Richtig baden: Abtauchen ins Entspannungsbad

Redaktion PraxisVITA
Entspannungsbad
An trüben Herbst- und Wintertagen weckt ein warmes Schaumbad die Lebensgeister © iStock/KatarzynaBialasiewicz

Einfach abtauchen, wenn es draußen stürmt und regnet. Da klingt ein Schaumbad oder gleich ein warmes Meersalzbad, das an den letzten Sommerurlaub erinnert, verlockend. Wir zeigen die wichtigsten Tipps für ein entspanntes Bad, das Sie vom Stress befreit und den Körper dabei nicht belastet.

 

Entspannung für die Seele

Gerade in der dunklen Jahreszeit, wenn es draußen kalt und nass ist, gibt es nichts Schöneres als ein wohlig-warmes Schaumbad. Der weiche Badeschaum, der uns umgibt, wenn wir ins Wasser gleiten, und die warmen Dämpfe, die von ihm aufsteigen, sprechen unsere Sinne an und lassen den Alltag, unsere Sorgen und die Welt um uns vergessen.
 
Vor dem Abtauchen das Telefon und gegebenenfalls auch die Türklingel auszustellen hilft, alle störenden Quellen zu vermeiden. Ein Wannenkissen, das den Nacken stützt, und dezentes Licht oder Kerzenschein tragen zur Erholung bei. Auch leise Musik oder eine CD mit Meeresrauschen sorgen für eine entspannende Atmosphäre.

 

Entspannung für den Körper

Die innere Ruhe und der Stressabbau sind gut für unsere Gesundheit. Doch ein Bad hat noch weitere positive Effekte. Die ideale Wassertemperatur hierfür liegt bei 38 Grad Celsius. Die Wärme weitet die Blutgefäße und fördert dadurch die Durchblutung. Infolgedessen steigt die Körperkerntemperatur. Es wird ein künstliches Fieber erzeugt, das das Immunsystem anregt und unsere Abwehrkräfte stärkt. Wem das Wasser zu heiß ist, kann mit einer ihm angenehmen Wassertemperatur beginnen und langsam heißeres Wasser hinzulaufen lassen.

Badewanne mit Kerzen
Leise Musik und Kerzenschein unterstützen die entspannende Wirkung eines Schaumbads© iStock/PeopleImages

Auch wenn es noch so schön ist, sollte man nicht länger als 15 bis maximal 30 Minuten in der Badewanne bleiben, da der Körper ansonsten durch die Hitze zu sehr belastet wird. Häufig leidet darunter auch der Kreislauf. Vorsichtig aus der Wanne aussteigen und sich dabei festhalten hilft einem plötzlichen Schwindel vorzubeugen, der auftritt, wenn der Blutdruck abrupt abfällt. Ein kalter Guss an den Waden und Füßen ist außerdem gut.

 

Pflege nach dem Bad

Der beste Zeitpunkt für ein Bad ist kurz vor dem Schlafengehen. Auf jeden Fall sollte man im Anschluss mindestens eine halbe Stunde ruhen. Bevor man sich am besten warm und kuschelig angezogen auf dem Sofa oder im Bett ausruht, kann man den Körper mit einer Creme verwöhnen, da die Haut durch das heiße Wasser schnell austrocknet. Auch Badeöle mit rückfettenden Substanzen helfen dem vorzubeugen.

 

Badeöle

Ätherische Öle sind beliebte Zusätze für ein heißes Wannenbad. Die aufsteigenden Dämpfe gelangen durch die Atmung und die Haut in den Körper und entfalten dort ihre positive Wirkung. Dabei gibt es eine Vielzahl an Pflanzenextrakten, die unterschiedliche Wirkungen besitzen. Eukalyptus und Thymian gehören mit Abstand zu den bevorzugtesten Badezusätzen bei Erkältungen, da sie die Atemwege befreien. Auch ein Bad mit Kamille hilft bei Erkältungsbeschwerden. Es wirkt entzündungslindernd und wird daher auch gerne bei Blasenentzündungen eingesetzt. Latschenkiefer mildert ebenfalls Erkältungen, wirkt dabei allerdings auch unterstützend bei Durchblutungsstörungen. Lavendel und Rosmarin beruhigen bei körperlicher und seelischer Erschöpfung, Nervosität und Schlafstörungen.

