Entzündete Wunde – das müssen Sie beachten

Redaktion PraxisVITA
Entzündete Wunde durch Bakterien
Eine entzündete Wunde kann infolge einer Infektion mit Bakterien, Viren oder Pilzsporen auftreten © istock

Eine entzündete Wunde kann viel mehr verursachen als Rötungen, Schwellungen und Schmerzen und sollte daher immer frühzeitig behandelt werden. Worauf es dabei ankommt, welche Komplikationen drohen und wie Sie einer Entzündung vorbeugen können, erfahren Sie hier.

 

Was ist eine entzündete Wunde?

Äußere Wunden sorgen für eine erhöhte Infektionsgefahr, da sie die üblichen Schutzmechanismen von Organen aufheben. Aufgrund der Hautverletzung gibt es außerdem einen direkten Zugang zum Blutkreislauf. Die Folge ist eine warme und feuchte Umgebung, in der jeder Krankheitserreger sich entfaltet. Eine unzureichende Wundversorgung kann schließlich dazu führen, dass sich Krankheitserreger ungehemmt vermehren und eine Entzündung der Wunde hervorrufen.

 

Wie entsteht eine entzündete Wunde?

Einmal kurz nicht aufgepasst und schon ist es passiert. Wir schneiden uns mit dem Küchenmesser in den Finger, rutschen im Schnee aus und schürfen uns die Haut auf oder wir verbrennen uns am Bügeleisen. Eine äußere Wunde an der Haut entsteht schnell. Innere Wunden hingegen treten häufig nach Operationen auf.

Eine Entzündung droht, wenn Bakterien, Viren oder Pilzsporen in die Wunde eindringen. Bakterien, die sich im menschlichen Körper oder auf der Hautoberfläche befinden, gelangen besonders schnell in eine Wunde.

Das Risiko für eine entzündete Wunde steigt, wenn folgende Faktoren hinzukommen:

  • Unhygienische Operationsbedingungen
  • Verletzung mit keimbelasteten Gegenständen
  • Unzureichende Wundbehandlung und -reinigung
 

Woran lässt sich eine entzündete Wunde erkennen?

Eine entzündete Wunde lässt sich an diesen Symptomen erkennen:

  • Zunehmende Schmerzen
  • Schwellungen und Rötungen
  • Berührungsempfindlichkeit
  • Wundfluss mit Eiter oder Blut
  • Unangenehmer Geruch der Wunde
  • Funktionseinschränkung der betroffenen Gliedmaßen
  • Allgemeines Krankheitsgefühl mit Fieber, Übelkeit und Erbrechen
entzündete Haut
Anzeichen für eine entzündete Wunde sind Schwellungen und Rötungen. Häufig kommt ein Wundfluss mit Eiter und Blut hinzu © istock
 

Wie wird eine entzündete Wunde behandelt?

Die Behandlung richtet sich nach Größe oder Schwere der Entzündung. Eine leicht entzündete Wunde kann in erster Linie mit Salben behandelt werden, die folgende Wirkstoffe enthalten: Dexpanthenol, Zinkoxid oder Hamamelis. Diese sind rezeptfrei in der Apotheke erhältlich.

 

Eine leicht entzündete Wunde können Pickel, aber auch kleinere Schnitt- und Schürfwunden sein. Pflaster und Verbände schützen die Wunde vor weiteren Komplikationen.

Eine innere entzündete Wunde macht eine Behandlung mit Antibiotika beim Arzt erforderlich, da ein hohes Risiko der Verschleppung besteht. Bei inneren Wundinfektionen bleibt der Patient zur Beobachtung im Krankenhaus, damit bei eventuell auftretenden Komplikationen (z.B. das Wochenbettfieber) das medizinische Personal sofort einschreiten kann.

Bei einer schweren äußeren entzündeten Wunde (Symptome: Schwellung, Hitze, Eiter) steht zunächst die Reinigung der Hautverletzung mit alkoholfreien Desinfektionsmitteln an erster Stelle. Alkohol hat eine toxische Wirkung auf die Zellen und verzögert damit die Wundheilung. Auch ein Verbandswechsel sollte in regelmäßigen Abständen von einem Arzt durchgeführt werden.

