Endometriose – eine junge Frau macht ihr Leiden öffentlich

Verena Elson Medizinredakteurin

Ihr seid nicht allein! Diese Nachricht schickt Thessy Kouzoukas an alle Leidensgenossinnen mit Endometriose. Auf Instagram teilt sie intime Fotos und will damit auf ihr Leiden aufmerksam machen.

Endometriose ist eine Krankheit, über die viele Betroffene nicht gerne sprechen. Doch Thessy Kouzoukas Kouzoukas (27) beschloss, ihr Schweigen zu brechen und mit ihrem Leiden an die Öffentlichkeit zu gehen.

Bei der jungen Australierin war vor einigen Wochen eine Zyste im Bauchraum geplatzt. Auf Instagram zeigt sie ein Bild ihres stark gewölbten Bauches und eins von ihrem inzwischen wieder flachen Bauch fünf Wochen später. Thessy Kouzoukas nimmt ein Medikament ein, dass ihre Hormonproduktion stark hemmt und vorzeitig die Menopause einsetzen lässt. Ende August muss sie sich einer mehrstündigen Operation unterziehen.

 

This is quite shocking to people. This is me. This is endometriosis. I never intended to share these photos hence why I'm naked, but my god I can't believe the amount of DM's I've received from girls who have endo too and feel alone. The left is my stomach 3 weeks after a ruptured cyst (5 weeks ago). The right is me now, on a drug called "synarel" that has stopped all my hormones and sent me into menopause at the age of 27. My upcoming trip to Greece along with this drug is in hopes to get me prepped and in the best condition both physically and mentally for an operation I'm receiving in late August. Endo is no joke. I'll be operated on for 7+ hours and hospitalised for a week. Please, spread the word about endo. And If you know anyone with bad period pain PLEASE tell them to get checked for this. And to my girls with endo.. you're not alone ❤️

Ein Beitrag geteilt von Thessy Kouzoukas (@thessy.k) am

„Das ist ganz schön schockierend für die Leute. Das bin ich. Das ist Endometriose. Ich hatte nie vor, diese Fotos von mir zu teilen, weil ich darauf ja nackt bin, aber mein Gott, ich kann einfach nicht glauben, wie viele Mädchen mir Nachrichten geschickt haben, die auch Endometriose haben und sich alleingelassen fühlen.

Das linke Bild zeigt meinen Bauch drei Wochen nach einer geplatzten Zyste (vor fünf Wochen). Auf dem rechten bin ich zu sehen, wie ich jetzt aussehe. Ich nehme zurzeit ein Medikament namens „Synarel“, das meine Hormonproduktion bremst und mich mit 27 in die Wechseljahre schickt.

Dieses Medikament soll mich zusammen mit meinem geplanten Aufenthalt in Griechenland körperlich und psychisch auf eine Operation Ende August vorbereiten. Endometriose ist kein Witz. Ich werde mindestens sieben Stunden operiert werden und eine Woche im Krankenhaus bleiben.

Bitte, macht Endometriose bekannt. Und wenn ihr jemanden mit schlimmen Menstruationsbeschwerden kennt, BITTE sagt ihr, sie soll sich darauf untersuchen lassen. Und an alle Mädchen und Frauen mit Endometriose... ihr seid nicht allein!

 

Was ist Endometriose?

Die Gebärmutterschleimhaut (Endometrium) wird bei Frauen in jedem Zyklus neu gebildet. Sie wächst in der Gebärmutterhöhle, damit sich ein eventuell befruchtetes Ei darin einnisten kann. Kommt es nicht zu einer Schwangerschaft, wird die nicht benötigte Schleimhaut abgestoßen – es kommt zur Regelblutung.

Bei einer Endometriose wächst die Gebärmutterschleimhaut nicht nur innerhalb der Gebärmutterhöhle, sondern auch außerhalb der Gebärmutter in benachbarten Organen. Während der Periode versucht der Körper auch dieses überflüssige Gewebe abzustoßen – es kann aber nicht abfließen. Nun wird es entweder langsam vom Körper abgebaut, oder es kommt zu einem Blutstau, der zur Bildung sogenannter Endometriosenzysten führt.

An sich sind diese Wucherungen harmlos und müssen nicht immer behandelt werden. Sind sie jedoch an besonders ungünstigen Stellen oder führen zu heftigen Schmerzen, ist eine Therapie ratsam. Diese kann durch Medikamente erfolgen, die durch Eingriff in die Hormonproduktion die Rückbildung der Wucherungen bewirkt. Manchmal, wie im Fall von Thessy Kouzoukas, ist eine Operation notwendig, bei der die Wucherungen im Bauchraum entfernt werden.

Eine Endometriose ist häufig der Grund für einen unerfüllten Kinderwunsch. Etwa bei jeder zweiten Frau, die sich deshalb behandeln lässt, wird als Ursache eine Endometriose diagnostiziert.

 

Wie kann man verhindern, dass es so weit kommt?

Thessy Kouzoukas rät allen Frauen, die starke Regelbeschwerden haben, schnellstmöglich einen Arzt aufzusuchen und sich auf Endometriose untersuchen zu lassen. Das ist tatsächlich ratsam, denn wenn eine Behandlung notwendig ist, kann ein früher Start spätere Komplikationen wie bei der jungen Australierin verhindern. Warnzeichen sind allerdings alle Beschwerden, die im Rhythmus des Zyklus auftreten – es kann sich dabei auch um unspezifische Verdauungsbeschwerden handeln.

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