Ein kleiner Tipp: Bei der Dosierungsempfehlung, die häufig auf der Flasche der Badeöle angegeben ist, ist die Wassermenge entscheidend. Bei einem Vollbad versinkt man bis zum Hals im Wasser. Beim sogenannten Dreiviertelbad reicht das Wasser bis zur Hälfte des Brustkorbs, beim Halbbad reicht das Wasser im Liegen bis zur Taille.

 

Moorbäder

Neben klassischen Schaumbädern erfreuen sich auch Moorbäder immer größerer Beliebtheit. Ursprünglich ausschließlich in Kurkliniken angewandt, bringen sie nun auch in Spas und Wellnesshotels Entspannung. Dabei wirkt das Moor gesundheitsfördernd, indem es das Immunsystem aktiviert. Im Gegensatz zu einem gewöhnlichen Bad kann das Moor die Wärme länger speichern und an den Körper abgeben. Es wird auf meist 43 Grad Celsius erhitzt, wobei die Badedauer nicht länger als 20 Minuten betragen sollte. Moor ist eine Mischung aus Torf und Wasser, die unter anderem reich an Eisen, Kalium, Zink und Kupfer ist. Während der Torf in Kurkliniken frisch gewonnen wird, bietet sich abgepackter Torf, der in Apotheken und Reformhäusern erhältlich ist, für den Gebrauch zu Hause an. Da er dem Badewasser beigemischt wird, ist das Moorbad allerdings dünnflüssiger als in der professionellen Anwendung, die natürlichen Heilkräfte entfalten dennoch ihre Wirkung. Anschließend ist die Badewanne leicht auszuwaschen. Auch der Körper sollte nur kurz abgebraust werden, bevor man sich eine Stunde Ruhe gönnt.

Ein Moorbad wirkt in der Therapie vor allem bei Verspannungen, Rücken- und Gelenkschmerzen, Rheuma und Hautkrankheiten. Vorsicht ist dagegen bei erhöhtem Blutdruck, Krampfadern, Thrombosen und Herzerkrankungen geboten. Auch während der Schwangerschaft sollte man auf Moorbäder verzichten.

Badesalz
Ätherische Öle und Badesalze pflegen die Haut während des Badens© iStock/Catalina-Gabriela Molnar
 

Meersalz

Die positive Wirkung von Meersalz spürt man in den Ferien am Strand. Auch viele Thermen sind für ihre Solebäder bekannt, in denen man je nach Konzentration nahezu schwerelos schwebt. Bei trockener Haut, Juckreiz oder Neurodermitis bietet sich auch zu Hause ein Bad mit Meersalz an, da es den Bakterien den Nährboden entzieht und so das Hautbild verfeinert. Im Gegensatz zu einem Schaumbad, bei dem der Haut Feuchtigkeit entzogen wird, lagert sich das Salz in der äußersten Hautschicht ab und bindet dort das Wasser. Dadurch bleibt die natürliche Schutzschicht der Haut erhalten. Totes-Meer-Salz, das in der Drogerie erhältlich ist, wird zu 500 Gramm einem Vollbad hinzugegeben, in dem man anschließend ungefähr 15 Minuten entspannen sollte. Durch Osmose werden Giftstoffe dem Körper entzogen, das Bad wirkt entschlackend. Gleichzeitig werden Mineralstoffe aus der Sole über die Haut aufgenommen. Nach dem Bad nur vorsichtig abtupfen, um die Salzkristalle für längere Zeit auf der Haut zu bewahren.

 

Milchbäder

Schon Cleopatra schwor auf das Baden in reiner Milch. Tatsächlich trägt es der Schönheit bei und ist besonders für sensible Haut geeignet. Bis zu zwei Liter erwärmte Milch dem Wasser beigegeben versorgen die Haut durch das in ihr enthaltene Fett mit viel Feuchtigkeit. Die Milchsäure trägt zudem zur Regeneration der Haut bei und schützt sie vor schädlichen Umwelteinflüssen. Honig, der zunächst in der warmen Milch aufgelöst wird, ist ein beliebter Begleiter, der antibakteriell wirkt und durch seine Vitamine und Mineralien die Haut streichelzart macht.

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