Empty Nest Syndrom: Den neuen Lebensabschnitt meistern

Redaktion PraxisVITA

Wenn Kinder flügge werden, leiden oft die Eltern. Das Empty Nest Syndrom gilt in der Psychologie als Anpassungsproblem, das entstehen kann, wenn die eigenen Kinder ausziehen. Symptome wie Traurigkeit, Einsamkeit oder innere Leere können die Folge sein. Anzeichen einer Depression erfordern psychologische Hilfe.

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Aus dem Empty Nest Syndrom kann sich auch eine Depression entwickeln Foto:  iStock/Georgijevic
Inhalt
  1. Welche Symptome verursacht das Empty Nest Syndrom?
  2. Welche Ursachen hat das Empty Nest Syndrom?
  3. Kann das Empty Nest Syndrom behandelt werden?
 

Welche Symptome verursacht das Empty Nest Syndrom?

Beim Empty Nest Syndrom ist die Bandbreite der Symptome breit gefächert. Manche spüren nur einen leichten Abschiedsschmerz am Tag des Auszugs, zum Beispiel, wenn sie das leer geräumte Kinderzimmer betreten. Bei anderen Menschen kann die Trauer über mehrere Wochen andauern.

Auch Symptome wie Einsamkeit, ein Gefühl der Perspektivlosigkeit oder inneren Leere kommen beim Empty Nest Syndrom vor. Manche Mütter und Väter leiden sogar unter Selbstzweifeln: Sie fragen sich, ob sie ihr Leben vielleicht zu sehr um ihre Elternrolle gestaltet haben.

In schweren Fällen löst ein Empty Nest Syndrom sogar eine echte Depression aus. Beschwerden wie Freudlosigkeit, Schlafstörungen, fehlender Antrieb sowie eine nicht enden wollende Traurigkeit sind Warnsignale. Ebenso können Beziehungs- und Paarprobleme entstehen, wenn die Eltern nun nicht mehr als Vater und Mutter im Alltag funktionieren, sondern sich als Paar wiederfinden müssen.

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Welche Ursachen hat das Empty Nest Syndrom?

Die offensichtliche Ursache ist der Auszug der Kinder. Das bedeutet oft einen starken Umbruch im Familiengefüge. Drehte sich vorher im Alltag vieles um die Kinder, fällt dieser Fokus nun weg. Wieder allein oder zu zweit zu sein, bedeutet eine große Veränderung. Und große Umbrüche oder Übergangsphasen in einen neuen Lebensabschnitt können psychologisch betrachtet leicht eine Krise auslösen – so ist es oft beim Empty Nest Syndrom.

Der negative Effekt dieser Veränderung kann beim Empty Nest Syndrom durch andere Umbrüche und Belastungen verstärkt werden, die Mütter und Väter in dieser Lebensphase häufig durchmachen, zum Beispiel die Wechseljahre, den Eintritt ins Rentenalter oder die Pflegebedürftigkeit der eigenen Eltern.

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Kann das Empty Nest Syndrom behandelt werden?

Wenn das Empty Nest Syndrom nicht zu stark ausgeprägt ist, schaffen es viele Betroffene aus eigener Kraft, diese Krise zu meistern. Sie können sich selbst den neuen Lebensabschnitt erleichtern, indem sie zum Beispiel bewusst stolz auf ihre Leistungen als Eltern zurückblicken, sich mit Gleichgesinnten austauschen, andere Rituale im Umgang mit ihren Kindern finden oder die Phase dazu nutzen, neue Hobbys und Herausforderungen anzugehen.

In schweren Fällen, wenn sich durch das Empty Nest Syndrom etwa eine Depression entwickelt hat, ist eine Behandlung nötig – Betroffenen sollten sich psychologische Unterstützung holen. Eine Psycho- oder Verhaltenstherapie kann helfen, die Anpassung an die neue Lebensphase zu erleichtern. Bei Paarproblemen, die durch das Empty Nest Syndrom zum Vorschein kommen, hilft möglicherweise eine Eheberatung oder Paartherapie.

Quellen:

  • Folkes, E. & Gatterer, G. (2006): Lebenskrisen und das Leben im Alter. In: Generation 50 plus. Springer Verlag, Wien
  • Empty-Nest-Situation, in: portal.hogrefe.com
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