Ernährung bei Neurodermitis: Diese Lebensmittel helfen und diese schaden

Michael van den Heuvel Medizin- und Wissenschaftsjournalist

Neurodermitis-Patienten vertragen oft bestimmte Lebensmittel nicht. Diese Nahrungsmittel schaden und diese können bei Neurodermitis helfen. 

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Inhalt
  1. Was ist Neurodermitis?
  2. Gibt es spezielle Neurodermitis-Diäten?
  3. Welche Lebensmittel sollte man bei Neurodermitis eher meiden?
  4. Welche Lebensmittel eignen sich bei Neurodermitis?
  5. Neurodermitis beim Baby – wie sieht die Ernährung aus?

Neurodermitis-Diäten, die bei allen Patienten die Beschwerden lindern, gibt es nicht. Vielmehr suchen Ärzte für die passende Ernährung bei Neurodermitis nach individuellen Unverträglichkeiten. Solche Produkte sind dann zu vermeiden: eine Regel, die auch für Babys und Kleinkinder gilt. Alle wichtigen Infos.

 

Was ist Neurodermitis?

Neurodermitis, auch atopische Dermatitis oder atopisches Ekzem genannt, ist eine entzündliche Erkrankung der Haut. Es kommt zu schuppigen, geröteten, stark juckenden Ausschlägen. Meist sind die Beugeseiten der Arme und Beine, aber auch der Nacken und die Hände betroffen. Neurodermitis kann schon bei Babys oder Kleinkindern auftreten, falls es genetische Risikofaktoren gibt. Die Symptome werden durch Allergene, Chemikalien, Hitze oder Kälte, aber auch bestimmte Lebensmittel hervorgerufen. Zur Ernährung bei Neurodermitis sollte man Verschiedenes beachten.

Frau kratzt sich am Arm
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Gibt es spezielle Neurodermitis-Diäten?

Bei Neurodermitis kann die Ernährung eine große Rolle spielen. Es gibt keine Neurodermitis-Diät für alle Patienten, weil jeder Betroffene anders auf bestimmte Lebensmittel reagiert. Das testen Ärzte mit Provokationstests. Man sollte nicht eigenmächtig Diäten durchführen. Es kann sinnvoll sein, ein Ernährungstagebuch zu führen. Vermerkt werden Speisen und Getränke, inklusive möglicher Veränderungen der Beschwerden. Wer Fertigprodukte konsumiert, sollte die Liste der Zutaten beachten. In so manchem industriell hergestellten Produkt verbergen sich Substanzen, an die man nicht denken würde. Ein Ernährungstagebuch beschränkt sich jedoch nicht auf Speisen und Getränke. Es sollte auch Angaben über weitere mögliche Auslöser enthalten, beispielsweise das Wetter, Stress oder neue Produkte zur Körperpflege. Das alles dokumentiert man mindestens zwei, besser drei bis vier Wochen.

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Welche Lebensmittel sollte man bei Neurodermitis eher meiden?

Bei Neurodermitis gibt es dennoch Lebensmittel, auf die viele – nicht alle – Patienten reagieren.

Dazu zählen:

  • Nüsse aller Arten, oft Erdnüsse,
  • Sojaprodukte,
  • Verschiedene Obstsorten, vor allem Erdbeeren, Bananen, Äpfel, Birnen, Pfirsiche,
  • Verschiedene Gemüsesorten, vor allem Tomaten, Karotten, Sellerie, verschiedene Bohnen oder Hülsenfrüchte,
  • Fertigprodukte (Convenience-Produkte) mit Zusatzstoffen,
  • Eiweißreiche Produkte wie Milch, Milchprodukte, Hühnereier, Fleisch oder Fisch,
  • histaminreiche Lebensmittel wie Käse oder Wein.
 

Welche Lebensmittel eignen sich bei Neurodermitis?

Die Ernährung bei Neurodermitis ist nicht einfach, wenn man viele Lebensmittel meiden muss.

Es gibt aber Zutaten, die selten oder nie mit Neurodermitis in Zusammenhang gebracht werden:

  •  Fleisch: Pute, Lamm
  • Gemüse: Brokkoli, Blumenkohl, Gurken
  • Beilage: Reis
  • Getränke: Mineralwasser, schwarzer Tee, auch gezuckert
  • Fette: Margarine ohne Zusätze oder raffinierte Pflanzenöle
  • Salz
 

Neurodermitis beim Baby – wie sieht die Ernährung aus?

Ob ein Kind Neurodermitis bekommt, ist zum größten Teil erblich bedingt. Die Ernährung während der Schwangerschaft hat keinen Einfluss. Auch Stillen schützt nicht vor Neurodermitis. Studien zeigen, dass nur jedes dritte Baby oder Kleinkind mit Neurodermitis an Nahrungsmittelallergien leidet. Ärzte können dies testen, und Allergieauslöser sind zu meiden. Das ist oft nur für eine gewisse Zeit erforderlich, weil der Körper mitunter eine Toleranz entwickelt. Deshalb macht es Sinn, Kinder in größeren Abständen auf Nahrungsmittelallergien zu untersuchen, etwa alle ein bis zwei Jahre. Generelle Empfehlungen zur Ernährung bei Neurodermitis gibt es auch bei Kindern nicht.

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Quellen

Neurodermitis und Ernährung – vieles ist Mythos, in: Allergieinformationsdienst

Neurodermitis (atopische Dermatitis) und Ernährung, in: Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung, kindergesundheit-info.de

Bei Neurodermitis gut ernährt, in: deutsche-apotheker-zeitung.de

Lebensmittelallergie und Neurodermitis - Was darf mein Kind essen?, in: Deutsche Gesellschaft für Ernährung, dge-medienservice.de

Lack of evidence for a protective effect of prolonged breastfeeding on childhood eczema: lessons from the International Study of Asthma and Allergies in Childhood (ISAAC) Phase Two, in: British Journal of Dermatology, onlinelibrary.wiley.com

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