Entschlackungskur: Den Körper in 7 Tagen entgiften

Den Körper von innen reinigen und entgiften – das ist das Ziel der Entschlackungskur. Doch wie funktioniert das Fastenkonzept und wie wirksam ist es wirklich?

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Das sogenannte „Detoxing“, die englische Bezeichnung für die Entschlackungskur, ist seit Jahren im Trend. Spezielle Pulver und Tees werden mit dem Versprechen beworben, den Körper innerhalb weniger Tage von Schadstoffen zu befreien – ihn zu entgiften. Aber für eine Entschlackungskur sind keine speziellen Produkte notwendig. Stattdessen wird die Ernährung so umgestellt, dass die Stoffwechselprozesse im Körper reguliert werden sollen.

Was ist eine Entschlackungskur?

Die Entschlackungskur ist ein Konzept der Heilmedizin, dem die Vorstellung zugrunde liegt, dass durch einen ungesunden Ernährungs- und Lebensstil die Stoffwechselprozesse aus dem Gleichgewicht geraten. Die sogenannten „Schlacken“ – Abfallprodukte des Stoffwechsels – würden infolge dessen nicht mehr richtig abgebaut werden und sich im Gewebe anlagern.

Durch eine Ernährungsumstellung sollen die natürlichen Entgiftungsprozesse des Körpers unterstützt und so Stoffwechselabbauprodukte aus dem Körper geschwemmt werden. Während der Entschlackungskur soll vor allem der Darm gereinigt werden.

Auf diese Weise sollen ernährungsbedingte Beschwerden gelindert werden, wie etwa:

  • Verdauungsprobleme
  • Kopfschmerzen
  • Müdigkeit
  • Konzentrationsprobleme
  • Schlafstörungen
  • Infektanfälligkeit

Körper und Darm entschlacken – wie genau funktioniert die Kur?

Es gibt verschiedene Arten der Entschlackungskur: Fastenkuren, Kneipp-Kuren und besonders Darmkuren als Teil der Darm-Sanierung zielen alle darauf ab, den Körper zu reinigen und den Stoffwechsel zu aktivieren. Das soll durch den Verzicht auf bestimmte, „Schlacken“-fördernde Lebensmittel erzielt werden.

Während der Kur isst man pflanzliche Lebensmittel, die viele verdauungsfördernde Ballaststoffe liefern. Dazu gehören schonend gegartes Gemüse und Obst, Vollkornprodukte, Nüsse und Hülsenfrüchte. Besonders grünes Gemüse sollte auf dem Speiseplan stehen, weil darin Bitterstoffe enthalten sind, die den Entgiftungsprozess der Leber unterstützen. Auf der roten Liste stehen hingegen verarbeitete Lebensmittel, Süßigkeiten, tierisches Eiweiß, koffeinhaltige Getränke, Alkohol und Weißmehl-Produkte. Darüber hinaus sollte man täglich mindestens zwei Liter Flüssigkeit zu sich nehmen.

Neben der Ernährung ist regelmäßige Bewegung fester Bestandteil der Entschlackungskur, da auch über die Haut Abbauprodukte des Stoffwechsels ausgeschieden werden sollen. Spazierengehen im schnellen Schritt, Joggen, Schwimmen oder Yoga sollen das Lymphsystem unterstützen und die Verdauung ankurbeln.

Das Wichtigste einer Entschlackungskur in Kürze:
  • Auf dem Speiseplan stehen pflanzliche Lebensmittel wie Gemüse, Hülsenfrüchte und Obst
  • Verzicht auf Fleisch, Getreide- und Milchprodukte sowie Alkohol und Kaffee
  • Viel Flüssigkeit (Mineralwasser, Kräutertees)
  • Täglich 30 Minuten Bewegung

Welche Wirkung soll eine Entschlackungskur auf den Körper haben?

Eine Entschlackung des Körpers soll nicht nur gegen vergleichsweise harmlose Beschwerden eine Wirkung zeigen, sondern auch gegen chronische Erkrankungen. So sollen im Zusammenhang mit Stoffwechselprodukten Neurodermitis, Rheuma und Gicht stehen. Vor allem bei Gicht erscheint dies einleuchtend, denn: die Entzündungen in den Gelenken entstehen durch einen Überschuss an Harnsäure – ein Abbauprodukt von Purinen.

