Erbkrankheiten: Was wir von den Eltern mitbekommen

Das Erbgut wird auf die nächste Generation weitergegeben
Das Erbgut – und damit genetisch bedingte Krankheiten – wird von einer Generation auf die nächste weitergegeben. Wer sein Risiko kennt, kann aber vorbeugen und so den Ausbruch von z.B. Mukoviszidose stoppen © Fotolia

Rund 22 500 Gene besitzt ein Mensch. Doch schon der Defekt eines einzelnen Gens kann zu einer Erbkrankheit führen, die dann von Generation zu Generation weitergegeben wird. Heilen lassen sich nur wenige, aber in einigen Fällen kann man vorbeugen und die Folgen mildern. Erfahren Sie hier mehr dazu.

 

Mukoviszidose

Sie ist die häufigste erbliche Stoffwechselerkrankung, bricht bei einem von 2000 Menschen aus. Patienten, die darunter leiden, sondern über ihre schleim- und schweißbildenden Drüsen einen dickflüssigen Schleim ab, der die Ausführungsgänge der Drüsen verstopft und zur Bildung von Zysten führt. Sind die Bronchialdrüsen befallen, erweitern sich allmählich die Äste der Luftröhre, Krankheitskeime siedeln sich an, die Lunge fällt irgendwann in sich zusammen. Für die Behandlung ist eine frühe Diagnose wichtig. Bei Mukoviszidose kann in betroffenen Familien ein Gentest sinnvoll sein.

 

Thrombophilie-Neigung

Eine genetisch bedingte Neigung zu Thrombosen. Einer von 50 Menschen leidet daran. In diesem Fall zusätzliche Risikofaktoren wie Rauchen meiden. Auch auf die Pille sollte verzichtet werden.

 

Brustkrebs

Bei etwa zehn Prozent der Brustkrebserkrankungen spielt der Erbfaktor eine Rolle. Frauen, deren Mutter an Brustkrebs erkrankt ist, sollten daher ab 35 jedes Jahr zur Mammografie gehen und mindestens einmal im Monat die Brust nach verdächtigen Knoten abtasten.

 

Vergrößerung der Schilddrüse

Die Anlage hierfür liebt ebenfalls in den Genen. Jeder vierte Deutsche leidet daran. Warten Sie nicht, bis daraus ein Kropf entsteht. Verwenden Sie zum Würzen jodiertes Speisesalz und essen Sie viel Fisch und Meerestiere, die reich an Spurenelementen sind.

 

Bluthochdruck

Die Neigung zu erhöhtem Blutdruck ist vererbbar, doch ist die genetische Grundlage hierfür größtenteils unbekannt. Litten Mutter oder Vater daran, sollten Sie auf Nikotin und übermäßigen Alkoholgenuss verzichten. Bevorzugen Sie leichte, mediterrane Kost und bewegen Sie sich viel an der frischen Luft.

 

Gentest verrät das Risiko

Etwas Blut reicht bereits aus, um Erbkrankheiten wie Mukoviszidose festzustellen, lange bevor sie zum Ausbruch kommen. Denn jeder Zellkern unseres Körpers enthält sämtliche Informationen über die Erbanlagen. Bei begründetem Verdacht zahlen die Krankenkassen den nicht ganz billigen Gentest.

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