Endlich rauchfrei

Gute Vorsätze gehören zum Jahreswechsel wie das „Dinner for One" und der Sekt um Mitternacht. Zu keinem anderen Zeitpunkt im Jahr versuchen so viele das Rauchen aufzugeben. Fachleute nennen den Verzicht auf Zigaretten von einem Tag auf den anderen daher auch die „Silvester"-Methode.

„Für den Rauchstopp ist der Jahreswechsel tatsächlich geeignet", erklärt Dr. Justus de Zeeuw, Chefarzt des Lungenzentrums am Wuppertaler Petrus-Krankenhaus. „Um 24 Uhr rauche ich die letzte Zigarette und am nächsten Morgen starte ich als rauchfreier Mensch ins neue Leben."

Zukünftige Nichtraucher sollten sich allerdings schon vorher genau auf die Zeit ohne Glimmstängel vorbereiten. „Je länger man die Tabakentwöhnung plant, desto erfolgreicher lässt sie sich in die Tat umsetzen", so der Experte.

Allein mit Willenskraft schaffen es die wenigsten, ihre Sucht in den Griff zu kriegen. Fremde Hilfe erhöht die Chancen auf Erfolg! Doch bei der Auswahl haben Raucher die Qual der Wahl: Denn Therapieansätze gibt es viele, von alternativen Heilmethoden wie Akupunktur oder Hypnose bis zu Medikamenten. „Die eine Methode, die für alle Raucher anwendbar ist, gibt es nicht", sagt Dr. de Zeeuw.

Studien belegen: Oft ist die Kombination aus Gesprächstherapie, Nikotin-Ersatzmitteln (zum Beispiel Kaugummi) und bei schwerer Sucht beziehungsweise mehreren Rückfällen auch Medikamenten am erfolgreichsten. Die wichtigsten Entwöhnungskurse sind:

Beim Jahreswechsel mit dem Rauchen aufzuhören klappt häufiger
Beim Jahreswechsel mit dem Rauchen aufzuhören klappt häufiger als zum einem anderen Zeitpunkt. Experten nennen diesen Effekt die Silvester-Methode© shutterstock
 

Das Rauchfrei-Programm

Die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung hat die Entwicklung dieses Programms gefördert. Zertifizierte Trainer führen den entweder drei- oder achtwöchigen Kurs mit jeweils einer Sitzung pro Woche durch. Die Kosten variieren je nach Ausbilder, liegen meistens aber nicht über 200 Euro. 37,3 Prozent der Teilnehmer werden so langfristig rauchfrei. Infos: www.rauchfrei-programm.de

 

Nichtraucher in 6 Wochen

Dieser Kurs wurde von der Tübinger Uniklinik entwickelt. Die Kursgebühren schwanken je nach Anbieter zwischen 90 und über 300 Euro. Nach einem Jahr rauchen ca. 39 Prozent der Teilnehmer nicht mehr. Infos: www.anbieter-raucherberatung.de

 

Allen Carr's Easyway

In sechsstündigen Seminaren sollen die Kursteilnehmer verinnerlichen, warum sie ohne Nikotin viel besser leben. Die Kurse kosten ab 259 Euro. Die Abstinenz-Quote soll laut Allen Carr nach einem Jahr 53,3 Prozent betragen. Viele unabhängige Wissenschaftler zweifeln diese hohe Zahl jedoch an. Infos: www.allen-carr.de Telefon: 0 800/07 28 24 36

Vor- und Nachteile der beliebtesten Aufhör-Methoden

Entwöhnungs-Programme:

Professionelle Unterstützung in geprüften Rauchfrei-Programmen kann die Erfolgsaussicht im Vergleich zu Spontan-Entschlüssen deutlich erhöhen. Daher geben viele Krankenkassen einen Kostenzuschuss.

Nikotinersatz-Präparate:

Rezeptfreie Nikotinkaugummis, -pflaster und -sprays versorgen den Körper auch ohne Zigaretten mit dem Suchtstoff. Sie stillen so die Lust aufs Rauchen. Allerdings führen sie allein noch nicht zu einer Verhaltensänderung.

 

Alternative Therapien (Hypnose, Akupunktur)

Ihre Anbieter werben oft mit unhaltbaren Erfolgsquoten. „Wissenschaftlich" bestätigt sind diese Methoden jedoch selten. Aber wer an ihre Heilwirkung glaubt, dem helfen sie, von der Nikotinsucht loszukommen.

»Silvester«-Methode:

Nur drei von 100 Spontanversuchen sind auch langfristig erfolgreich. Die Abstinenz-Chancen steigen allerdings durch gute Vorbereitung, ausreichende Motivation und professionelle Unterstützung etwa von Ärzten oder Psychologen.

Das könnte Sie auch interessieren
Themen
Copyright 2018 praxisvita.de. All rights reserved.