Erkältungsbalsam selber machen

Redaktion PraxisVITA

Die ätherischen Öle einiger Pflanzen sind geradezu ideal für die Linderung von typischen Erkältungssymptomen. Kein Wunder, dass sie in zahlreichen Arzneien enthalten sind. Einen hochwirksamen Erkältungsbalsam kann man auch ganz einfach selber machen. Und das Beste: Man benötigt dafür nur wenige Zutaten und Handgriffe.

Einen Erkältungsbalsam selber machen? Mit dieser Anleitung gar kein Problem!

 

Erkältungsbalsam selber machen: Wie wirken die ätherischen Öle?

Erkältungsbalsame mit ausgesuchten ätherischen Ölen fördern auf sanfte Weise die Gesundheit, insbesondere in der Erkältungs-Hochsaison. Sie helfen die Atemwege zu befreien, erleichtern das Durchatmen und Abhusten, wirken entzündungshemmend und reizlindernd, denn sie sind in der Lage, Bakterien, Viren und Pilze zu bekämpfen und das Immunsystem zu stärken. Und genau diese Eigenschaften machen sie zu wirksamen Helfern gegen Husten, Schnupfen & Co – wobei sie zudem oft sogar wirksamer als konventionelle Medikamente sind, wie bereits in zahlreichen Studien wissenschaftlich untersucht und belegt wurde. Vor allem cineolhaltige Öle wie Eukalyptus und Myrte gelten aufgrund ihres starken antiviralen Wirkprofils bei Erkältungssymptomen als besonders effektiv.

Selbst hergestellte ätherische Öle in kleinen Flaschen.
Heilpflanzen Ätherische Öle selbst herstellen: Mit diesen 3 Methoden gelingt's

 

Inhaltsstoffe: Woraus bestehen Erkältungsbalsame?

Bei den stark duftenden Substanzen handelt es sich um natürliche Stoffwechselprodukte von Pflanzen, die diese z. B. vor Insektenbefall schützen. Ätherische Öle bündeln also die gesamte Abwehrkraft der Pflanze. Gewonnen werden sie aus deren Blüten, Blättern, Nadeln, Samen, Wurzeln oder Früchten. Doch es sind sehr flüchtige Substanzen, die an der Luft schnell verdunsten. Werden die ätherischen Öle jedoch in Alkohol gelöst oder mit fetten Stoffen, wie z. B. Wachs oder Öl gemischt, kann man sich ihre vielfältigen Inhaltsstoffe zunutze machen, indem man zum Beispiel einen Erkältungsbalsam herstellt. In dieser Form gelangen die Moleküle der ätherischen Öle durch die Schleimhäute von Nase und Bronchien sowie durch die Haut ins Blut.

Ätherische Öle
Ätherische Öle im Erkältungsbalsam wirken entzündungslindernd und schmerzstillend Foto: iStock/OlgaMiltsova
     

    Erkältungsbalsam selber herstellen in wenigen Schritten

    So einen Erkältungsbalsam selbst herzustellen, ist ganz einfach – mit wenigen Handgriffen sowie der richtigen Auswahl der ätherischen Öle und des Trägeröls, d.h. der festen Fettbasis, hat man im Nu eine wertvolle Unterstützung im Kampf gegen Erkältungssymptome im Tiegel.

     

    Grundrezept für Erkältungsbalsam

    Rezept
    • 90 ml Pflanzenöl (z.B. Mandelöl, Olivenöl, Jojobaöl,Schwarzkümmel- oder Johanniskrautöl)
    • 10 g Bienenwachs
    • Ein paar Tropfen Ätherisches Öl (z.B. Eukalyptus oder Minze)

    Zubereitung: Für die Zubereitung des Erkältungsbalsams benötigen Sie 90 Milliliter Pflanzenöl. Ideale Trägeröle, auch Basisöle genannt, sind z.B. Mandelöl, Olivenöl, Jojobaöl, Schwarzkümmel- oder Johanniskrautöl. Wichtig ist, dass es naturreine, hochwertige und kaltgepresste Pflanzenöle sind. Diese bekommen Sie im Reformhaus, Bioladen, in der Drogerie oder Apotheke. Ein weiterer Bestandteil des Erkältungsbalsams sind 10 Gramm Bienenwachs. Es sollte 100 Prozent naturrein und ungebleicht sein. In Form von kleinen Perlen („Bienenwachsperlen“) ist es besonders praktisch, denn diese lassen sich gut verarbeiten. Erhältlich ist Bienenwachs in der Apotheke, im Reformhaus oder im Internet-Versandhandel.

