Ernährung bei Helicobacter: Diese Lebensmittel helfen bei Magenschleimhautentzündung

Ines Fedder

Das Magenbakterium Helicobacter ist die häufigste Ursache für eine Magenschleimhautentzündung (Gastritis) und verursacht Beschwerden wie Übelkeit, Sodbrennen und Magenschmerzen. Mit der richtigen Ernährung kann man die Beschwerden nachhaltig lindern und so auf natürliche Weise eine Antibiotika-Therapie vermeiden.

Inhalt
  1. Helicobacter pylori – alle Infos im Überblick
  2. Helicobacter-Behandlung ohne Antibiotika?
  3. Die besten Ernährungstipps bei Helicobacter
  4. Diese Lebensmittel sollten Sie meiden
 

Helicobacter pylori – alle Infos im Überblick

Helicobacter pylori: Was ist das? Als „Helicobacter“ bezeichnet man gramnegative Stäbchenbakterien, die die Magenschleimhaut befallen können. Spricht man von einer Helicobacter-pylori-Gastritis bedeutet es, dass die Magenschleimhaut von dem Bakterium angegriffen wird und aufgrund dessen Folgeerkrankungen – wie zum Beispiel ein Magengeschwür – entstehen können. Zudem wurde ebenfalls ein Zusammenhang zwischen dem Keim Heliccobacter und Magenkrebs hergestellt. Warum? Die Helicobacter-Bakterien infizieren den Magen und produziert dabei einen Eiweißstoff, der die Abwehrreaktion blockiert. Die Folge: Das Bakterium wird nicht beseitigt und Krebs kann entstehen.
Symptome: Helicobacter pylori macht sich durch ständige Magenprobleme bemerkbar, etwa durch häufiges Aufstoßen oder Blähungen selbst bei Schonkost. Zudem ist der Magenkeim hoch ansteckend.
Was hilft bei Helicobacter? Wurde der Bakterienbefall vom Arzt diagnostiziert, werden die Bakterien im Magen häufig mit Antibiotika bekämpft. Zusätzlich werden sogenannte Säureblocker verschrieben. Es gibt allerdings auch natürliche Methoden, um den Bakterienfall ohne Antibiotika zu behandeln – schließlich bringt eine solche Behandlung auch häufig Nebenwirkungen mit sich, die wiederum zu weiteren Beschwerden führen können.

 

Helicobacter-Behandlung ohne Antibiotika?

Bei einer Behandlung ohne Antibiotika werden die Bakterien zwar nicht ausgerottet, aber auf einem so niedrigen Niveau gehalten, dass sie keine Beschwerden mehr verursachen. Die Ernährung spielt dabei eine wichtige Rolle. Mit dem richtigen Essen kann man die Magenbeschwerden schnell wieder loswerden.

 

Ernährung bei Helicobacter pylori: Welche Lebensmittel helfen bei Magenschleimhautentzündung?

Mediziner untersuchen seit Jahren eine Vielzahl alternativer Behandlungsmethoden. Bestimmte Lebensmittel haben sich bei einer Magenschleimhautentzündung in Folge des Bakterienbefalls durch Helicobacter pylori besonders bewährt:

  • Brokkoli
  • Zitrusfrüchte und Zwiebeln
  • Knoblauch
  • Joghurt
  • Ingwer
  • Ginseng
  • Preiselbeeren
  • Grüner Tee

Brokkoli tötet unliebsame Magenkeime ab

Brokkoli-Keimlinge enthalten das wertvolle Antioxidans Sulforaphan, das den Magenkeim  Helicobacter pylori abtötet und so gegen Magengeschwüre hilft. Durch den Verzehr von Brokkoli könnte auch Magenkrebs verhindert werden. Zudem senkt Brokkoli das Risiko von Prostatakrebs. Schon 100 g Brokkoli am Tag schützen vor Magenkrebs und lindern die durch Helicobacter pylori entstehenden Beschwerden.

Übersicht Brokkoli – stark gegen Krebs

Zitrusfrüchte und Zwiebeln: Schwefelstoffe gegen Magenkrebsverursacher

Zitrusfrüchte können jeden zweiten Fall von Magenkrebs verhindern, so die internationalen Krebsforscher. Grund: Sie enthalten 58 verschiedene Stoffe gegen diese Tumorart. Dazu jeden Tag eine kleine, rohe Zwiebel essen, denn ihr Schwefelstoff schaltet Nitrosamine (z. B. in gesalzenem Fleisch) aus, die Krebs erregen.

Knoblauch bei Magenbeschwerden

Knoblauch bringt Magen und Darm in Schwung. Ganz besonders die Bakterien vom Typ Helicobacter pylori, die sich im Magen vermehren und Entzündungen verursachen, werden von Knoblauch schachmatt gesetzt. Knoblauch wirkt zusätzlich wie Treibstoff: Er regt die Drüsen im Körper zu vermehrter Tätigkeit an, zum Beispiel die Verdauungsdrüsen in Magen und Darm. Dadurch kann Knoblauch Blähungen, Darmkrämpfe und Verstopfungen lindern. Experten raten deshalb dazu, bei Verdauungsbeschwerden täglich zwei bis drei frische Zehen zu essen. Selbst bei Problemen mit der Galle, bei Darminfektionen und Befall mit dem Hefepilz Candida wird die Knolle von Naturheilkundlern empfohlen.

