Für Pflegebedürftige

Entlassungsmanagement - gut versorgt nach Hause

Redaktion PraxisVITA
Ein Mann wartet im Krankenhaus auf seine Entlassung
Bei der Entlassung aus dem Krankenhaus müssen Kliniken dafür sorgen, dass der Patient auch zu Hause optimal versorgt ist © iStock/Tempura

Wie geht es mit mir nach der Entlassung aus der Klinik weiter? Diese Frage beschäftigt viele Patienten. Schließlich sind gerade ältere und chronisch kranke Menschen dann meist noch eine Weile auf Hilfe angewiesen. Eine gesetzliche Grundlage liefert wichtige Antworten. Was Sie wissen sollten.

Kliniken sind gesetzlich verpflichtet, die Anschluss-Versorgung ihrer Patienten sicherzustellen. Die Organisation einer optimalen Versorgung nach der Entlassung aus der Klinik nennt man Entlassungsmanagement. In vielen Einrichtungen gibt es dafür speziell geschultes Personal. Wir erklären, welche Hilfe Ihnen und Ihren Angehörigen zusteht und wie Sie sie erhalten.

 

Medizinische Weiterbehandlung

Die Krankenhäuser müssen sich jetzt um die lückenlose medizinische Weiterbehandlung nach der Entlassung kümmern. Das bedeutet auch, dass die Kliniken bei Bedarf einen zeitnahen Termin bei einem weiterbehandelnden Haus- oder Facharzt vereinbaren müssen.

 

Alltagshilfe für den Haushalt

Auch wer keine medizinische Pflege zu Hause benötigt, braucht nach seiner Entlassung möglicherweise jemanden, der den Haushalt erledigt, einkaufen geht und Essen kocht. Ob so eine Betreuung notwendig wird, prüft der Krankenhausarzt. Liegt der Bedarf bei Ihnen vor, wird diese Unterstützung für bis zu vier Wochen von der gesetzlichen Krankenversicherung bezahlt. Voraussetzung: Im Haushalt lebt keine weitere Person, die den Kranken pflegen beziehungsweise den Haushalt führen kann.

 

Medikamente und Krankschreibung

Apotheker mit Medikamenten
Für die ersten Tage zu Hause kann die Klinik Medikamente in der kleinsten Packungsgröße verschreiben © iStock/alvarez

Zum Entlassungsmanagement gehört auch die Erstversorgung mit Medikamenten nach der Entlassung. Klinikärzte können Rezepte für Arzneimittel in der kleinsten Packungsgröße ausstellen. Diese sind bis zu sieben Tage gültig und können wie normale Verschreibungen in der Apotheke eingelöst werden. Zusätzlich erhält der Patient einen Medikationsplan, in dem steht, welches Mittel zu welcher Zeit und in welcher Dosis eingenommen werden muss. Für Arbeitnehmer außerdem wichtig: Das Krankenhaus kann für die nächsten sieben Tage die Arbeitsunfähigkeit bescheinigen. Damit haben Patienten mehr Zeit, Folgerezepte und -bescheinigungen von ihrem Hausarzt zu organisieren.

 

Betreuung durch Pflegedienste

Viele ältere Patienten müssen nach der Entlassung aus der Klinik noch weiter betreut und gepflegt werden. Das Krankenhaus ist verpflichtet, sich darum zu kümmern, dass die häusliche Krankenpflege bei der Entlassung gewährleistet ist, zum Beispiel durch einen ambulanten Pflegedienst. Kann die Betreuung in den eigenen vier Wänden nicht sichergestellt werden, ist die Versorgung in der Kurzzeitpflege möglich. Stellt sich in der Klinik heraus, dass der Patient so pflegebedürftig ist, dass er dauerhaft in einem Heim untergebracht werden muss, organisiert das Krankenhaus auch diesen Platz.

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