EPI-Food: So trimmen Sie Ihre Gene auf gesund

Michelle Kröger

Wer sich gemäß des EPI-Food-Credos ernährt, soll sich gesund und schlank schlemmen können. Ohne Gewissensbisse. Aber: Geht das überhaupt?

Einkaufskorb mit Obst und Gemüse
Bei der EPI-Food-Methode verzichtet man unter anderem auf bestimmte industriell verarbeitete Lebensmittel und versucht, sich natürlich zu ernähren Foto:  istock/industryview
Inhalt
  1. EPI-Food: Was versteht man darunter?
  2. Wie genau funktioniert das EPI-Ernährungskonzept?
  3. Wirkungsweisen von EPI Food
  4. Aller Anfang ist schwer: Die besten Einsteigertipps
  5. Glutenfreie und laktosefreie Produkte – eine sinnvolle Alternative?
 

EPI-Food: Was versteht man darunter?

Entwickelt wurde das spezielle Ernährungskonzept mit dem so treffenden Namen „EPI-Food“ von den Bloggerinnen Felicitas Riederle und Alexandra Stech. Das Ziel von EPI-Food: die positive Beeinflussung der Gene zum Wohle der Gesundheit.

Das spezielle Ernährungskonzept verzichtet dabei auf haushaltsüblichen weißen Industriezucker, Kuhmilch- und Weizenmehlprodukte. Mitbegründerin der Ernährungsmethode Alexandra Stech ist vom positiven Effekt überzeugt. Sie erklärt: „Durch die Ernährung können epigenetische Prägungen positiv beeinflusst und somit Krankheiten vorgebeugt oder sogar das biologische Alter verjüngt werden. Die Ausgangsthematik des Ernährungskonzepts stützt sich auf die Wissenschaft der Epigenetik – daher auch der Name Epi-Food.“ Die Vorsilbe „epi“ steht in diesem Zusammenhang für “hinterher” oder “zusätzlich”.

Die Food-Spezialistin betont, dass jede DNS unterschiedlich sei und daher auch eine individuelle Ernährung benötige. „Mit unserem Konzept möchten wir eine Grundlage für eine langfristig gesunde Ernährungsweise schaffen. Denn auch im Laufe unseres Lebens verändern sich unsere körperlichen Bedürfnisse und somit unsere benötigte Nährstoffzufuhr”, erklärt Alexandra Stech weiter.

Vordergründig steht bei der EPI-Food-Ernährung eine natürliche Ernährung im Fokus, die erwiesenermaßen dem Körper guttut. Frei nach dem Motto „deine Nahrung soll deine Medizin sein”. Deshalb sollte man gemäß EPI-Food besser auf Kuhmilch, Weizen und haushaltsüblichen Zucker verzichten, da diese oft höchst industriell verwertet und für den menschlichen Körper keinen großartigen Nutzen haben. 

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Wie genau funktioniert das EPI-Ernährungskonzept?

Jeder Mensch pflegt einen anderen Lebensstil und möchte mit seiner Ernährung verschiedene Ziele erreichen – zum Beispiel Abnehmen, Libido stärken, Anti-Aging oder, ganz simpel, sich einfach besser fühlen! Da sich der Stoffwechsel allerdings von Mensch zu Mensch unterscheidet – wie auch die DNS – kann man nicht pauschal sagen, dass vegane Ernährung oder Paleo Ernährung für jeden optimal ist.

Und hier setzt das Konzept an: Deshalb ist die epigenetische Ernährung prinzipiell auf die Nährstoffe fokussiert, wobei auf industriell stark verarbeitete Nahrung verzichtet wird. Hierzu gehören:

  • künstliche Zusatzstoffe
  • zugesetzter Zucker
  • Kuhmilch
  • Weizen

Milch-Liebhaber oder Brötchen-Fans müssen sich dennoch keine Sorgen machen – für quasi alles gibt es gute Alternativen. “Wer beispielsweise Milch verträgt und nicht darauf verzichten möchte, der sollte zu einer Demeter-zertifizierten Milch im Braunglas greifen”, gibt Gründerin Alexandra Stech Entwarnung. Auch Weizen sei im Grunde genommen nicht schlecht. Allerdings sei es schwer, an hochwertigen und nicht überzüchteten Weizen zu kommen.

 

Wirkungsweisen von EPI Food

Kann man sich tatsächlich gesund essen? Die EPI-Food-Expertin ist davon überzeugt: „Wer seinen Nährstoffbedarf optimal deckt, der stärkt somit auch das Immunsystem und schützt sich so vor Krankheiten.” Die DNA eines Menschen stünde zwar fest, aber ihre Wirkweise lässt sich durch die Verfolgung einer gesunden Lebensweise beeinflussen, ist sich die Expertin sicher. Durch gesunde Ernährung können wir nach dem Konzept der EPI-Food-Methode den Genpool in die richtige Richtung lenken – er lässt sich epigenetisch regulieren.

