Selbsttests

Empathie-Test: Wie empathisch bin ich?

Redaktion PraxisVITA

Während einige Menschen Emotionen und Motive ihrer Mitmenschen immer sofort intuitiv erkennen und verstehen, sind sie für andere ein Buch mit sieben Siegeln. In der Empathiefähigkeit verschiedener Menschen gibt es große Unterschiede. Wie steht es um ihr Talent, sich in andere hineinzuversetzen?

Eine Frau hört ihrer Freundin aufmerksam zu
Wer seine Empathie schulen möchte, kann aufmerksames Zuhören trainieren Foto:  iStock/MStudioImages

Die Fähigkeit, die Gefühle anderer wahrzunehmen und zu deuten, eignen wir uns bereits im Kleinkindalter an. Doch als Erwachsene büßen wir unsere Empathie manches Mal etwas ein. Vielleicht, weil wir einen Alltag haben, bei dem wir unter Dauerstress stehen – dem Feind des Einfühlungsvermögens. Oder aber, weil wir diese Fertigkeit mit der Zeit etwas zu sehr vernachlässigt haben. Denn, so erklären Psychologen, auch angeborene Fähigkeiten müssen stetig geschult, verfeinert und entwickelt werden.

 

Empathie-Test: Eigene Empathie prüfen

Manchmal ist es gar nicht so leicht, die eigenen Fähigkeiten zu beurteilen. Der Empathie-Test hilft Ihnen, Ihre Empathiefähigkeit richtig einzuschätzen.

Doch was ist, wenn ich in Sachen Empathie weniger gut abschneide? Schadet mir das? Experten wissen zumindest, dass eine hohe Empathiefähigkeit viele Vorteile bringt: Empathische Menschen können besser mit Stress umgehen. Das wiederum wirkt positiv auf Immunsystem und Gesundheit und verlängert so auch das Leben. Und ganz nebenbei macht ausgeprägtes Mitgefühl auch noch sympathisch und beruflich erfolgreich, ergab eine US-Studie.

EIne Mutter liegt mit ihrer kleinen Tochter im Bett und beide gähnen
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Empathie lernen: Übungen für den Alltag

Erfolgreicher, beliebter und gesünder sein – alles gute Gründe, sein Mitgefühl mit einigen Übungen zu schulen:

  • Aktiv zuhören: Das ist mehr als bloßes Hinhören, was der andere redet. Hier geht es darum, auch verstehen zu wollen, was der andere meint. Das beinhaltet, sich Zeit zu nehmen, dem Gegenüber uneingeschränkte Aufmerksamkeit zu schenken und im Geist emotional wie bildhaft mitzuverfolgen, wie er die geschilderte Situation erlebt hat.
  • Schweigen ist Gold: Lernen Sie zu schweigen, wenn Ihnen jemand sein Herz ausschüttet – selbst wenn Sie manches aus eigenem Erleben kennen. Versuchen Sie, so achtsam zu sein, als hörten Sie die Geschichte zum ersten Mal, raten Psychologen. Denn jeder möchte seine Probleme als einzigartig respektiert sehen, und es hilft nicht, wenn jemand ihm versichert, er habe das Gleiche erlebt oder das Ganze sei doch gar nicht so schlimm.
  • Andere besser verstehen: Wer seine Mitmenschen beobachtet, entwickelt ein gutes Verständnis für sie. Welche Gewohnheiten haben sie? Wie arbeiten sie? Wie reagieren sie in welchen Situationen? Wer etwa erkennt, dass die Kollegin morgens erst einen Kaffee und etwas Ruhe braucht, kann Rücksicht nehmen, anstatt sie direkt mit Fragen zu belagern.
  • Konzentriert bleiben: Unser Gehirn kann Wörter schneller aufnehmen, als wir sie aussprechen. Wenn wir jemandem „nur“ zuhören, ist es daher leicht unterfordert. Diese Langeweile nutzt es gern, um sich mit anderen Dingen abzulenken. Versuchen Sie daher schon möglichst vor einem Gespräch, Störfaktoren abzustellen: Tür zu, Handy wegpacken, E-Mail-Programm schließen. Je ruhiger die Umgebung ist, desto besser für Ihre Konzentration – und für Ihr Einfühlungsvermögen.
  • Achtsamkeitstraining: Beim Meditieren lernen Sie, sich zu fokussieren – etwa auf den Atem. Später können Sie diese Achtsamkeit in Gesprächen anwenden. Sie hilft dann z. B. den Kopf von eigenen Gedanken zu befreien und dem Gegenüber konzentriert zuzuhören.
  • Fernsehen ohne Ton: Schalten Sie beim Fernsehen mal den Ton ab. Schauen Sie die Szenen an und versuchen Sie zu erraten, was die Schauspieler miteinander reden und wie sich die Charaktere fühlen. Achten Sie auch auf Mimik und Gestik. Sie bekommen auch ohne Ton viel mit? Toll, Ihr Empathie-Muskel ist gestärkt! Auch gut: Bücher lesen. Einer kanadischen Studie zufolge sind Menschen umso empathischer, je mehr Romane sie lesen.
  • Gefühle zu- und loslassen lernen: Beobachten Sie sich auch mal selbst in einem Gespräch: Stellen Sie sich die Situation des anderen vor und fühlen Sie in sich hinein, ob beziehungsweise welche Gefühle bei Ihnen entstehen. Fühlen Sie überhaupt etwas? Übermannen Sie die Emotionen? Versuchen Sie zu unterscheiden, was Ihre Gefühle sind und welche die des anderen. Wichtig: Am Ende eines solchen Gesprächs sollten Sie bewusst aus dieser Vorstellung heraustreten und emotional zu sich selbst zurückkehren, so Psychologen. Eine gute Methode dazu: den Körper kurz und kräftig anspannen und lösen. Und sich im Geist sagen: „Ich kehre nun zu meinem Erleben und zu meinen Gefühlen zurück und lasse die Gefühle von XY los. Ich bin jetzt wieder in meiner eigenen Welt.“
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