Knoblauch fördert die Durchblutung und schützt die Gefäße
Heilpflanzen Knoblauch - natürliche Hilfe gegen Bakterien und Pilze

Joghurt gegen gefährliche Magenkeime

Der regelmäßige Verzehr von probiotischem Joghurt – zum Beispiel angereichert mit Lactobacillus-acidophilus-Bakterien – kann laut einer Schweizer-Studie die Vermehrung des Magenkeims Helicobacter verhindern. Dadurch sinkt das Risiko an einem Magengeschwür zu erkranken deutlich. Wie es den Milchsäurebakterien gelingt, den gefährlichen Keim zu stoppen, ist allerdings noch unklar. Neueste Untersuchungen haben gezeigt, dass auch die Einnahme von Probiotika mit dem Bakterienstamm Bifidobacterium eine Wirkung auf die Helicobacter pylori ausübt, indem es mit den Helicobacter-Bakterien darum kämpft, welches am besten an der Magenschleimhaut haftet. Durch die Einnahme verringert sich die Chance, dass die Helicobacter-Bakterien sich auf der Magenschleimhaut ansiedeln können.

Ingwer wirkt antibakteriell 

Die heilende Wirkung des Ingwers ist heutzutage vielen bekannt. Den Inhaltsstoffen der Ingwer-Wurzel wurde ebenfalls eine antibakterielle Wirkung nachgewiesen. Amerikanische Forscher untersuchten die Wirkung des Ingwer-Extraktes auf die Vermehrung des Bakterien-Stamms Helicobacter und stellten fest: Es dämmt die Verbreitung ein. Wer unter Magenbeschwerden leidet, sollte also ruhig einmal zu einem Glas Ingwer-Wasser oder Ingwer-Tee greifen. 

Wie Ingwer hilft:

  1. Jeweils 1 gestrichenen TL zerriebene Petersilien- und Ingwerwurzel mit 250 ml kochendem Wasser übergießen.
  2. 10 Minuten ziehen lassen und abseihen.
  3. Der Tee wirkt zugleich stark harntreibend. Am besten verteilen Sie die Menge auf drei Portionen am Tag, die Sie dann jeweils vor den Mahlzeiten morgens, mittags und abends trinken sollten.

Übersicht Ingwer stärkt den Magen

Die Heilkraft des Ginsengs bei Magen-Darm-Beschwerden

Seit über 2.000 Jahren gilt die Heilkraft des Ginsengs im asiatischen Raum als eine echte Wunderwaffe bei Magen-Darm-Beschwerden. Und auch bei Helicobacter-Infektionen hilft der Extrakt der Wurzel, um Beschwerden wie Magenschmerzen oder Sodbrennen zu verringern. Koreanische Wissenschaftler konnten nämlich auch hier beweisen, dass Roter Koreanischer Ginseng-Extrakt eine Vermehrung der Bakterien verhindert. Verfeinern Sie dazu Ihr Gericht ein Mal täglich mit einer Prise des Gewürzes.

Preiselbeeren schützen die Magenwand

Preiselbeeren enthalten sogenannte Anthocyane. Diese beugen der Anhaftung von Bakterien an der Magenwand vor und bekämpfen so die Helicobacter-pylori-Infektion. Ein Glas Preiselbeersaft täglich reicht aus, um die Infektion zu lindern.

Grüner Tee gegen Entzündungen

Grüner Tee regt die Verdauung und den Stoffwechsel an, macht wach und gilt im Allgemeinen als eines der gesündesten Getränke der Welt. Er enthält viele Antioxidantien und Nährstoffe. Die hemmende Wirkung auf den Bakterienstamm Helicobacter pylori wurde in einer Tierstudie umfassend dargelegt. So sank die Anzahl der Bakterien und auch die Entzündungsrate bei Mäusen, die grünen Tee einnahmen. 

Grüner Tee
Service Grüner Tee gegen Darmentzündungen

 

Magenschonende Ernährung bei Helicobacter pylori – diese Lebensmittel sollten Sie meiden

Wer unter einer Magenschleimhautentzündung leidet, sollte bestimmte Lebens- und Genussmittel generell meiden und zu magenschonender Kost greifen. Besonders schädlich für den Magen sind Lebensmittel, die den Magen zusätzlich reizen. Darunter zählen gewürzte Speisen, Alkohol, sehr fettige Lebensmittel, Kaffee und Nikotin. 

Quellen: 

Roche Lexikon Medizin (1993), 3. Auflage, München/Wien/Baltimore, Urban und Schwarzenberg

Takeuchi, H., Trang, V. T., Morimoto, N., Nishida, Y., Matsumura, Y., & Sugiura, T. (2014). Natural products and food components with anti-Helicobacter pylori activities. World Journal of Gastroenterology: WJG20(27), 8971.

Ayala, G., Escobedo-Hinojosa, WI, de la Cruz-Herrera, CF & Romero, I. (2014, 14. Februar). Erkundung alternativer Therapien für Helicobacter-pylori- Infektionen. World Journal of Gastroenterology , 20 (6), 1450–1469. Abgerufen von https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC3925854/

Shannon Brosek, What are the best natural H. pylori treatments? (July 2018) www.medicalnewstoday.com

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