Entwarnung für die HPV-Impfung

HPV-Impfung
Die geltenden Empfehlungen für die HPV-Impfung bleiben bestehen © Fotolia

Die Impfung gegen das Humane Papillomvirus (HPV) ist nicht für Schwindel- oder Schmerzsyndrome verantwortlich. Dies ergab eine aktuelle Prüfung der Europäischen Arzneimittelbehörde EMA. Damit besteht kein Einlass, die geltenden Bestimmungen für die HPV-Impfung zu ändern.

Bei den untersuchten Syndromen handelt es sich um das posturale orthostatische Tachykardiesyndrom (kurz: POTS) und das CRP-Syndrom. Die Behörde teilt mit, dass kein Hinweis auf einen Zusammenhang zwischen den HPV-Impfstoffen und dem Auftreten der beiden seltenen Krankheiten besteht. CRPS ist ein chronisches Schmerzsyndrom. Diese Erkrankung führt dazu, dass der betroffene Mensch unter Dauerschmerzen leidet. Meist sind äußere Extremitäten betroffen – Hände und Füße, in denen die Durchblutung des Gewebes nicht funktioniert. Das posturale orthostatische Tachykardiesnydom ist eine Kreislaufregulationsstörung, die mit Schwindel und Herzrasen verbunden ist. Beide Syndrome treten unabhängig von der Impfung auf. Schätzungen gehen davon aus, dass pro Jahr nur etwa 150 von einer Million Mädchen und jungen Frauen im Alter zwischen zehn und 19 Jahren CRPS sowie POTS entwickeln.

 

EMA: Vorteile der HPV-Impfung überwiegen

Die Untersuchung der Europäischen Arzneimittelbehörde ergab, dass zwischen den CPRS- und POTS-Erkrankungsraten von geimpften und nichtgeimpften Mädchen kein Unterschied besteht. Die EMA betont: "Die Vorteile der HPV-Impfung überwiegen klar die Risiken“.

Bislang erhielten weltweit mehr als 80 Millionen Mädchen und Frauen die Impfstoffe. Die Ständige Impfkommission (STIKO) empfiehlt die HPV-Impfung für alle Mädchen und Frauen zwischen neun und 14 Jahren. Die Impfung sollte vor dem ersten sexuellen Kontakt durchgeführt werden, da das Virus schon beim ersten Geschlechtsverkehr übertragen werden kann. Sie dient dem Schutz vor Gebärmutterhalskrebs und anderen durch HPV verursachten Krebsarten sowie vor Genitalwarzen. Für Mädchen unter 18 Jahren werden die Kosten von der Krankenkasse übernommen. Manche Kassen zahlen noch länger. Doch nicht nur für junge Frauen ist eine Impfung sinnvoll. Auch Männer kann sie vor Krebs schützen – speziell im Anal- sowie im Mund- und Rachenbereich. Darum ist eine Impfempfehlung für Jungen bei Medizinern zunehmend in der Diskussion.  

 

Was ist HPV?

Humane Papillomviren gehören zu den häufigsten Auslösern sexuell übertragbarer Krankheiten. 70-80 Prozent aller sexuell Aktiven stecken sich im Laufe des Lebens mit HP-Viren an. In etwa 80 Prozent der Ansteckungen zeigt die Infektion keine Symptome und heilt von selbst wieder ab. Einige Papillomviren können harmlose Hautwarzen und Genitalwarzen auslösen. Hochrisiko-Viren rufen jedoch Gewebeveränderungen hervor, aus denen sich Krebs entwickeln kann. So steckt hinter einer Gebärmutterhals-Erkrankung meistens eine Infektion mit HPV. Aber auch bösartige Tumoren im Anal- oder Rachenbereich können durch HPV hervorgerufen werden.

 

Tödliche Gefahr durch Oralsex

Bei Männern ist der Hauptgrund für eine Ansteckung mit Oralsex. Neben der Impfung gibt es noch einen anderen Weg sich, vor Mund- und Rachenkrebs zu schützen. Hier erfahren Sie, welcher das ist.

Hamburg, 9. November 2015

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