 

Entzündete Wunde – welche Folgen drohen?

Narbenbildung

Eine entzündete Wunde heilt meistens mit einer Narbe aus. Während sie zunächst stark gerötet ist, kommt es im weiteren Verlauf zu einer Verminderung der Farbintensität.

Wundrose

Bakterien können durch Hautverletzungen in die Lymphgefäße der Haut eindringen. Innerhalb weniger Stunden bildet sich eine rote Entzündung auf der Haut, begleitet von Fieber und Schmerzen. Ohne ärztliche Behandlung kann die Wundrose sehr gefährlich werden, wenn sich die Bakterien im Körper ausbreiten. Mit einer Antibiotika-Therapie bei gleichzeitiger Bettruhe lässt sich die Wundrose binnen weniger Tage in den Griff bekommen. Häufig reichen unscheinbare Verletzungen aus, um die Bakterien in den Körper zu lassen. Besonders gefährdet sind Diabetiker und Menschen mit Durchblutungsstörungen: Sie sollten ihre Haut regelmäßig auf kleinste Verletzungen untersuchen.

Blutvergiftung durch entzündete Wunde
Zu einer Blutvergiftung kommt es, wenn Bakterien wie Staphylokokken über entzündete Wunden in den Körper eindringen© istock

Blutvergiftung

Die häufigsten Erreger sind „Staphylokokken“, die unsere Haut und Schleimhäute besiedeln. Dringen diese Bakterien ins Gewebe ein, weil etwa eine Wunde nicht desinfiziert wurde, lösen sie eine Entzündung aus. Gelingt es unserer Abwehr nicht, diese zu vernichten, gelangen die Bakterien in den Blutkreislauf. Hier breiten sie sich aus und greifen ungehindert lebenswichtige Organe an. Beim Kampf des Immunsystems gegen die Erreger werden Gefäße geschädigt. Die Folgen: Der Blutdruck sinkt ab und das Gerinnungssystem spielt verrückt. Wird jetzt nicht sofort gehandelt, kommt es zu einem Kreislaufzusammenbruch und Organversagen (septischer Schock). Bei Fieber, Schüttelfrost, Untertemperatur oder Atemnot suchen Sie am besten sofort den Hausarzt auf. Bestätigt sich der Verdacht auf eine Blutvergiftung, sollte der Arzt sofort ein Breitband-Antibiotikum verabreichen. Bei immunschwachen Patienten empfiehlt sich eine Einweisung ins Krankenhaus.

Amputation

In seltenen Fällen kann eine entzündete Wunde eine Amputation nach sich ziehen. Davon betroffen sind vor allem Menschen mit einem sehr schwachen Immunsystem. Das Risiko für eine Amputation erhöht sich, wenn eine besonders starke Keimbesiedlung vorliegt und die Erstversorgung der entzündeten Wunde zu einem sehr späten Zeitpunkt stattfand.

 

Entzündete Wunde: Lässt sich vorbeugen?

Damit eine Wunde sich nicht entzündet, sollte eine hygienische Wundversorgung sichergestellt sein. Dazu gehören:

  • Desinfektionsmittel
  • Entsorgungsbehälter
  • Eine möglichst keimarme Umgebung
  • Keimarme Einmalhandschuhe
  • Hygienische Händedesinfektion
  • Sterile Instrumente (z.B. Pinzetten und Scheren)
  • Sterile Wundauflagen
  • Sterile Spülflüssigkeiten
  • Einmalschürze
Wundversorgung schützt vor entzündeter Wunde
Einer Entzündung lässt sich vorbeugen, wenn eine hygienische Wundversorgung sichergestellt ist© istock/kdshutterman

Große, tiefe, stark blutende und verschmutzte Wunden (z.B. Platz-, Quetsch- und Risswunden), bei denen die Knochen oder Sehnen beteiligt sind, sollten unter sterilen Bedingungen in der Notaufnahme gereinigt werden. Bis die Wunde getrocknet ist, sollte sie verbunden oder zumindest mit einem Pflaster bedeckt sein. Danach heilt die entzündete Wunde an der Luft ab.

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