Heilpflanzenlexikon

Engelsüß - sanfte Hilfe bei Magen-Darm-Beschwerden

Engelsüß wirkt schleimlösend sowie auswurffördernd und wird darum bei Erkältungen eingesetzt. Doch durch seine Bitterstoffe kann es noch anderweitig eingesetzt werden.

Engelsüß oder auch Tüpfelfarn
In der Volksmedizin wird Engelsüß gegen Darmwürmer eingesetzt. Die Bitterstoffe sollen die Eindringlinge verscheuchen. Eine solche Anwendung sollte aber unbedingt mit einem Arzt abgesprochen werden© Fotolia
 

Engelsüß: Anwendung und Heilwirkung

Definition Engelsüß

Bezeichnung: Polypodium vulgare Familie: Tüpfelfarngewächse (Polypodiaceae) Gattung: Tüpfelfarne (Polypodium) Art: Gewöhnlicher Tüpfelfarn

Die Volksmedizin verwendet Engelsüß bei Atemwegsinfektionen, da ihm eine schleimlösende und auswurffördernde Wirkung nachgesagt wird. Aufgrund der enthaltenen Bitterstoffe wurde Engelsüß auch bei Magen-Darm-Beschwerden verwendet.

 

Im Engelsüß enthaltene Wirkstoffe

Gerbstoffe, Flavonoide, Steroidsaponin(-glykoside), Schleimstoffe, ätherisches Öl

 

Botanik

Engelsüß oder auch Tüpfelfarn
In der Volksmedizin wird Engelsüß auch als natürliches Antibiotikum gepriesen. Die Wirkung ist aber wissenschaftlich nicht belegt© Fotolia

Engelsüß ist ein wintergrüner, ausdauernder Farn. Die dunkelgrünen gefiederten Blätter weisen hinsichtlich ihrer Länge erhebliche Unterschiede auf. So gibt es neben Blättern, die gerade einmal 8 Zentimeter lang werden auch solche, die eine Länge von bis zu 70 Zentimetern erreichen. Sie sind steif und stehen aufrecht. An der etwas heller gefärbten Unterseite befinden sich auch in Zweierreihen angeordnete, kreisrunde Fruchthäufchen, die sogenannten Sori, denen das Engelsüß auch seinen Namen Tüpfelfarn verdankt.

 

Verbreitung

Das Verbreitungsgebiet des Engelsüßes erstreckt sich über ganz Asien, Europa und Amerika. In erster Linie findet man es in schattigen Wäldern sowie in Schluchten und auf Felsen.

 

Andere Namen für Engelsüß

(Gewöhnlicher) Tüpfelfarn

Wissenswertes über Engelsüß

Seinen Namen verdankt Engelsüß einem in seiner Wurzel enthaltenen Stoff: Osladin. Hierbei handelt es sich um einen natürlichen Süßstoff, der weitaus süßer ist als Rohrzucker. Aufgrund der geringen Konzentration in der Pflanze rentiert sich eine Extraktion allerdings nicht.

Tee aus dem Wurzelstock verflüssigt die Gallensekretion. Dadurch wird die Darmstätigkeit angeregt, das hilft bei Verstopfung. Das Pulver kann man Marmeladen, Honig oder Mus beimischen, aber auch in süße Getränke einrühren. Da die Inhaltsstoffe sanft wirken, sind sie auch für Kinder geeignet.

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