Erektile Dysfunktion: Wie sieht die Therapie aus?

Kapitel
  1. 1. Überblick
  2. 2. Ursachen
  3. 3. Symptome
  4. 4. Diagnose
  5. 5. Behandlung
  6. 6. Vorbeugung
  7. 7. Das sagt der Experte

Für Männer, die eine erektile Dysfunktion haben, stehen unterschiedliche Formen der Therapie zur Verfügung. Wichtig ist in jedem Fall, die Ursache der Erektionsstörung in die Behandlungsentscheidung mit einzubeziehen. Konkret bedeutet dies, dass die Therapie der Grunderkrankung (z. B. Diabetes, Bluthochdruck) zunächst im Vordergrund steht. Zusätzlich gilt es auf bestimmte Risikofaktoren in der Lebensführung zu achten, dass heißt Übergewicht zu vermeiden, nicht zu Rauchen, mäßig oder gar keinen Alkohol zu trinken.

 

Medikamente gegen Erektile Dysfunktion

Neben der Behandlung der Krankheitsursache stehen auch verschiedene Medikamente zur Verfügung, die das Erektionsvermögen verbessern können. Dazu zählen zum Beispiel sogenannten PDE-5-Hemmer (Phosphodiesterase-5-Hemmer). Zu den zugelassenen Wirkstoffen dieser Gruppe gehören Sildenafil, Tadalafil und Vardenafil.

Die jeweiligen Mittel unterscheiden sich in ihrer Wirkdauer und Dosierung. PDE-5-Hemmer vertragen sich allerdings nicht mit bestimmten anderen Medikamenten. So dürfen sie zum Beispiel nicht zusammen mit Nitraten eingenommen werden, die häufig bei Patienten mit verengten Herzkranzgefäßen (Koronare Herzkrankheit) zum Einsatz kommen. Auch bestimmte Herz- oder Leberkrankheiten oder ein Schlaganfall in der Vorgeschichte kann die Einnahme von PDE-5-Hemmern ausschließen. Daher wägt der Arzt zusammen mit dem Patienten im Vorfeld gründlich ab, ob PDE-5-Hemmer für den individuellen Fall in Frage kommen. Die Medikamente dieser Wirkstoffgruppe werden in Form von Tabletten eingenommen. Ein wesentlicher Vorteil dieser Arzneimittel ist, dass sie nicht automatisch zu einer Erektion führen, sondern nur dann, wenn der Mann sexuell erregt ist. Dadurch besteht kein Risiko, dass die Erektion unerwünscht lange andauert oder zu einem unangemessenen Zeitpunkt auftritt.

Ein anderer Wirkstoff zur Behandlung von Erektionsstörungen ist Yohimbin. Das Mittel wirkt in erster Linie im Gehirn und steigert die Libido. Daher eignet es sich am ehesten für Männer, bei denen die Potenzstörung psychischer Natur ist.

 

Behandlungsmöglichkeiten direkt am Penis

Bei einer weiteren Therapieoption, die nur in Ausnahmefällen angewendet wird, erfolgt die Applikation des Medikaments direkt am Penis. Zu dieser Behandlungsform gehören die sogenannte SKAT (Schwellkörperinjektionstherapie) und MUSE (Medical urethral system for erection). Bei beiden Methoden handelt es sich bei dem Wirkstoff um ein Prostaglandin. Bei der SKAT injiziert sich der Betroffene selbst das Mittel per Spritze in den Schwellkörper, wo es dann direkt eine Erektion bewirkt. Als Nachteil dieser Methode kann es durch die Injektion zu Schmerzen, teilweise auch zu narbigen Verhärtungen im Penis kommen. Zudem lässt sich die Dauer der Erektion weniger gut steuern, im Extremfall ist diese schmerzhaft und bleibt über einen unerwünscht langen Zeitraum bestehen.

Bei der MUSE erfolgt die Anwendung über ein prostaglandinhaltiges Zäpfchen, das sich der Mann in die Harnröhre einführt. Auch hier können Nebenwirkungen wie Brennen oder langandauernde Erektionen vorkommen.

Neben den Medikamenten besteht auch die Möglichkeit die Erektion auf mechanischem Weg herbeizuführen. Dies kann zum Beispiel mithilfe einer Vakuumpumpe geschehen. Dabei stülpt der Mann einen Kunststoffzylinder über sein Glied. Eine Handpumpe saugt nun die Luft aus dem Zylinder und erzeugt einen Unterdruck. Dadurch strömt Blut in die Schwellkörper des Penis und einen Erektion entsteht. Eine andere mechanisch Variante ist das Schwellkörperimplantat (Penisprothesenimplantation). In einer Operation setzt der Arzt dazu künstliche Schwellkörper in den Penis ein. Über eine Pumpe, die in den Hodensack eingepflanzt wird, füllen sich die Schwellkörper bei Bedarf mit einer Kochsalzlösung. Ärzte schlagen diese Methode jedoch meist nur dann vor, wenn alle anderen Möglichkeiten keinen Erfolg bringen oder aus anderen Gründen nicht möglich sind.

Neben medikamentösen und mechanischen Hilfsmitteln kann bei einer erektilen Dysfunktion auch eine Psychotherapie hilfreich sein. Viele Männer leiden seelisch unter der Potenzstörung, bei anderen gehen die Erektionsprobleme auch aus psychischen Erkrankungen hervor. Beides lässt sich nicht immer klar voneinander abgrenzen, so dass eine Beratung durch einen Psychotherapeuten in den meisten Fällen sinnvoll ist.

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