Erkrankung der Bauchspeicheldrüse – Neue Ultraschallmethode bringt Klarheit

Chris Rea hat den Bauchspeicheldrüsenkrebs überwunden
Der englische Musiker Chris Rea hat den Bauchspeicheldrüsenkrebs überwunden. In einer 16-stündigen Operation wurde ihm die Bauchspeicheldrüse entfernt © Corbis

Oft bleiben Störungen der Bauchspeicheldrüse lange unerkannt. Über eine neue Methode, bösartige Tumore frühzeitig zu entdecken, sprachen wir mit Prof. Dr. Klaus Höffken, Direktor der Klinik für Innere Medizin II der Uniklinik Jena.

Welche Symptome sind typisch für einen Bauchspeicheldrüsentumor?

Typisch ist das Auftreten einer Gelbfärbung der Haut oder von Oberbauchbeschwerden, die gürtelförmig in den Rücken strahlen. Es kann auch zu ungewollter Gewichtsabnahme kommen. Oder es tritt eine Zuckerkrankheit auf bzw. eine bestehende Zuckerkrankheit verschlechtert sich plötzlich.

Was macht die Entdeckung eines Bauchspeicheldrüsentumors so schwierig?

Leider treten alle Symptome häufig erst in einem bereits fortgeschrittenem Stadium auf. Zusätzlich liegt das Organ für unsere derzeitigen Bildgebenden Verfahren (z. B. Ultraschall, Computertomografie) an einer sehr versteckten Stelle. Auch war bislang eine Unterscheidung zwischen einer Bauchspeicheldrüsenentzündung und einem bösartigen Tumor sehr schwierig.

Die Uni Jena hat eine neue Methode zur Unterscheidung von gut- und bösartigen Veränderungen der Bauchspeicheldrüse entwickelt. Können Sie diese kurz erklären?

Unsere Methode beruht auf einer Ultraschalluntersuchung von innen, der so genannten Endosonografie. Dabei ist an einem Endoskop ein Ultraschallkopf befestigt. Dies kombinieren wir mit der Gabe eines Kontrastmittels, das es uns ermöglicht, bestimmte Gefäße oder Gewebe farblich zu markieren. Auf diese Weise werden kleinste Gefäße in dem verdächtigen Bereich der Bauchspeicheldrüse sichtbar gemacht. Das ermöglicht uns Rückschlüsse darauf, ob ein vorhandener Tumor gutartig oder bösartig ist.

Wie sieht die Therapie eines bösartigen Tumors aus?

Wird er früh genug entdeckt, entfernen wir – soweit es möglich ist – den Tumor durch einen operativen Eingriff. Häufig ist dies aber leider zum Zeitpunkt der Diagnosestellung nicht mehr möglich, da der Tumor zu groß geworden ist. In diesem Fall werden Verfahren wie eine Chemotherapie angeboten, die lebensverlängernd wirken kann. Auch die Schmerztherapie wurde in den letzten Jahren soweit verbessert, dass kein Patient mehr Angst vor Schmerzen haben muss.

Wird Ihre Untersuchungsmethode nur in Jena angewendet?

Zur Zeit wird sie in Jena und Bad Mergentheim durchgeführt. Allerdings haben verschiedene Kliniken Interesse an dieser Methode angemeldet.

 

Der prominente Fall: Chris Rea

Der englische Vollblutmusiker (sein bekanntester Song: "On the beach") bekam im Jahr 2000 die Nachricht: Bauchspeicheldrüsenkrebs. Bei einer 16-stündigen Operation wurde ihm die zerstörte Drüse entfernt – er überlebte. "Seitdem muss ich täglich 32 Tabletten schlucken und Insulin spritzen. Mein Immunsystem ist sehr geschwächt. Aber es geht mir verhältnismäßig gut".

 

Das ist gut

Dämpfen: Wer seine Speisen dämpft, anstatt sie in Fett zu frittieren, senkt sein Krebsrisiko. Durch das hohe Erhitzen von Fett entstehen so genannte Peroxide, die im Verdacht stehen, Krebs zu erregen.

Vollwertig essen: Das gehört auf den Tisch: Obst und Gemüse, dazu Naturreis und Vollkornprodukte. Damit fördern Sie Ihre Verdauung, halten den Darm gesund und Ihren Körper auf Dauer länger fit.

 

Das ist schlecht

Geräuchertes: Pökelfleisch oder geräucherten Schinken sollten Sie nicht allzu häufig verzehren. Es wird vermutet, dass die darin enthaltenen Nitrate und Nitrosamine krebsfördernd sein können.

Nikotin: Raucher haben ein erhöhtes Risiko, an Bauchspeicheldrüsenkrebs zu erkranken. Also: das Rauchen besser abgewöhnen!

Alkohol: Ein "Bierchen" am Abend ist noch völlig harmlos. Wer aber regelmäßig mehr als ein Glas pro Tag konsumiert, gefährdet damit seine Gesundheit.

Gewichtsverlust: Eine unerklärliche Gewichtsabnahme von mehr als 10 Prozent des Körpergewichts ist verdächtig. Sie sollten unbedingt einen Arzt aufsuchen, um die Gründe dafür abklären zu lassen.

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