Darüber hinaus werden der Entschlackungskur die folgenden positiven Effekte auf die Gesundheit zugeschrieben:

  1. Regeneration des Körpers
  2. Entlastung der Organe, vor allem der Nieren, der Leber und des Darms
  3. Höhere Leistungsfähigkeit
  4. Bessere Schlafqualität
  5. Gewichtsabnahme
  6. Steigerung des Wohlbefindens

Entschlackungskur – Dauer: 7 Tage oder 28 Tage

Die Dauer einer Entschlackungskur ist variabel und davon abhängig, welches Ziel man damit verfolgt. Wer seinem Darm nach kalorienreichen Tagen etwas Erholung gönnen möchte, kann eine mehrtägige oder einwöchige Kur einlegen. Auch wer schnell ein paar Pfunde verlieren möchte, kann auf eine kürzere Dauer setzen. Eine Entschlackungskur über vier Wochen soll hingegen zur Regeneration der Organe beitragen.

In den ersten Tagen der Kur sollte man ausschließlich flüssige Nahrung in Form von Brühe, Smoothies und Tees zu sich nehmen. Danach folgt die Umstellung auf eine pflanzliche Ernährung.

Bei einer Entschlackungskur könnte der Essens-Plan wie folgt aussehen:

  • Frühstück: Smoothie aus frischem Obst und Gemüse, z.B ein grüner Smoothie mit Spinat, Avocado, Banane und Mango
  • Mittagessen: Salat mit Nüssen und Äpfeln, gedünstetes Gemüse mit Wildreis oder Vollkornnudeln mit selbst gemachter Basilikum-Pesto.
  • Abendessen: Gemüsesuppe mit einer Scheibe geröstetem Dinkelbrot

Zwischen den Mahlzeiten sollten mindestens vier Stunden liegen, um den Darm zu entlasten. Auf Zwischenmahlzeiten sollte man somit verzichten.

Eine Entschlackungskur sollte immer in Absprache mit einem Arzt, Ernährungsberater oder Heilpraktiker durchgeführt werden, um Mangelerscheinungen vorzubeugen. Denn durch den Verzicht auf tierische Lebensmittel kann es zu einer Unterversorgung mit bestimmten Nährstoffen kommen.

Wirkung der Entschlackung wissenschaftlich nicht belegt

Es gibt keine wissenschaftlichen Beweise für die theoretischen Grundlagen, auf die die Entschlackungskur aufbaut. Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) erklärt auf ihrer Seite, dass „weder die Existenz von Schlacken noch die Annahme, dass säurebildende Lebensmittel den Säure-Basen-Haushalt stören, nachgewiesen“ seien. Weiter heißt es: „In einem gesunden menschlichen Körper gibt es keine Ansammlung von Schlacken und Ablagerung von Stoffwechselprodukten. Nicht verwertbare Stoffe werden über den Darm und die Nieren ausgeschieden".

Für die Entgiftung des Körpers sind hauptsächlich die Nieren und die Leber verantwortlich. Bei intakter Funktion scheiden die Nieren über die Harnwege täglich etwa 1,4 Liter Flüssigkeit aus. Darin befinden sich Abbauprodukte des Stoffwechsels, aber auch Medikamentenrückstände und Giftstoffe, etwa aus Alkohol oder Nikotin. Die Leber ist zudem am Stoffwechsel beteiligt und spaltet giftige Stoffe auf. Alles, was der Körper nicht benötigt oder was schädlich ist, schwemmt er aus.

Zwar ist die medizinische Wirksamkeit und Notwendigkeit einer Entschlackungskur bis heute wissenschaftlich nicht bewiesen. Eine Pflanzen-basierte Ernährung ist jedoch gesund und deckt sich zum Großteil mit den Empfehlungen der Deutschen Gesellschaft für Ernährung. Zudem räumt die DGE ein, dass eine Entschlackungskur zumindest als Einstieg für eine dauerhafte Ernährungsumstellung dienen kann.

Quelle:

Entgiftungsdiäten, in: dge.de (Deutsche Gesellschaft für Ernährung)