Erkältungsbalsam selber herstellen

Redaktion PraxisVITA

Die ätherischen Öle einiger Pflanzen sind geradezu ideal für die Linderung von typischen Erkältungssymptomen. Kein Wunder, dass sie in zahlreichen Arzneien enthalten sind. Ein einfaches, doch hochwirksames Erkältungsbalsam können wir auch ganz einfach selbst herstellen. Und das Beste: Wir benötigen dafür nur wenige Zutaten und Handgriffe.

Erkältungsbalsame mit ausgesuchten ätherischen Ölen fördern auf sanfte Weise unsere Gesundheit, insbesondere jetzt in der Erkältungs-Hochsaison. Sie helfen unsere Atemwege zu befreien, erleichtern das Durchatmen und Abhusten, wirken entzündungshemmend und reizlindernd, denn sie sind in der Lage, Bakterien, Viren und Pilze zu bekämpfen und das Immunsystem zu stärken. Und genau diese Eigenschaften machen sie zu wirksamen Helfern gegen Husten, Schnupfen & Co – wobei sie zudem oft sogar wirksamer als konventionelle Medikamente sind, wie bereits in zahlreichen Studien wissenschaftlich untersucht und belegt wurde. Vor allem cineolhaltige Öle wie Eukalyptus und Myrte gelten aufgrund ihres starken antiviralen Wirkprofils bei Erkältungssymptomen als besonders effektiv.

 

Wie wirken ätherische Öle?

Bei den stark duftenden Substanzen handelt es sich um natürliche Stoffwechselprodukte von Pflanzen, die diese z. B. vor Insektenbefall schützen. Ätherische Öle bündeln also die gesamte Abwehrkraft der Pflanze. Gewonnen werden sie aus deren Blüten, Blättern, Nadeln, Samen, Wurzeln oder Früchten. Doch es sind sehr flüchtige Substanzen, die an der Luft schnell verdunsten. Werden die ätherischen Öle jedoch in Alkohol gelöst oder mit fetten Stoffen, wie z. B. Wachs oder Öl gemischt, können wir uns ihre vielfältigen Inhaltsstoffe zunutze machen, indem wir etwa ein Erkältungsbalsam herstellen. In dieser Form gelangen die Moleküle der ätherischen Öle durch die Schleimhäute von Nase und Bronchien sowie durch die Haut ins Blut. Und so ein Erkältungsbalsam selbst herzustellen, ist ganz einfach – mit wenigen Handgriffen sowie der richtigen Auswahl der ätherischen Öle und des Trägeröls, d.h. der festen Fettbasis, haben wir im Nu eine wertvolle Unterstützung im Kampf gegen Erkältungssymptome im Tiegel.

Ätherische Öle
Ätherische Öle im Erkältungsbalsam wirken entzündungslindernd und schmerzstillend© iStock/OlgaMiltsova
 

Worauf ist zu achten?

Da es sich bei ätherischen Ölen um hoch konzentrierte Rohstoffe handelt, sollten wir vor deren Verwendung Folgendes beachten:

  • Nicht pur auf die Haut: Geben Sie ätherische Öle nicht direkt auf die Haut, sondern nur in geeigneter Verdünnung, wie etwa in einem Trägeröl.
  • Nur rein pflanzliche Öle verwenden: Auf dem Etikett sollte „100 % reines ätherisches Öl“ stehen.
  • Haltbarkeit: Achten Sie bei neuen Ölen darauf, dass der Deckel immer fest verschlossen ist. Ätherische Öle sind etwa 6 bis 12 Monate haltbar. Notieren Sie am besten das Öffnungsdatum auf der Flasche und bewahren sie diese möglichst dunkel und vor zu viel Wärme oder Kälte geschützt auf.
  • Allergien: In seltenen Fällen lösen ätherische Öle allergische Reaktionen aus. Für eine Probe tragen Sie etwas Mandel- oder Olivenöl in der Armbeuge auf und geben Sie dann einen Tropfen des gewünschten Öls auf die Haut. Wenn nach zwanzig Minuten keine Reaktion auftritt, können Sie das Öl verwenden.
  • Dosierung: Erwachsene: 60 Tropfen auf 100 Gramm (=3%ig); Kinder über 6 Jahren: 30 Tropfen auf 100 Gramm (=1,5%ig)
  • Achtung! Bei Kleinkindern, Babys und in der Schwangerschaft keine ätherischen Öle ohne fachliche Beratung anwenden, insbesondere kein ätherisches Eukalyptus-Öl!
  • Anwendung: Tragen Sie das fertige Balsam auf den Brust- und oberen Rückenbereich auf.
  • Kombinationen: Auswurffördernde, entzündungshemmende und reizlindernde Öle können sehr gut mit beruhigend wirkenden ätherischen Ölen kombiniert werden, um das Durchschlafen und damit die Regeneration zu fördern.
 

