Erhöht ein Mitternachtssnack das Brustkrebsrisiko?

Frau isst nachts am Kühlschrank
Studien zeigen, dass sich etwa jeder Vierte nachts an den Kühlschrank schleicht, um etwas zu essen © Fotolia

Wie sich Fasten auf die Gesundheit auswirkt, wird in den letzten Jahren intensiv von Experten diskutiert. Manche sagen, es schützt vor schweren Krankheiten wie Diabetes, Herzproblemen oder Krebs – andere halten dagegen und sehen die Datenlage als zu unsicher. Was viele dabei vergessen: Jede Nacht bekommt unser Körper eine kurze Fastenkur – wenn wir schlafen.

Eine neue Studie in der Fachzeitschrift Cancer Epidemiology, Biomarkers & Prevention beschäftigt sich jetzt mit dem Effekt dieser Mini-Fastenkur. Darin kommen Wissenschaftler der University of California zu dem Schluss, dass der Verzicht auf einen nächtlichen Snack das Brustkrebsrisiko senkt. 

 

Einfacher Schutz vor Brustkrebs

„Die Zeit, in der nachts auf Essen verzichtet wird, zu vergrößern, könnte eine neue Strategie der Brustkrebsvorbeugung werden“, sagt Catherine Marinac, eine der Studienautorinnen. „Es wäre eine einfache Veränderung der Ernährungsgewohnheiten, den unserer Ansicht nach die meisten Frauen verstehen und annehmen können.“ Der größte Vorteil: Es reicht eine einfache Regel, die ohne kompliziertes Berechnen von aufgenommenen Kalorien auskommt.

Um zu ihrem Ergebnis zu gelangen, nutzten Marinac und ihre Kollegen Daten des U.S. National Health and Nutrition Examination Survey, die zwischen 2009 und 2010 erhoben wurden. Sie verglichen den Zusammenhang zwischen nächtlichem Verzicht auf Essen und Biomarkern, die auf eine spätere Entwicklung von Brustkrebs hindeuten können. Insgesamt verglichen sie die Informationen von 2212 Frauen.

 

Brustkrebs-Biomarker gesenkt

Die Ergebnisse zeigen, dass Frauen, die nachts länger fasteten, einen niedrigeren Blutzuckerspiegel hatten – und so ihr Brustkrebs-Risiko verminderten. Das Spannende: Dieser positive Effekt scheint sogar länger bestehen zu bleiben, denn auch der sogenannte prostprandiale Blutzuckerspiegel (nach einer Mahlzeit gemessen) lag bei diesen Frauen niedriger. Dabei errechneten die Wissenschaftler, dass ein Nahrungsverzicht von drei Stunden den Blutzuckerspiegel für den Folgetag um etwa vier Prozent senkt.

„Bislang beziehen sich viele Richtlinien zur Krebsvorbeugung darauf, den Konsum von bestimmen Lebensmitteln wir rotem Fleisch, Alkohol oder stark verarbeitetem Getreide zu begrenzen“, so Dr. Ruth Patterson, die Leiterin der Studie. „Diese Studie zeigt, dass es auch wichtig ist, wann die Menschen essen.“

 

Weitere Studien benötigt

Das Problem: Die Studie misst nur den Einfluss des Fastens auf einen Biomarker, nicht auf den Krebs selber. Zwar konnten auch sogenannte Met-Analysen – also Analysen aller zu einem Thema existierenden Studien – zeigen, dass ein Zusammenhang zwischen einem erhöhten Blutzuckerwert und Brustkrebs besteht, doch besonders stark ist dieser Effekt nicht. Um eine sichere Aussage über den Einfluss des Fastens auf das Krebsrisiko zu treffen, braucht es also noch weitere Studien. 

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