Ende der Grippewelle 2020? Deutlich weniger Fälle in Deutschland

Mona Eichler Health-Redakteurin

Die Grippewelle 2020 flacht laut dem Robert Koch-Institut deutlich ab: In der letzten Märzwoche wurden lediglich 3.528 Neuansteckungen gemeldet. Diese Zahl steht in direkter Verbindung mit dem aktuellen Kampf gegen das Coronavirus. 
 

Frau liegt auf der Couch und misst Fieber.
Grippewelle 2020: Das Fieber sinkt Foto:  iStock / PredragImages
Inhalt
  1. Grippewelle 2020: Aufatmen gerechtfertigt
  2. Wie sich das Coronavirus auf die Grippewelle 2020 auswirkt
  3. Grippe oder COVID-19?

Die Grippewelle 2020 geht ihrem Ende entgegen: Wie das Robert Koch-Institut (RKI) in seinem aktuellen Influenza-Wochenbericht meldet, brach die Zahl der Neuinfektionen im Zeitraum vom 21. bis 27. März (KW 13) auf 3.528 gemeldete Fälle ein.
In der Woche zuvor waren es noch 9.878 Neuansteckungen gewesen, Anfang Februar lagen die Zahlen bei über 20.000. 

Eine Frau liegt krank auf der Couch und hält sich den Kopf
NEWS Grippewelle 2020: Diese Regionen sind besonders stark betroffen

 

Grippewelle 2020: Aufatmen gerechtfertigt

"Die Influenza-Aktivität ist im Vergleich zur Vorwoche deutlich gesunken. Das Ende der auf Bevölkerungsebene messbaren Grippewelle scheint erreicht zu sein", schlussfolgert das RKI in seinem aktuellen Bericht, dessen Zahlen einen starken Rückgang der Neuinfektionen belegen. 
Zeitgleich mit den lediglich 3.528 neuen Influenza-Fällen sank auch das Vorkommen von allgemeinen Atemwegserkrankungen (ARE), zu denen leichte bis schwere Erkältungen (LINK) gehören. In KW 13 waren 2,8 Prozent der deutschen Bevölkerung erkältet. Eine Woche zuvor lag der Wert noch bei 5,2 Prozent. 
"Der Höhepunkt der Grippewelle ist überschritten", betont das RKI in seinem aktuellen Wochenbericht. 

Ingesamt wurden seit der 40. MW 2019 bis zur aktuellen Kalenderwoche 181.912 labordiagnostisch bestätigte Influenzafälle an das RKI übermittelt. 

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Wie sich das Coronavirus auf die Grippewelle 2020 auswirkt

Die Grippewelle 2020 trat durch die rasche Ausbreitung des Coronavirus' Anfang des Jahres etwas in den Hintergrund des Interesses. Die aktuellen niedrigen Influenza-Neuansteckungen bringt das RKI allerdings in direkte Verbindung mit dem Kampf gegen die Pandemie: 
So hätten die von der Bundesregierung eingeführten Kontaktbeschränkungen sowie die geschlossenen Kitas und Schulen zu "einer deutlichen Reduzierung der ARE-Aktivität vor allem in den jüngeren Altersgruppen" beigetragen. 

 

Grippe oder COVID-19?

Mit Blick auf die Corona-Pandemie lässt sich allerdings noch ein weiterer Schluss ziehen: 
Die Tatsache, dass die Grippewelle 2020 nun ihr messbares Ende erreicht hat, sollte sensibler für Krankheitssymptome machen. In Deutschland sind laut der Johns Hopkins Universität aktuell 103.375 Menschen mit COVID-19 infiziert (STand: 7. April 2020). Wer in den kommenden Tagen, Wochen und Monaten grippeähnliche Symptome aufweist, sollte sich schneller mit der Frage auseinandersetzen, ob er an COVID-19 erkrankt sein könnte.  

Eine Frau liegt krank im Bett
Krankheiten & Behandlung Coronavirus-Symptome: Der Unterschied zur Grippe und Erkältung

Als Ersthilfe bei Zweifeln kann die Coronavirus-App "CovApp" der Berliner Charité in Anspruch genommen werden. Diese browserbasierte Software leitet Patienten zunächst durch einen Online-Fragebogen und stellt im Anschluss konkrete Handlungsempfehlungen, Ansprechpartner und Kontakte zur Verfügung.
Die Ansprechpartner und Kontakte beschränken sich derzeit noch auf die deutsche Hauptstadt, die Handlungsempfehlungen sind allerdings in ganz Deutschland hilfreich. 
Zugriff auf die "Cov-App" erlangt man über die Homepage der Berliner Charité – vorab sind keinerlei Anmeldungen oder Downloads nötig. 

Quellen:

Influenza Wochenbericht KW 13/2020, in: rki.de
Coronavirus COVID-19 Global Cases by the Center for Systems Science and Engineering (CSSE) at Johns Hopkins University (JHU), in: arcgis.com

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