„Engelchen flieg:“ Ein gefährlicher Spaß für Kinder?

Kinder lieben "Engelchen flieg" – aber immer mehr Ärzte warnen vor diesem Spiel. Was die Gelenke damit zu tun haben und was Eltern beachten sollten...

 

Was halten Kinder-Gelenke aus?

Kinder jauchzen, Eltern freuen sich – Engelchen flieg! Doch der Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte weist darauf hin, dass das auch gefährlich sein kann. Die Ärzte warnen davor, dass durch die ruckartige Bewegung beim „Engelchen flieg“ das Ellenbogen-Gelenk auseinandergezogen wird und umliegendes Gewebe in den Gelenkspalt rutschen und eingeklemmt werden kann. Dies verursacht starke Schmerzen. Ebenso kann das Hochziehen an nur einem Arm solche Beschwerden auslösen.

 

Was macht „Engelchen flieg“ so riskant?

Die Bänder, die das Gelenk halten, sind bei Kleinkindern bis zum Alter von vier Jahren noch locker und nicht vollständig entwickelt. Infolgedessen kann sich die Verbindung im Ellenbogengelenk zwischen Unterarm und Oberarm bei Belastung noch leicht lösen. Eltern sollten daher ihr Kind immer um den Oberkörper fassen, wenn sie es hochheben wollen. Für Kinder im Kleinkindalter ist das beliebte „Engelchen flieg“-Spiel zu gefährlich.

Mädchen und Kinderärztin
Wurde durch das „Engelchen flieg“-Spiel das Schultergelenk verletzt, sollte unbedingt ein Kinderarzt aufgesucht werden© Fotolia
 

Alarmsignal Schonhaltung

Um das Gelenk zu schonen, halten Kinder den Unterarm gebeugt und drücken ihn leicht gegen den Bauch. Sie möchten ihn nicht mehr bewegen und es fällt ihnen schwer, ihn überhaupt hochzuheben. Ist „Engelchen flieg“ an den Gelenkbeschwerden schuld, so treten die Schmerzen meist direkt nach dem Spiel auf. In diesem Fall sollten Eltern sofort einen Arzt aufsuchen. Er kann das Gelenk wieder in die richtige Position bringen und das Kind so schnell von Schmerzen befreien. Je schneller, desto besser. Sind bereits einige Stunden bis zur Behandlung vergangen, wird der Arzt in der Regel zusätzlich eine spezielle Schlinge, die für ein paar Tage das Gelenk ruhig stellt. Ohne Behandlung bleibt die Gefahr, dass die Beweglichkeit des Arms dauerhaft eingeschränkt wird.

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