Ernährung in der Stillzeit: Was Mütter wissen sollten

Redaktion PraxisVITA
Kinderärztin Dr. Nadine Hess
Expertin Dr. Hess: „Die Ernährung in der Stillzeit sollte in erster Linie ausgewogen sein. Eine spezielle Diät ist nicht erforderlich.“ © Privat

Viele Mütter sind verunsichert, ob sie während der Stillzeit ganz normal essen können oder ob es für das Baby besser wäre, eine bestimmte Diät einzuhalten. Kinderärztin Dr. Nadine Hess weiß, wie die Ernährung in der Stillzeit am besten aussehen sollte.

 

Das sagt die Kinderärztin Dr. Nadine Hess

In der Regel brauchen sich Mütter über eine spezielle Ernährung in der Stillzeit keine Gedanken zu machen. Wichtig ist, dass sie ausgewogen und nach Appetit essen – dann wird der Säugling auch mit allem versorgt, was er braucht. Die grundsätzliche Zusammensetzung der Muttermilch ist von der Ernährung der Mutter unabhängig.

Anders sieht es allerdings bei bestimmten Nährstoffen aus: Das Baby benötigt beispielsweise sogenannte mehrfach gesättigte Fettsäuren für die Gehirnentwicklung. Hier können Mütter die Versorgung des Kindes mithilfe der Ernährung unterstützen. Beispielsweise stecken die Fettsäuren in fettreichem Fisch wie Lachs oder Makrele sowie in Pflanzenölen wie Olivenöl- und Rapsöl. Diese Lebensmittel sollten daher zwei- bis dreimal wöchentlich auf dem Speiseplan stehen. Auch der Jodgehalt der Muttermilch hängt davon ab, wie gut die Mutter mit Jod versorgt ist. Mütter sollten daher einen Test beim Arzt durchführen lassen, um sicherzugehen, dass sie nicht an einem Jodmangel leiden. Liegt ein solcher Mangel vor, kann die Ernährung gezielt angepasst werden.

 

Ernährung in der Stillzeit: Wenn das Kind Unverträglichkeiten entwickelt

In Ausnahmefällen kann es möglich sein, dass die Ernährung in der Stillzeit angepasst werden muss. Denn Lebensmittelspuren wie Eiweißstoffe können mit der Muttermilch an den Säugling weitergegeben werden – und eine Überempfindlichkeitsreaktion auslösen. Diese äußert sich dann beispielsweise durch Hautausschläge, Koliken, Durchfall oder Erbrechen. In solchen Fällen sollte der Kinderarzt konsultiert werden.

Bauchschmerzen
Baby-Bauchweh lässt sich bisher nicht auf die Ernährung der Mutter zurückführen. Die Beschwerden entstehen häufig durch Luft im Bauch© Alamy

Unverträglichkeiten kommen nicht häufig vor, aber wenn, dann handelt es sich meist um eine Laktose-, Fructose- oder Glucoseintoleranz. Um festzustellen, worauf das Kind reagiert, können die Lebensmittel der jeweiligen Gruppe für einige Zeit aus dem Speiseplan gestrichen werden. Tauchen die Symptome beim Baby nicht wieder auf, ist das ein guter Hinweis auf die Unverträglichkeit.

 

Baby-Bauchweh durch die falsche Ernährung?

Es gibt keine wissenschaftlichen Belege dafür, dass ein Baby Bauchschmerzen oder Blähungen bekommt, weil die Mutter beispielsweise blähendes Gemüse oder säurehaltige Lebensmittel verzehrt. Eine gesunde Ernährung mit Obst, Gemüse und Ballaststoffen ist für Mutter und Kind gleichermaßen wichtig. Sollten Mütter das Gefühl haben, dass bestimmte Lebensmittel wie beispielsweise Zwiebeln Bauchschmerzen verursachen, können sie aber vorsorglich weggelassen werden.

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