Das Grundrezept für ein Erkältungsbalsam

Hierfür benötigen Sie 90 Milliliter Pflanzenöl. Ideale Trägeröle, auch Basisöle genannt, sind z.B. Mandelöl, Olivenöl, Jojobaöl, Schwarzkümmel- oder Johanniskrautöl. Wichtig ist, dass es naturreine, hochwertige und kaltgepresste Pflanzenöle sind. Diese bekommen Sie im Reformhaus, Bioladen, in der Drogerie oder Apotheke. Ein weiterer Bestandteil des Erkältungsbalsams sind 10 Gramm Bienenwachs. Es sollte 100 Prozent naturrein und ungebleicht sein. In Form von kleinen Perlen („Bienenwachsperlen“) ist es besonders praktisch, denn diese lassen sich gut verarbeiten. Erhältlich ist Bienenwachs in der Apotheke, im Reformhaus oder im Internet-Versandhandel.

Bienenwachs
Bienenwachs pflegt die Haut und ist ein Grundbestandteil des Erkältungsbalsams© iStock/white_caty

Geben Sie Bienenwachs und Trägeröl in eine hitzefeste Schale und schmelzen Sie beides im Wasserbad. Sobald das Bienenwachs flüssig ist, nehmen Sie die Schale vom Herd und fügen die ätherischen Öle hinzu; dann alles verrühren, in saubere Tiegel oder Schraubgläser abfüllen und mit offenem Deckel abkühlen lassen.

 

Ein Erkältungsbalsam für jedes Leiden

Erkältung

Jedes ätherische Öl hat besondere Wirkstoffe, die sich als Bestandteil des Erkältungsbalsams positiv auf Ihre Beschwerden auswirken. Bereits bei den ersten Zeichen einer Erkältung sind sie hilfreich, die eindringenden Erreger abzutöten und gleichzeitig das Immunsystem zu stärken und Entzündungen zu hemmen. Eukalyptusöl wirkt antibakteriell, antiviral und entzündungshemmend. Fügen Sie davon 20 Tropfen dem Grundrezept des Erkältungsbalsams hinzu. Je 20 weitere Tropfen Myrtenöl, das keimreduzierend und abwehrsteigernd ist, und des schmerzlindernden Pfefferminzöls runden den Erkältungsbalsam ab.

Bronchitis

Wenn die Bronchien entzündet sind und schmerzen, helfen die beruhigenden und schmerzstillenden Kräfte von Weihrauch und Lavendel sowie die entzündungshemmende Wirkung des Eukalyptus. Das Grundrezept des Erkältungsbalsams wird mit 20 Tropfen Eukalyptusöl und 20 Tropfen schmerzstillendem und entzündungshemmendem Weihrauchöl bereichert. Der Duft von 20 zusätzlichen Tropfen Lavendelöl entspannt und beruhigt.

Fichtennadel
Bei Husten wirkt das Öl der Fichtennadel schleim- und krampflösend© iStock/andreygonchar

Trockener Husten

Bei krampfartigem Husten mit festsitzendem Schleim oder trockenem Reizhusten erleichtern Fichtennadel, Eukalyptus und Thymian mit ihren schleim- und krampflösenden Eigenschaften. Mischen Sie hierfür je 20 Tropfen des schleimlösenden und auswurffördernden Fichtennadelöls mit krampflösendem Thymian- und Eukalyptusöl.

Zum besseren Abhusten

Wenn sich der Schleim in den Bronchien gegen Ende der Erkältung verflüssigt hat, unterstützen entkrampfende Myrte und Lavendel das Abhusten. Dafür mischen Sie je 30 Tropfen der Öle dem Erkältungsbalsam bei.

Vorsicht: Dosierung für Erwachsene (3%), bei empfindlichen Personen oder Kindern nehmen Sie bitte nur die Hälfte der angegebenen Menge (1,5%) pro 100 Gramm Öl-Wachs-Masse.

 
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