    Geben Sie Bienenwachs und Trägeröl in eine hitzefeste Schale und schmelzen Sie beides im Wasserbad. Sobald das Bienenwachs flüssig ist, nehmen Sie die Schale vom Herd und fügen die ätherischen Öle hinzu; dann alles verrühren, in saubere Tiegel oder Schraubgläser abfüllen und mit offenem Deckel abkühlen lassen.

     

    Worauf ist bei der Herstellung von Erkältungsbalsam zu achten?

    Da es sich bei ätherischen Ölen um hoch konzentrierte Rohstoffe handelt, sollten wir vor deren Verwendung Folgendes beachten:

    • Nicht pur auf die Haut: Geben Sie ätherische Öle nicht direkt auf die Haut, sondern nur in geeigneter Verdünnung, wie etwa in einem Trägeröl.
    • Nur rein pflanzliche Öle verwenden: Auf dem Etikett sollte „100 Prozent reines ätherisches Öl“ stehen.
    • Haltbarkeit: Achten Sie bei neuen Ölen darauf, dass der Deckel immer fest verschlossen ist. Ätherische Öle sind etwa 6 bis 12 Monate haltbar. Notieren Sie am besten das Öffnungsdatum auf der Flasche und bewahren sie diese möglichst dunkel und vor zu viel Wärme oder Kälte geschützt auf.
    • Allergien: In seltenen Fällen lösen ätherische Öle allergische Reaktionen aus. Für eine Probe tragen Sie etwas Mandel- oder Olivenöl in der Armbeuge auf und geben Sie dann einen Tropfen des gewünschten Öls auf die Haut. Wenn nach zwanzig Minuten keine Reaktion auftritt, können Sie das Öl verwenden.
    • Dosierung: Erwachsene: 60 Tropfen auf 100 Gramm (=3 Prozent); Kinder über 6 Jahren: 30 Tropfen auf 100 Gramm (=1,5 Prozent)
    • Anwendung: Tragen Sie das fertige Balsam auf den Brust- und oberen Rückenbereich auf.
    • Kombinationen: Auswurffördernde, entzündungshemmende und reizlindernde Öle können sehr gut mit beruhigend wirkenden ätherischen Ölen kombiniert werden, um das Durchschlafen und damit die Regeneration zu fördern.
     

    Erkältungsbalsam für Babys, Kinder und Schwangere

    Ein Erkältungsbalsam kann Symptome lindern – und das auf natürliche Weise. Allerdings: Bei Babys und Kleinkindern sollte nicht ohne fachliche Beratung ein Erkältungsbalsam verwendet werden – auch nicht, wenn er selbst hergestellt ist. Ätherische Öle könnten insbesondere für Babys und Kinder unter Umständen zu gefährlichen Reaktionen wie Schleimhautreizungen und Erbrechen bis hin zu Atemstillstand führen. Beim Einatmen der Dämpfe aus dem Balsam (ähnlich wie bei einem Erkältungsbad) kann die sogenannte Stimmritze im Kehlkopf verkrampfen und das Atmen behindern. Bei Verwendung von ätherischen Ölen als Bestandteil eines Erkältungsbalsams sollte daher zuvor ein Mediziner befragt werden. 

    Und auch während der Schwangerschaft sollten keine ätherischen Öle wie Menthol oder Eukalyptus ohne ärztliche Absprache inhaliert werden. 

