Endometriose und Ernährung: So wichtig ist die richtige Diät

Nicole Lücke Medizin- und Wissenschaftsjournalistin

Bei Endometriose ist die Ernährung Teil eines ganzheitlichen Behandlungskonzeptes. Sie trägt dazu bei, dass der Körper mit allen wichtigen Nährstoffen versorgt wird. Gleichzeitig ist es wichtig, den Verzehr bestimmter Lebensmittel einzuschränken, um Beschwerden zu lindern.

Diese Ernährung kann bei Endometriose helfen
Die richtige Ernährung spielt bei einer Endometriose eine wichtige Rolle im Genesungsprozess Foto:  iStock | LaylaBird
Inhalt
  1. Welche Lebensmittel sollten bei Endometriose zur Ernährung gehören?
  2. Welche Bausteine der Ernährung bei Endometriose lindern Symptome?
  3. Ist bei Endometriose eine richtige Diät von Vorteil?

Bei Endometriose besteht der Ansatz der Ernährung einerseits darin, den Körper mit allen wichtigen Nährstoffen zu versorgen, da ein Mangel bestimmte Beschwerden verstärken kann. Andererseits gibt es auch Lebensmittel, bei denen ein positiver Einfluss auf die Symptome vermutet wird.

Heilen lässt sich die Erkrankung durch die Ernährung nicht. Denn bei einer Endometriose befindet sich Gebärmutterschleimhaut außerhalb der Gebärmutterhöhle. Dadurch kann es zu Wucherungen und Verwachsungen kommen, die zu Blutungen führen und Schmerzen oder Krämpfe auslösen, vor allem während der Menstruation.

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Welche Lebensmittel sollten bei Endometriose zur Ernährung gehören?

Es gibt wenig Studien über den Einfluss der Ernährung bei Endometriose, da es verhältnismäßig schwer ist, die Wirkung einzelner Lebensmittel auf diese individuell verlaufende Krankheit zu ermitteln. Fest steht jedoch, dass vor allem grünes Gemüse und frisches Obst empfehlenswert sind. Ärzte raten bei der Endometriose-Ernährung grundsätzlich zu folgender Zusammenstellung:

  • Viel frisches Gemüse: mindestens drei Portionen pro Tag, vor allem grüne Sorten, wie Salat, Brokkoli, Spinat und Kohl.
  • Frisches Obst: zwei Portionen am Tag, beispielsweise Beeren, Bananen und Orangen.
  • Vollkornprodukte: täglich Vollkornbrot statt Weiß- und Toastbrot; Vollkornnudeln und Müsli.
  • Samen und Körner: Nüsse, Leinsamen, Kürbiskerne als Garnitur oder kleine Portionen als Snacks. Aber Achtung bei Übergewicht – Nüsse haben viele Kalorien.
  • Fleisch in Maßen: mehr als 300 bis 600 Gramm pro Woche sollten es nicht sein, weißes Fleisch (Geflügel) ist rotem Fleisch vorzuziehen.
  • Fetter Fisch: ein- bis zweimal pro Woche fetter Fisch, wie Lachs, Hering oder Thunfisch.
  • Kalt gepresste Öle: zum Beispiel Olivenöl oder Rapsöl zum Kochen und für Dressings verwenden. 

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Gesunde Ernährung Entzündungshemmende Lebensmittel: Diese Ernährung heilt den Körper

 

Welche Bausteine der Ernährung bei Endometriose lindern Symptome?

Einige Inhaltsstoffe können dazu beitragen, Beschwerden zu verbessern oder gar nicht erst entstehen zu lassen. Sie sollten daher Teil der Ernährung bei einer Endometriose sein:

  • Omega-3-Fettsäuren: Sie haben eine entzündungshemmende Wirkung und stecken vor allem in fettem Fisch wie Lachs, Hering, Sardinen und Thunfisch.
  • Linolensäure: Auch sie hemmt Entzündungen und ist beispielsweise in pflanzlichen Ölen (Leinöl, Walnussöl, Rapsöl) zu finden sowie in Nüssen und Samen.
  • Antioxidantien: Dabei handelt es sich um die Vitamine A, C, E sowie um die Mineralstoffe Selen und Zink. Die Zufuhr lässt sich durch Obst und Gemüse (Vitamin A und C) erreichen, vor allem Brokkoli und Weißkohl (Selen), sowie durch Käse (Zink), Weizenkleie, Kürbis- und Sonnenblumenkerne (Zink), pflanzliche Öle und Nüsse (Vitamin E).
  • Phyto-Östrogene: Dabei handelt es sich um sekundäre Pflanzenstoffe, die Östrogenen chemisch ähneln. Deswegen führen sie zu einer verringerten Östrogenproduktion. Sie sollten zur Ernährung bei Endometriose gehören. Sie sind vor allem in Soja-Produkten enthalten.
  • Magnesium: Ein Magnesiummangel fördert die Entstehung von Krämpfen. Magnesium ist unter anderem in Vollkornprodukten, Weizenkleie und Nüssen enthalten.

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Ist bei Endometriose eine richtige Diät von Vorteil?

Bei Endometriose sollte auf bestimmte Lebensmittel verzichtet werden.

Von diesen zwei Lebensmittelgruppen raten Ärzte ab:

  • rotes Fleisch: Es wird ein Zusammenhang zwischen Rind- und Schweinefleisch und der Entstehung von Endometriose vermutet. Es sollte möglichst selten oder am besten gar nicht verzehrt werden. 
  • histaminreiche Lebensmittel: Histamin verstärkt das Schmerzempfinden und sollte vor allem während der Menstruation vermieden werden. Es steckt unter anderem in Rotwein, geräucherten Wurstwaren und lange gereiftem Käse.

Für einen optimalen Effekt sollte bei Endometriose die Ernährung dauerhaft umgestellt werden, so dass der Körper ausreichend mit den benötigten Nährstoffen versorgt ist.

Quellen:

Endometriose und Ernährung, in: Uniklinik Düsseldorf

Ernährungsinformation Endometriose, in: Endometriose Vereinigung Austria

Endometriose, in: Universitätsklinikum Erlangen

Ausgewählte Fragen und Antworten zu Selen, in: Deutsche Gesellschaft für Ernährung

Die Endometriose-Diät, in: OVA IVF Clinic Zürich

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