Ernährung bei Diabetes: Das ist wirklich wichtig

Nicole Lücke Medizin- und Wissenschaftsjournalistin

Bei Diabetes ist der Blutzuckerspiegel dauerhaft zu hoch. Welche Ernährung ist bei Diabetes Typ 1 und 2 die Richtige? Und welche Besonderheiten gelten für Frauen, die an Schwangerschaftsdiabetes erkrankt sind?

Inhalt
  1. Wie unterscheidet sich die Ernährung bei Diabetes von den Ernährungsregeln für Gesunde?
  2. Ernährung bei Diabetes Typ 1 und 2 – wie lauten die Empfehlungen?
  3. Welche Ernährung ist bei Schwangerschaftsdiabetes zu empfehlen?
 

Wie unterscheidet sich die Ernährung bei Diabetes von den Ernährungsregeln für Gesunde?

Vor einigen Jahren waren die Regale voll mit Lebensmitteln, die speziell für Diabetiker geeignet sein sollten. Dies hat sich inzwischen geändert: Forscher sind mittlerweile der Ansicht, dass Diabetiker keine bestimmte Diätkost zu sich nehmen sollten.

Die Ernährung bei Diabetes ähnelt grundsätzlich den Ernährungsempfehlungen für gesunde Menschen. Gut geeignet ist eine ausgewogene, vollwertige Mischkost mit viel Gemüse und Obst, Vollkornprodukten, wenig Salz und viel pflanzlichen Fetten.

Wichtig ist für die Ernährung bei Diabetes auch, individuelle Faktoren wie das Gewicht oder mögliche Vorerkrankungen zu berücksichtigen. Daher wird Menschen mit Diabetes Typ 1 und 2 eine Ernährungsberatung empfohlen.

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Ernährung bei Diabetes Typ 1 und 2 – wie lauten die Empfehlungen?

Eine wichtige Rolle spielt bei der Ernährung die Zusammensetzung der Nährstoffe:

  • Kohlenhydrate: Sie sind wichtige Energielieferanten, lassen aber den Blutzuckerspiegel ansteigen. Im Rahmen ihrer Ernährung sollten Diabetiker vor allem komplexe Kohlenhydrate in Form von Vollkornprodukten zu sich nehmen. Sie sorgen für einen langsameren Blutzuckeranstieg. Produkte mit Kohlenhydraten, die den Blutzucker hochschnellen lassen, sollten Diabetiker dagegen meiden. Dazu zählen etwa Weißmehl und Süßigkeiten. Darüber hinaus ist entscheidend, womit Kohlenhydrate kombiniert werden. Zum Beispiel sorgen Ballaststoffe dafür, dass der Blutzuckerspiegel langsamer ansteigt.
  • Fette: Rund ein Drittel der Nährstoffe sollten Normalgewichtige als Fett zu sich nehmen. Dabei kommt es auf die Art und Qualität des Fetts an. Günstig sind ein- und mehrfach ungesättigte Fettsäuren, etwa aus pflanzlichen Ölen oder Fisch. Mit gesättigten Fettsäuren, etwa in Wurst, sollte man sparsam umgehen.
  • Eiweiße: Bis zu 20 % der Nahrung sollte aus Eiweißen bestehen, etwa in Form von fettarmem Fleisch, Fisch oder Hülsenfrüchten.

Patienten mit Diabetes Typ 1 müssen lebenslang Insulin spritzen. Sie müssen für die Ernährung bei Diabetes besonders auf die Kohlenhydrate achten: Der Kohlenhydratanteil bestimmt, wie viel Insulin gespritzt werden muss. Hilfreich ist das Arbeiten mit Kohlenhydrateinheiten (oder alternativ mit Broteinheiten). Zehn Gramm Kohlenhydrate entsprechen einer Kohlenhydrateinheit. Anhand von Tabellen kann man ablesen, wie viele Kohlenhydrateinheiten einem Nahrungsmittel zugeordnet sind. Handelt es sich um ein abgepacktes Lebensmittel, hilft ein Blick auf die Verpackung: Dort ist der Anteil an Kohlenhydraten pro 100 Gramm angegeben.

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Die meisten Menschen mit Diabetes Typ 2 haben Übergewicht. Durch eine Ernährungsumstellung und Sport (und damit einhergehendem Gewichtsverlust) lässt sich der Blutzuckerspiegel günstig beeinflussen und oft sogar eine medikamentöse Therapie vermeiden.

 

Welche Ernährung ist bei Schwangerschaftsdiabetes zu empfehlen?

Neben Diabetes Typ 1 und 2 sowie einigen seltenen Diabetesformen gibt es noch den Schwangerschaftsdiabetes (Gestationsdiabetes), der durch Stoffwechselveränderungen in der Schwangerschaft entsteht. Schwangerschaftsdiabetes bildet sich zwar meist nach der Geburt zurück, kann jedoch Mutter und Kind schaden.

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Welche Ernährung bei Schwangerschaftsdiabetes empfohlen wird, hängt dabei von mehreren Faktoren ab, etwa vom Gewicht. Wichtig ist jedoch oft,

  • kohlenhydratarme Mahlzeiten einzunehmen
  • das Essen über den Tag zu verteilen, etwa in Form von drei nicht zu großen Hauptmahlzeiten und bis zu drei Zwischenmahlzeiten
  • bei Übergewicht weniger Kalorien aufzunehmen; strenge Diäten sind jedoch zu meiden

Grundsätzlich gilt für Schwangerschaftsdiabetes, Typ 1 oder Typ 2 gleichermaßen: Für die Ernährung bei Diabetes sollten alle Arten der Ernährungsumstellung nur in Absprache mit dem Arzt erfolgen.

Quellen:

Schwangerschaftsdiabetes, in: gesundheitsinformation.de

Herold, Gerd (2020): Innere Medizin. Eigenverlag, Köln.

Therapie des Typ-2-Diabetes & S3-Leitlinie Gestationsdiabetes mellitus (GDM), Diagnostik, Therapie und Nachsorge, in: Deutsche Diabetes Gesellschaft

Kohlenhydrate, Ballaststoffe, in: Deutsche Gesellschaft für Ernährung 

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