernährung gehört zu den wesentlichen Säulen unseres Wohlbefindens. Wissenschaftler fanden jetzt allerdings heraus, dass Ernährungsvielfalt das Risiko für Fettleibigkeit erhöht © istock/HannesEichinger

Viele Menschen glauben, dass eine abwechslungsreiche Ernährung die Gesundheit verbessert und das Körpergewicht normalisiert. Doch ist das wirklich so? Amerikanische Forscher behaupten jetzt das Gegenteil! Zu den Hintergründen.

Wir sollten uns abwechslungsreich ernähren – immer wieder beten uns Ärzte und Ernährungsratgeber das vor. Aber: Diese Forderung scheint in vielen Fällen der Grund für Übergewicht zu sein. So lässt sich das Ergebnis einer amerikanischen Studie zusammenfassen, die in dem englischsprachigen Online-Fachmagazin "Circulation" vorgestellt wurde. Wissenschaftler der University of Texas und der American Heart Association haben jetzt herausgefunden, dass eine abwechslungsreiche Lebensmittelauswahl unser Gewicht negativ beeinflusst. Grund, laut der Forscher: Mit einer abwechslungsreichen Ernährung steigt der Kalorienverbrauch und damit auch das Risiko für Fettleibigkeit.

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Was bedeutet es, sich abwechslungsreich zu ernähren?

Das Problem ist die breite Palette an Lebensmitteln, die wir mit einer abwechslungsreichen Ernährung assoziieren. Sie bildet zwar die Basis für einen gesunden Lebensstil. Die Mehrheit der Deutschen weiß jedoch nicht, was abwechslungsreich im Zusammenhang mit einer gesunden Ernährung bedeutet, so die Experten. Ihr Fazit: Um das Gewicht langfristig zu halten, ist es besser, eine geringe Menge gesunder Lebensmittel häufig zu essen, als sich besonders vielfältig zu ernähren.

 

Gewichtszunahme durch abwechslungsreiche Ernährung

Die Wissenschaftler fanden heraus, dass Menschen, die sich vielfältiger ernähren möchten zwar mehr gesunde Lebensmittel wie Obst und Gemüse, gleichzeitig aber auch immer mehr ungesundes Essen wie z.B. fettreiches Fleisch oder Süßes konsumieren. Diese Bandbreite an Lebensmitteln wirkt sich auf die Entstehung von Fettleibigkeit aus, erklärt Studienautorin Marcia C. de Oliveira Otto von der University of Texas. Hinzu kommt, dass eine größere Vielfalt von Nahrungsmitteln das Völlegefühl der Menschen verzögern kann, was wiederum ihre Nahrungsaufnahme erhöht.

Forscher der raten daher für eine erfolgreiche Diät, eine überschaubare Menge an gesunden Lebensmitteln zu essen. Dazu gehören:

  • Gemüse (1-3x täglich)
  • Bohnen (1-2x pro Woche)
  • Hülsenfrüchte (1-3x pro Tag)
  • Nüsse (max. 40 g täglich)
  • Samen und Kerne (max. 30 g täglich)
  • Obst (1-2x täglich)
  • Vollkorngetreideprodukte (rund 90 g pro Tag)
  • fettarme Milchprodukte (1-3 Portionen täglich)
  • Fisch (2-3x pro Woche)
  • Geflügel (1-3x pro Woche)
  • Eier (2-3 Eier am Tag)
  • hochwertige Fette wie Raps-, Oliven-, Lein- und Walnussöl (1 EL täglich)

Ernährungsexperten raten außerdem, weitestgehend auf rotes Fleisch, Süßigkeiten und zuckerhaltige Getränke zu verzichten.

Eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr über den Tag ist unerlässlich. Je nach Körperbau und Alter sollten es zwischen 1,5 bis 2 Liter am Tag sein. Ungesüßte Getränke wie Wasser oder Tee eignen sich besonders gut.

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Quelle

Dietary Diversity: Implications for Obesity Prevention in Adult Populations: A Science Advisory From the American Heart Association

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