Viele werden sich jetzt vielleicht denken: Warum ist immer alles verboten, was Spaß macht – und gut schmeckt? So ganz richtig ist dieser Gedanke allerdings nicht. Denn: „Es soll lediglich auf die Lebensmittel verzichtet werden, die stark industriell verwertet und somit für viele unverträglich geworden sind”, erklärt Alexandra Stech.

Der Aufwand beim Einkaufen kann sich dadurch natürlich erheblich erhöhen. „Für EPI-Food ist es wichtig, selber einkaufen zu gehen. Also das Obst und Gemüse zu sehen, zu riechen und zu fühlen. Das macht es dem Körper einfacher, zu signalisieren, was gerade am besten für ihn ist. Außerdem sollte man auf qualitativ hochwertige Lebensmittel achten. Lieber ein- bis zweimal qualitativ hochwertiges Fleisch in der Woche essen, statt jeden Tag eine günstige Wahl“, empfiehlt Alexandra Stech. Der Unterschied macht sich zum einen an Geschmack und Aussehen bemerkbar, aber auch an der eigenen körperlichen Verfassung. Ein weiterer Vorteil: Heißhungerattacken werden ebenso reduziert. 

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Aller Anfang ist schwer: Die besten Einsteigertipps

Wenn man anfängt, nach und nach darauf zu achten, Weizenmehlprodukte, Kuhmilch und haushaltsüblichen Zucker nicht mehr zu konsumieren, verzichtet man automatisch auf viele Produkte, die der Gesundheit nicht guttun. Um die Produkte auszugleichen, gibt es ein paar sehr hilfreiche Alternativen.

Hier ein paar Möglichkeiten:

  • Statt Weizennudeln zu Dinkelnudeln greifen.
  • Statt Produkte aus Weizenmehl etwa Quinoa als Beilage wählen.
  • Statt Gebäck, Brot oder Cerealien lieber Dinkel oder Buchweizen.
  • Statt hocherhitzter, homogenisierter Kuhmilch zu Pflanzenmilch (z.B. aus Mandeln, Hafer, Soja, Reis, Kokosnuss) greifen.
  • Statt Käse aus Kuhmilch Schafs- oder Ziegenkäse genießen. Diese Käsesorten enthalten mehr Nährstoffe als herkömmliche Kuhmilch – und der hohe Gehalt an Orotsäure in Schafsmilch wirkt sich positiv auf das Herz und die Leber aus.
  • Statt Industriezucker eignen sich Agavendicksaft, Ahornsirup oder Honig zum gelegentlichen Süßen.

Die Crux: Jeder Mensch pflegt einen anderen Alltag. So müsse man im Prinzip sehen, was sich am besten umsetzen lässt, erläutert Alexandra Stech. „Viele EPI-Foodies fahren mit dem Konzept des ‚Meal Prep‘ sehr gut. Es gibt auch tolle Frühstücksrezepte, die sich bereits am Vorabend zubereiten lassen.“

 

Glutenfreie und laktosefreie Produkte – eine sinnvolle Alternative?

In den Regalen der Supermärkte nimmt die Zahl der laktosefreien oder glutenfreien Produkte stetig zu. Doch handelt es sich dabei wirklich um eine lohnenswerte Alternative? Alexandra und Felicitas, die beiden Entwicklerinnen des EPI-Food-Konzeptes, sehen das eher kritisch. „Ich ernähre mich komplett gluten- und laktosefrei, da ich mich damit viel besser fühle und viele körperliche Leiden unter Kontrolle bringen konnte“, erklärt Alexandra Stech. Wer Gluten und Laktose verträgt und mag, der sollte auch nicht darauf zwanghaft verzichten. Es gilt allerdings zu bedenken: „Viele Marken werben mit diesen Eigenschaften, enthalten allerdings fragwürdige Zutaten, die wir nicht empfehlen würden”, warnen die Ernährungsprofis. 

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Achtung auch bei Produkten, die von Natur aus gluten- und laktosefrei sind. Sie werden häufig damit beworben und teilweise 30 Prozent teurer angeboten. Gleiches gilt für vegane oder vegetarische Alternativprodukte.

Unsere Experten:

Alexandra Stech, Co-Founder und Food Bloggerin und Felicitas Riederle, www.epi-food.com, Buch: „Epi-Food: Die neue gesunde Küche ohne Weizen. Zucker & Kuhmilch“

Quellen:

 

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