Embrace: Der Schlafsack, der Leben rettet

Babys im Schlafsack
Eine neue Erfindung US-amerikanischer Forscher hält Babys warm wie ein Brutkasten – der neue Babywärmer sieht aus wie ein Schlafsack © Fotolia

Ein Brutkasten, der keiner ist: Der neu entwickelte Babywärmer „Embrace“ sieht aus wie ein Schlafsack und hat bereits vielen Babys das Leben gerettet.

Weltweit werden jedes Jahr 15 Millionen Babys zu früh geworden. Fast jedes dritte von ihnen wird noch nicht mal einen Monat alt. Der Grund ist meist Unterkühlung – denn die Frühchen sind noch nicht in der Lage, ihre Körpertemperatur selbst zu regulieren. Babys fühlen sich bei 32 Grad wohl – eine für uns angenehme Raumtemperatur fühlt sich für sie eisig kalt an. Die Folge: Sie verbrauchen zu viel Sauerstoff und Energie, um sich warmzuhalten und werden so anfälliger für Infektionen.

Video: www.embraceglobal.org

Um dem vorzubeugen, werden in Europa und den USA moderne Brutkästen verwendet. Sie halten das Baby warm, überwachen seine Vitalfunktionen und sind mit Geräten zum Beatmen und Verabreichen von Infusionen ausgestattet. Doch diese moderne Technik hat ihren Preis: Mehrere Tausend Euro müssen Kliniken dafür aufbringen. Für kleine Krankenstationen in afrikanischen und einigen asiatischen Ländern sind diese Summen nicht zu stemmen. Außerdem sind nicht alle Kliniken mit Strom versorgt – der ist aber Voraussetzung für die Verwendung moderner Brutkästen.

 

Der neue Babywärmer „Embrace“

Der von Studenten der Stanford University in San Francisco entwickelte Babywärmer „Embrace“ stellt einen Ausweg aus dieser Lage dar. Er kann zwar nicht so viel wie die hochmodernen Brutkästen hierzulande, aber die wichtigste Aufgabe erfüllt er: Er hält das Baby warm. „Embrace“ ist eine Art Schlafsack, den man aufwärmen kann und der seine Wärme langsam an die Umgebung abgibt. Er funktioniert ohne Strom, kostet nur etwas mehr als 200 US-Dollar und kann auch zu Hause, ohne medizinisches Personal angewendet werden – darum sehen Experten ihn als wirksames Mittel in der Bekämpfung der hohen Säuglingssterblichkeit.

Hamburg, 3. März 2015

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