Ernährung bei Kinderwunsch: Diese Lebensmittel fördern die Fruchtbarkeit

Julia Klinkusch Medizin- und Wissenschaftsjournalistin

Ein unerfüllter Kinderwunsch kann auch mit der Ernährung zusammenhängen. Denn ein Mangel an bestimmten Mikronährstoffen kann die Fruchtbarkeit mindern. Nahrungsmittel mit ausreichend Mineralstoffen, Spurenelementen und Vitaminen sind deshalb in der Ernährung bei Kinderwunsch besonders wichtig.

Verliebtes Paar beim Kochen in der Küche, auf dem Tisch Gemüse
Die Ernährung spielt bei Kinderwunsch eine wichtige Rolle – sie sollte gesund und ausgewogen sein Foto:  iStock-1222190359 deniskomarov
Inhalt
  1. Warum ist die Ernährung bei Kinderwunsch wichtig?
  2. Wie hängen Ernährung, Kinderwunsch und Fruchtbarkeit zusammen?
  3. Vitamine bei Kinderwunsch
  4. Welche Nahrungsergänzungsmittel helfen bei Kinderwunsch?
 

Warum ist die Ernährung bei Kinderwunsch wichtig?

Der Ernährung sollte man bei bestehendem Kinderwunsch besondere Aufmerksamkeit schenken. In Deutschland sind etwa 15 Prozent der Paare von ungewollter Kinderlosigkeit betroffen. In den meisten Fällen liegt keine absolute Unfruchtbarkeit vor, sondern „nur“ eine Fruchtbarkeitsstörung. Dies kann psychische oder organische Ursachen haben. Grundsätzlich entscheidet auch die gesundheitliche Konstitution über eine erfolgreiche Befruchtung. Und der kann man mit der Ernährung auf die Sprünge helfen – denn ausgewogen zu essen ist wichtig für den gesundheitlichen Zustand des Menschen.

 

Wie hängen Ernährung, Kinderwunsch und Fruchtbarkeit zusammen?

Die Ernährung und der eigene Lebensstil tragen nicht nur zur Gesundheit, sondern auch zur Fruchtbarkeit bei. So gibt es Lebensmittel, die sich positiv oder negativ auf die Fruchtbarkeit auswirken. Negativ auf die Fruchtbarkeit wirkt sich besonders Folgendes aus:

  • Alkohol und Nikotin 
  • Fisch mit einem hohen Quecksilberanteil (Thunfisch in Dosen und Schwertfisch)  
  • „Schlechte” Kohlenhydrate, wie sie in Fast Food und stark verarbeiteten Lebensmitteln (z. B. Fertigpizza) vorkommen

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Eine potenziell positive Wirkung auf die Fruchtbarkeit haben zum Beispiel:

  • Beeren
  • Fisch (mit niedrigem Quecksilberanteil)
  • Milchprodukte, Nüsse und Samen

Diese Lebensmittel sollten daher bei Kinderwunsch regelmäßig in die Ernährung eingebaut werden. 

 

Vitamine bei Kinderwunsch

Wichtig ist zudem, auf die Zufuhr von Vitaminen und Mineralstoffen zu achten. Zur richtigen Ernährung bei Kinderwunsch gehören besonders Vitamin D, Kalzium, Eisen und Folsäure:

  • Vitamin D ist nicht nur für das Immunsystem und den Knochenbau wichtig. Es verbessert auch die Fruchtbarkeit, da es die Östrogen- und Testosteronbildung ankurbelt. Bei Männern verbessert es einer Studie zufolge die Spermienqualität und -mobilität. Vitamin D wird über die Sonneneinstrahlung im Körper gebildet. Nur wenige Nahrungsmittel sind eine gute Vitamin-D-Quelle. Dazu zählen fettreiche Fische wie Hering, Sardinen, Lachs und Aal. In geringen Mengen ist es auch in Avocado, Hühnerei und Pilzen enthalten.

Foto: iStock
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  • Kalzium kann bei Frauen den Eisprung fördern und beim Mann die Spermienqualität verbessern. Es gehört deshalb zur Ernährung bei Kinderwunsch dazu. Kalzium ist in großen Mengen in Kuhmilch, Joghurt, Käsesorten wie Gouda oder Emmentaler, Blattspinat, Brokkoli und kalziumhaltigem Mineralwasser enthalten

 

  • Studien haben auch gezeigt, dass der Eisprung regelmäßiger stattfindet, wenn die Eisenversorgung ausreichend ist. Der Nährstoff unterstützt zudem die Entwicklung des Mutterkuchens. Eisen kommt vor allem in tierischen Lebensmitteln vor. Gute Eisenlieferanten sind Innereien wie Leber, aber auch Fleisch allgemein, außerdem Zartbitterschokolade, Sesam sowie Linsen.

 

  • Der weibliche Körper braucht Folsäure, um die Sexualhormone Progesteron und Östrogen herstellen zu können. Zudem unterstützt Folsäure die Zellteilung und das mütterliche Gewebewachstum während der Schwangerschaft. Daher sollte Folsäure bereits einige Wochen vor einer geplanten Schwangerschaft eingenommen werden. In der Ernährung bei Kinderwunsch sollte sie vor allem aus tierischen Lebensmitteln stammen, da Folsäure aus pflanzlichen Quellen vom Körper schlechter verwertet wird. Gute Folsäurelieferanten sind Kalbsleber und Hühnerei. Pflanzliche Lieferanten sind Spinat, Brokkoli und Weizenkeime.

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Welche Nahrungsergänzungsmittel helfen bei Kinderwunsch?

Nicht immer ist es möglich, alle wichtigen Vitamine und Mineralstoffe in die Ernährung bei Kinderwunsch zu integrieren. Gerade für Vegetarier oder Veganer kann die Aufnahme von Eisen und Folsäure schwierig werden. Sie können bei Kinderwunsch auf Nahrungsergänzungsmittel zurückgreifen. Es gibt spezielle Präparate für Paare mit Kinderwunsch, in denen die benötigten Nährstoffe aufeinander abgestimmt sind. Grundsätzlich sollte die Einnahme von Nahrungsergänzungsmitteln im Rahmen einer speziellen Ernährung bei Kinderwunsch immer mit dem behandelnden Frauenarzt abgesprochen werden.

Quellen:

Ungewollt kinderlos und Fruchtbarkeitsstörungen, in: frauenaerzte-im-netz.de
Gröber, Uwe (2011): Mikronährstoffe. Metbolic Tuning – Prävention – Therapie. Wissenschaftliche Verlagsgesellschaft Stuttgart.
Risikofaktoren für die Fruchtbarkeit, in: Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung
Vitamin D and fertility: a systematic review, in:  European Journal of Endocrinology
Iron intake and risk of ovulatory infertility, in: Obstetrics and Gynecology
Vitamin D deficiency and low ionized calcium are linked with semen quality and sex steroid levels in infertile men, in: Human Reproduction

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