Testament schreiben Erbrecht-Pflichtteil: Wichtiges zum Erben und Vererben

Redaktion PraxisVITA
Erbrecht-Pflichtteil
Wie hoch ist mein Erbrecht-Pflichtteil? Wir erklären. was Sie über Testamente wissen sollten © Duncan_Andison/iStock

Um Fehler in Ihrem Testament zu vermeiden, sollten Sie einige Regeln beachten. Wir verraten, was Sie beispielsweise über den Erbrecht-Pflichtteil wissen sollten.

 

Erbrecht-Pflichtteil: Wer erbt eigentlich wie viel, wenn es kein Testament gibt?

Dann tritt die gesetzliche Erbfolge in Kraft. An erster Stelle beim Erbrecht-Pflichtteil stehen Kinder, dann Enkel und so weiter. Hat der Erblasser keine Kinder, erben erst die Eltern, danach die Geschwister. Der Erbrecht-Pflichtteil des Ehepartners beträgt die Hälfte, die andere Hälfte teilen sich die Kinder.

 

Formale Regeln: Meine Handschrift ist kaum lesbar. Kann meine Tochter mein Testament verfassen?

Nein. Ein selbst aufgesetztes Testament muss vollständig mit der Hand geschrieben werden. Die Erben müssen mit Vor- und Nachnamen sowie mit dem Geburtsdatum genannt sein. Unerlässlich sind zudem Datum und Unterschrift. Rechtschreibfehler sind für den Erbrecht-Pflichtteil ohne Bedeutung. Oder: Sie lassen das Testament von einem Notar aufsetzen. Dafür wird aber eine Gebühr fällig. Diese richtet sich nach Ihrem Vermögen. Bei einem Nachlasswert von 200 000 beträgt sie z. B. 435 Euro, für ein Ehegatten-Testament 870 Euro.

Erbrecht-Pflichtteil
Ein Testament sollte immer notariell beglaubigt werden. Der Erbrecht-Pflichtteil steht Erben jedoch in jedem Fall zu © djedzura/iStock
 

Ehepartner: Kann ich ein gemeinschaftliches Testament nach dem Tod meines Mannes ändern?

Das geht nicht. Tipp: Legen Sie beim Verfassen fest, dass der überlebende Ehepartner es ändern darf. Denkbar ist folgende Regelung: Der Hinterbliebene darf das Testament nur zugunsten der Kinder, aber nicht zugunsten eines Dritten ändern.

 

Demenz-Erkrankung: Meine Mutter leidet an Demenz und will ein Testament machen. Wird das nicht angefochten?

Nicht, wenn es von einem Notar beurkundet wurde. Um sicherzugehen, sollten Betroffene beziehungsweise Angehörige ein medizinisches Gutachten erstellen lassen – möglichst von einem Facharzt für Psychiatrie oder Nervenheilkunde. Dann ist das Testament später nicht mehr anfechtbar.

 

Pflege-Personal: Kann ich der Pflegerin aus dem Seniorenheim etwas vererben?

Nein. Das Heimpersonal sowie die Heimleitung dürfen weder Schenkungen akzeptieren noch sich in einem Testament bedenken lassen. Ein solches Testament ist unwirksam, es wird nach dem jeweiligen Erbrecht-Pflichtteil vererbt.

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