Eiweiß für mein Herz

Redaktion PraxisVITA
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Shakes mit Molkeprotein enthalten besonders hochwertige Aminosäuren © alamy

Eiweißshakes sind gut für das Herz: Milchproteine, insbesondere hochwertiges Molkeprotein, können laut neuen Erkenntnissen den Blutdruck senken und so das Herz schützen. Das haben Wissenschaftler in einer Studie nachgewiesen. Auch weitere, positive Effekte der Shakes werden mit den Proteinen in Verbindung gebracht.

Langzeitstudien haben bereits gezeigt, dass Menschen mit einem hohen Milchkonsum oft gesünder sind als eine Vergleichsgruppe mit niedrigem oder keinem Milchkonsum. Warum das so ist, wusste man bisher jedoch nicht. Eine neue Untersuchung an der englischen University of Reading hat sich nun mit den Milchproteinen und ihren Auswirkungen auf die Herzgesundheit beschäftigt. Die Ergebnisse lassen vermuten, dass Molke-Shakes sehr gute Gesundheitsförderer sein können. Die sogenannten „Whey“-Shakes kommen meist im Kraftsport und Bodybuilding zum Einsatz, wo sie den schnellen Muskelaufbau unterstützen sollen.

 

Eiweiß-Shakes sind gut, „Whey“-Shakes sind besser

Die Forscher hatten für ihre Studie Freiwillige mit einem leichten oder mittleren Bluthochdruck rekrutiert. Diese sollten pro Tag zwei Shakes zu sich nehmen, die entweder einen der beiden Milcheiweißbestandteile Molkeprotein und Kasein enthielten oder überhaupt gar kein Milchprotein. Es zeigte sich in der Analyse, dass alle Probanden, die einen Protein-Shake erhalten hatten, auffällig geringere Cholesterinwerte und ein insgesamt gesünderes Herzkreislauf-System hatten als die Kontrollgruppe. Die größten positiven Auswirkungen wurden jedoch bei der Gruppe beobachtet, die den Molkeprotein-Shake erhalten hatte. Molke ist ein Beiprodukt der Käseherstellung und enthält besonders hochwertige Aminosäuren, die der menschliche Körper gut verarbeiten kann.

 

Viele positive Auswirkungen

Jene Probanden, die den Molke-Drink erhalten hatten, zeigten bessere Blutdruckwerte als die Vergleichsgruppe und außerdem niedrigere Spiegel an Triglyceriden im Blut. Diese zählen zu den Hauptbestandteilen von Körperfett. Bei beiden Proteinarten konnte außerdem ein verbesserter Blutfluss beobachtet werden und es fanden sich weniger Fibrine, anhaftende Klebe-Moleküle, im Blut. Fibrine dienen eigentlich der Wundschließung und -heilung, können aber auch chronische Entzündungen oder Plaques hervorrufen, die zu den Risikofaktoren für Herz-Kreislauf-Erkrankungen zählen.

 

Molke besser als Kasein

Die Forscher schließen aus der Studie, dass das Molkeprotein dem Kasein überlegen ist, wenn es um die Herzgesundheit geht. Generell lässt sich sagen, dass Protein-Shakes besser sind als ihr Ruf, wenn es um die Gesundheit geht. Die Autoren der Studie halten fest, dass ein regelmäßiger Whey-Shake-Konsum das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen um bis zu 8 Prozent senken könne. Kasein-basierte Protein-Shakes kommen nur auf ein verringertes Risiko von1,4 Prozent. Es ist demnach gar nicht verkehrt, sogenannte Whey--Shakes zu sich zu nehmen, auch wenn man gar keinen Kraftsport betreibt. Es sollte aber darauf geachtet werden, nicht zu viel Eiweiß zu sich nehmen, um die Nieren nicht zu belasten. Die offizielle Empfehlung lautet hier, täglich nicht mehr als 0,8 Gramm Eiweiß pro Kilogramm Körpergewicht zu sich zu nehmen. Außerdem sollten die Shakes wenig bis keinen Zucker enthalten.

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