    Achtung! Bei Kleinkindern, Babys und in der Schwangerschaft keine ätherischen Öle ohne fachliche Beratung anwenden, insbesondere kein ätherisches Eukalyptus-Öl!

     

    Anwendung: Selbst gemachter Erkältungsbalsam bei Bronchitis, Husten und Co.

    Jedes ätherische Öl hat besondere Wirkstoffe, die sich als Bestandteil des Erkältungsbalsams positiv auf Ihre Beschwerden auswirken. Hier ein Überblick für die Anwendung bei Beschwerden wie Bronchitis, Husten und Co.

    Erkältungsbalsam

    Grundrezept plus ...

    • 20 Tropfen Eukalyptusöl
    • 20 Tropfen Myrtenöl

    Bereits bei den ersten Zeichen einer Erkältung sind sie hilfreich, die eindringenden Erreger abzutöten und gleichzeitig das Immunsystem zu stärken und Entzündungen zu hemmen. Eukalyptusöl wirkt antibakteriell, antiviral und entzündungshemmend. Fügen Sie davon 20 Tropfen dem Grundrezept des Erkältungsbalsams hinzu. Je 20 weitere Tropfen Myrtenöl, das keimreduzierend und abwehrsteigernd ist, und des schmerzlindernden Pfefferminzöls runden den Erkältungsbalsam ab. 

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    Bronchitis

    Grundrezept plus ...

    • 20 Tropfen Eukalyptusöl
    • 20 Tropfen Weihrauchöl Optional
    • 20 Tropfen Lavendelöl

    Wenn die Bronchien entzündet sind und schmerzen, helfen die beruhigenden und schmerzstillenden Kräfte von Weihrauch und Lavendel sowie die entzündungshemmende Wirkung des Eukalyptus. Das Grundrezept des Erkältungsbalsams wird mit 20 Tropfen Eukalyptusöl und 20 Tropfen schmerzstillendem und entzündungshemmendem Weihrauchöl bereichert. Der Duft von 20 zusätzlichen Tropfen Lavendelöl entspannt und beruhigt.

    Fichtennadel
    Bei Husten wirkt das Öl der Fichtennadel schleim- und krampflösendFoto: iStock/andreygonchar

    Trockener Husten

    Grundrezept plus ...

    • 20 Tropfen Fichtennadelöl
    • 20 Tropfen Thymianöl
    • 20 Tropfen Eukalyptusöl

    Bei krampfartigem Husten mit festsitzendem Schleim oder trockenem Reizhusten erleichtern Fichtennadel, Eukalyptus und Thymian mit ihren schleim- und krampflösenden Eigenschaften. Mischen Sie hierfür je 20 Tropfen des schleimlösenden und auswurffördernden Fichtennadelöls mit krampflösendem Thymian- und Eukalyptusöl. 

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    Zum besseren Abhusten

    Grundrezept plus ...

    • 30 Tropfen Myrtenöl
    • 30 Tropfen Lavendelöl

    Wenn sich der Schleim in den Bronchien gegen Ende der Erkältung verflüssigt hat, unterstützen entkrampfende Myrte und Lavendel das Abhusten. Dafür mischen Sie je 30 Tropfen der Öle dem Erkältungsbalsam bei.

    Vorsicht: Dosierung für Erwachsene (3 Prozent), bei empfindlichen Personen oder Kindern (nach Absprache mit einem Arzt) nehmen Sie bitte nur die Hälfte der angegebenen Menge (1,5 Prozent) pro 100 Gramm Öl-Wachs-Masse.

    Ein Erkältungsbalsam kann bei Husten, Schnupfen und Heiserkeit wahre Wunder wirken. Und mit dem richtigen Rezept und Anleitung kann man einen Erkältungsbalsam ganz einfach selber machen und ist so für die nächste Erkältungszeit bestens vorbereitet.

    Quelle:

    Schlenger, R. (2012). Welche Pflanzenextrakte helfen bei Erkältungen?. MMW-Fortschritte der Medizin, 154(27-28), 30-34.

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