EMS-Training: So können Sie mithilfe von Strom schnell abnehmen

Redaktion PraxisVITA

EMS-Training wird gerade als neues super Work-out der Sportwelt angepriesen. Man soll damit sportlicher, definierter und auch schlanker werden – und das in nur 20 Minuten. Doch was steckt wirklich hinter dem angesagten Elektrostimulationstraining und wie funktioniert es? Für wen ist diese Art des Work-outs geeignet?

Frau macht EMS-Training
Beim EMS-Training soll das Muskelgewebe durch Reizstrom stimuliert und so zum schnelleren Wachstum angeregt werden Foto:  iStock/ljubaphoto
Inhalt
  1. Was ist EMS-Training und wie funktioniert es?
  2. Wer kann EMS-Training betreiben?
  3. Welche gesundheitlichen Risiken hat das EMS-Training?
  4. Wie viel kostet EMS-Training und wo kann ich es machen?
  5. EMS-Training: Effektiv, aber mit Vorsicht zu genießen
 

Was ist EMS-Training und wie funktioniert es?

EMS steht für Elektro-Muskel-Stimulation beziehungsweise Elektromyostimulation. Beim EMS-Training wird Reizstrom durch elektrische Impulse direkt in die Muskeln geleitet. Das ist grundsätzlich nichts Neues, Physiotherapeuten arbeiten bereits seit Jahrzehnten mit den positiven Effekten von strombasierter Therapie.

Die neuartigen EMS-Geräte schicken in kurzen Intervallen von wenigen Sekunden gezielt Strom durch den Körper. Spezielle, feuchte Funktionskleidung, die während des Sports getragen werden muss, sorgt dafür, dass der Strom gut geleitet wird und auch in den richtigen Muskelpartien ankommt. Mehr als eine kurze Vibration sollte man von dem Reizstrom im Bereich von rund 50 Hertz nicht spüren, solange das Gerät nicht zu stark eingestellt ist. Um die richtige Intensität kümmert sich der Trainer vor dem Beginn der EMS-Session. Statt mit Geräten wird bei dem Elektrostimulationstraining dann mit dem eigenen Körpergewicht gearbeitet und Übungen wie Kniebeugen oder Sit-ups durchgeführt.

Der Reizstrom, den das EMS-Gerät aussendet, soll das Muskelgewebe stimulieren und zu schnellerem Wachstum anregen. Er fördert während des Work-outs die natürliche Kontraktion der Muskeln und erreicht auch tiefer gelegene Muskelpartien. So wird der Effekt der Übung, die in diesem Moment ausgeführt wird, um ein Vielfaches intensiviert. Sie werden ziemlich schnell merken, wie anstrengend es ist, die altbekannten Übungen im EMS-Anzug auszuführen. Daher sind die jeweiligen Trainingseinheiten auch nur 20 Minuten lang. EMS-Training soll besonders schnelle und ausgeprägte Ergebnisse erzielen. Außerdem soll es dabei helfen, Spannungen zu lösen und so auch Beschwerden wie Rückenschmerzen zu lindern.

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Wer kann EMS-Training betreiben?

Diese Art von Work-out ist aufgrund des Stroms, der durch den Körper fließt, nicht für jede Person geeignet. Deshalb sollten Sie sich vor dem EMS-Training versichern, dass diese Art der körperlichen Betätigung mit Ihrem Gesundheitszustand kompatibel ist. Ein Check beim Hausarzt sollte im Zweifelsfall vor dem Besuch eines EMS-Studios immer erfolgen. Gesunde Menschen können im Normalfall bedenkenlos ein- bis zweimal pro Woche mit Reizstrom trainieren.

Achtung: Schwangere und Personen mit einem Herzschrittmacher können das Elektrostimulationstraining grundsätzlich leider nicht nutzen. Im nächsten Abschnitt lesen Sie, wieso auch Nierenkranke bei übermäßigem Elektrostimulationstraining vorsichtig sein sollten.

 

Welche gesundheitlichen Risiken hat das EMS-Training?

Da es sich beim EMS-Training um eine relativ neue Art der sportlichen Betätigung handelt, gibt es bisher tendenziell eher wenige wissenschaftliche Untersuchungen zu den Risiken, die der Reizstrom auf Dauer birgt.

Besonders zu häufige EMS-Work-outs können sich nach aktuellen wissenschaftlichen Forschungsergebnissen jedoch negativ auf Ihren Körper auswirken. Zu diesem Ergebnis ist eine Studie der Sporthochschule Köln gekommen. Der Grund: Der Reizstrom sorgt in den Muskeln für eine stark erhöhte Ausschüttung der sogenannten Creatin-Kinase, auch CK genannt. Sie regt zwar das Muskelwachstum an, muss danach aber über die Nieren abgebaut werden. Wenn also dauerhaft viel Creatin-Kinase im Körper entsteht und abgebaut werden muss, bedeutet das eine Belastung für das Organ. Es kann zu einer Schädigung und im Ernstfall sogar zu Nierenversagen führen.

 

Wie viel kostet EMS-Training und wo kann ich es machen?

Eine einzelne Trainingseinheit mit einem ausgebildeten EMS-Fitnesstrainer kostet im Durchschnitt um die 20 bis 25 Euro und dauert 20 Minuten. Die spezielle Trainingskleidung wird dabei gestellt und muss nicht zusätzlich bezahlt werden. In den meisten größeren Städten gibt es mittlerweile eine Vielzahl an Fitnessstudios und auch Physiotherapeuten, die Elektrostimulationstraining anbieten. Am besten informieren Sie sich im Netz darüber, wo in Ihrer Nähe EMS-Training möglich ist.

 

EMS-Training: Effektiv, aber mit Vorsicht zu genießen

EMS-Training ist eine gute Alternative für alle Menschen, die im Alltag nur wenig Zeit für lange Sporteinheiten haben und trotzdem gute Ergebnisse erreichen möchten. Personen, die an Rückenschmerzen oder anderen schweren Verspannungen leiden, können von EMS ebenfalls profitieren. Allerdings sollten Sie sich bei Ihrem Hausarzt vergewissern, dass das Work-out mit Elektrostimulation für Sie unbedenklich ist.

Quellen:

NDR: Muskeln durch Strom: Genial oder schädlich 

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