Erdbeeren gegen Alzheimer

Verena Elson
Erdbeeren
Erdbeeren enthalten einen Stoff, der das Voranschreiten der Alzheimer-Erkrankung bremsen könnte, zeigt eine aktuelle US-Studie © iStock

Seit Jahren sind Wissenschaftler weltweit auf der Suche nach neuen Mitteln, die die Entwicklung der Alzheimer-Erkrankung aufhalten. US-Forscher sind jetzt fündig geworden – in der Erdbeere.

Die Wissenschaftler um Pamela Maher am Salk Institute for Biological Studies in Kalifornien untersuchten einen ganz speziellen Bestandteil der Erdbeere: das sogenannte Fisetin, ein Pflanzenfarbstoff. Außer in Erdbeeren kommt Fisetin in vielen anderen Obst- und Gemüsesorten vor, beispielsweise in Äpfeln, Trauben, Zwiebeln und Gurken. Dem Farbstoff werden zellschützende und antientzündliche Eigenschaften zugesprochen.

In den vergangenen zehn Jahren konnten Maher und ihr Team bereits in einigen Studien zeigen, dass die zellschützenden und antientzündlichen Eigenschaften von Fisetin altersbedingte Schädigungen von Gehirnzellen verhindern können. In einer dieser Studien verringerte Fisetin den Erinnerungsverlust bei Mäusen mit Alzheimer. Allerdings waren diese Mäuse am sogenannten familiären Alzheimer erkrankt, an dem nur rund fünf Prozent der Alzheimer-Patienten leiden. In ihrer aktuellen Studie untersuchten die Wissenschaftler, ob die gleichen Effekte auch bei der deutlich häufigeren nicht-erblichen Form von Alzheimer zu beobachten sind.

 

Alzheimer-Erkrankung schritt langsamer voran

Für ihr Experiment teilten sie zuvor genetisch auf Alzheimer „vorprogrammierte“ drei Monate alte Mäuse in zwei Gruppen ein. Die Mäuse in Gruppe eins erhielten für sieben Monate täglich eine Dosis Fisetin in ihrem Futter, Gruppe zwei bekam das übliche Futter ohne Fisetin.

Im Laufe der Studie unterzogen die Forscher die Tiere immer wieder kognitiven Tests und untersuchten ihr Blut auf Entzündungswerte. Das Ergebnis nach sieben Monaten: Die Mäuse in der Fisetin-Gruppe hatten geringere Entzündungswerte und schnitten in den kognitiven Tests deutlich besser ab.

 

Weitere Einsatzgebiete möglich

„Mäuse sind natürlich keine Menschen“, so Studienleiterin Maher. „Aber es gibt genug Gemeinsamkeiten, dass wir glauben, es lohnt sich, Fisetin genauer zu untersuchen, nicht nur für die mögliche Behandlung von Alzheimer, sondern auch zur Behandlung allgemeiner kognitiver Störungen im Alter.“

Wie sich mit Fisetin ein ähnlicher Effekt beim Menschen erreichen lässt, müssen zukünftige Studien zeigen. Der Verzehr von Erdbeeren lohnt sich aber in jedem Fall: Sie sind reich an Vitamin C und Antioxidantien und eine kürzlich durchgeführte Studie wies sogar darauf hin, dass ein Erdbeer-Extrakt das Wachstum von Brustkres-Zellen behindert.

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